Aquarelle

Empfohlene Lose

Lew Samoilowitsch Rosenberg, genannt Leon Bakst (1866-1924) Kostümstudie für Shariar, König von Indien und China in dem von Sergei Diaghilev Ballet Russes produzierten Ballett Scheherazade, 1910. Bleistift, Gouache, Aquarell und Goldhöhungen auf Papier. Unten rechts mit Bleistift signiert BAKST. 33,5 x 24,1 cm Herkunft: Privatsammlung, Italien Veröffentlichung: M. Cissan, Les Etoiles des Ballets Russes, In Comoedia illustré, Paris, Nr. 18, 15. Juni 1910. C. Spencer, Léon Bakst, London, 1973, S.75,Nr.52 Einige Flecken und Spuren von Notizen in der oberen rechten Ecke Léon Bakst wurde 1866 im Russischen Reich geboren und in Sankt Petersburg und später in Paris bei den Malern Albert Edelfelt und Jean-Léon Gérôme ausgebildet. Er gehörte der Avantgarde-Gruppe Mir Iskusstva (Die Welt der Kunst) an, der unter anderem Serge Diaghilew, der spätere Impresario der Ballets Russes, und der Maler Alexandre Benois angehörten. Parallel zu seiner Karriere als Maler und Illustrator arbeitete Bakst seit Anfang des 20. Jahrhunderts für das Theater und insbesondere für das Ballett. Seit den ersten Spielzeiten der Ballets Russes in Paris etablierte er sich als strahlender Erneuerer der Bühne, unter anderem mit den Triumphen von Kleopatra (1909), Shéhérazade (1910) oder Daphnis et Chloé (1912). Er arbeitete mit Jean Cocteau, Gabriele D'Annunzio und Émile Verhaeren zusammen, begeisterte Paul Morand und Vladimir Nabokov und erhielt Aufträge von der Marquise Casati und den Rothschilds.

Schätzw. 15.000 - 20.000 EUR

Carle VERNET (Bordeaux 1758-1836 Paris) - Der Jockey, der zum Rennen geführt wird, um 1800. Feder und Aquarell. 17,6 x 16 cm. Auf seinem Sterbebett sagte Carle Vernet: "Man wird über mich sagen, was man über den Großen Dauphin sagte. Dauphin gesagt habe: Königssohn, Königsvater und niemals König! Carle war der Sohn von Joseph, dem großen Maler der Häfen von Frankreich unter Ludwig XV., und der Vater von Horace, einem großartigen, vielseitigen Maler, der unter anderem die umwerfende Eroberung der Smalah von Abd-el-Kader schuf, der sich in allen Genres wohlfühlte und ein Allroundtalent des 19. Jahrhunderts war. Carle, ein früher Schüler von Lépicié und begeisterter Reiter, hat es dennoch nicht versäumt, sich mehrfach in der Kunstlaufbahn zu profilieren: bereits 1781 mit einem Prix de Rome, später mit zahlreichen erfolgreichen Lithographien und schließlich 1808 mit einer Ehrenlegion für seine Schlacht von Marengo (Museum des Schlosses von Versailles, Inv. MV1568), ein Ereignis, das er einst selbst miterlebt hatte. Als hochdekorierter Militärmaler ist sein Name auch mit der Leidenschaft für den Pferdesport verbunden, die zu Beginn des anglomanischen 19. Jahrhunderts ein beispielloses Ausmaß annahm. Er war der erste der hippophilen Maler, der an allen Rennen teilnahm und die Anekdoten der Ställe und ihrer Arbeiter (Jockeys, Lads usw.) skizzierte. Géricault (sein Schüler), Delacroix, De Dreux, Degas usw. stehen in seiner Schuld für diese Neuheiten. Carle bildete ein glückliches Trio mit den Graveuren Darcis und Debucourt und veröffentlichte reichlich Illustrationen über die Welt der Pferderennen, die ihm einen großen Publikumserfolg bescherten. Unsere Zeichnung kann in der aufrechten Haltung des Jockeys und der Profilansicht des Pferdes mit der von Darcis gestochenen L'arrivée de la course verglichen werden, der letzten Illustration einer vierteiligen Serie, die auch Les apprêts d'une course, Les jockeys monttés und La Course umfasst. Zu erwähnen ist auch Les préparatifs d'une course, gestochen von Debucourt. Unsere Zeichnung wurde schneller, spontaner und synthetischer ausgeführt als die üblichen Fertigzeichnungen zur Vorbereitung von Lithografien, wie die für L'arrivée de la course (15,5 x 29 cm, Versteigerung De Baecque, 6. Juni 2020, Los 93).

Schätzw. 1.000 - 1.500 EUR

FIDUS, eigentl. HUGO HÖPPENER_x001D_ Lübeck 1868 - 1948 Berlin-Wolterdorf - FIDUS, eigentl. HUGO HÖPPENER_x001D_ Lübeck 1868 - 1948 Berlin-Wolterdorf „Im Tempel der Zwei-Einheit“. Nächtliche Szene mit einer eine Lichterscheinung verehrenden Menschengruppe. Aquarell auf Vélin, auf Karton mit aquarellierter Einrahmung aufgezogen 1914. J. Frecot, J. F. Geist und D. Kerbs, FIDUS 1868 - 1948. Zur ästhetischen Praxis bürgerlicher Fluchtbewegungen, München 1972, 5.1 (Bildnerische Tätigkeit) Nr. 1914 8 mit ganzseitiger Abb. 45 auf S. 463. - Signiert, datiert „Januar 1914“ und betitelt. Verso auf Rahmenrückwand signiert, datiert „Jan. 1914“, betitelt und bezeichnet „Tempelbild-Entwurf“. Auf grün-bräunlichem Karton. 49 x 71 cm (Gesamtdarstellung; einschl. Rahmen: 64,5 x 86 cm). Schwach gebräunt. Die Idee eines Tempelbaus findet sich bereits früh im Werk Fidus; sie datieren aus der Zeit, als er 1890 Mitglied der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Berlin wurde und zeigen Pläne zu Tempelanlagen für eine neue Natur- und Lichtreligion, in denen sich das Volk zur Andacht versammeln sollte. Die Gründung des St. Georgs-Bundes mit dem dazugehörigen Verlag im Jahr 1912 sowie der Bezug des vom Künstler entworfenen Wohn- und Atelierhauses (Fidushaus) in der Villenkolonie Schönblick in Berlin-Wolterdorf begünstigten die Weiterentwicklung dieses Gedankens und Fidus hielt zahlreiche Lichtbildvorträge über seine Tempelkunst. In der vorliegenden Zeichnung ist der Tempel nur in einigen wenigen, die die zentrale Darstellung einrahmenden Architekturelementen sichtbar. Die den Tempel bevölkernden nackten Gestalten sind in ihrer ästhetisierenden Darstellung deutlich als Anhänger der rituellen Freikörperkultur zu erkennen und streben - dem Betrachter den Rücken zugewandt - einem von leuchtenden Elementen umgebenen, diffusen Zentrum zu, über dem ein Radkreuz als Symbol des Jahreskreislaufs von der Decke des Tempels herabhängt. Das Motiv wurde unter der Nr. 158 als Postkarte des St. Georgs-Bundes (ab 1927 Fidus-Verlag) herausgegeben. In Orig.-Rahmen. [bg]

Schätzw. 5.400 - 5.400 EUR

EMIL NOLDE, eigentl. EMIL HANSEN_x001D_ Nolde/Schlesw. 1867 - 1959 Seebüll - EMIL NOLDE, eigentl. EMIL HANSEN_x001D_ Nolde/Schlesw. 1867 - 1959 Seebüll Roter Mohn und Kornblume. Aquarell um 1930/35. Signiert oben rechts. Auf leichtem Japan. 17,8 x 13,9 cm. Minimal gebräunt (nur verso am Unterrand geringfügig sichtbar) und mit schwacher Papierquetschfalte. Als Emil Nolde 1916 in das kurz zuvor erworbene Bauernhaus Utenwarf zog, inspirierte ihn dies zu einer Vielzahl von Landschaftsbildern. Seit dieser Zeit entstanden aber auch zahlreiche Blumenaquarelle, die ihren Ursprung im selbst angelegten Garten hatten. Mit viel Liebe zum Detail hatten Emil und Ada Nolde den Garten mit Klatschmohn, Sonnenblumen, Dahlien, Iris, Calla und Lilien bepflanzt. Im Laufe eines Jahres fanden sich immer wieder Blumen, die in voller Blüte standen und Eingang in seine Aquarelle fanden. Im Unterschied zu Karl Schmidt-Rottluff oder Gabriele Münter, die ihre Blumen meist in einer Vase malten, scheint Nolde sie direkt in seinem Garten festgehalten zu haben. Er malte sie in starker Nahsicht und so, wie er sie im Blumenbeet vorfand. Dabei interessierte Nolde sich nicht für das Vergehen einer Blüte und das damit verbundene Thema der Vergänglichkeit, sondern wählte grundsätzlich Blumen in voller Blüte. Mit dem farbgetränkten Aquarellpinsel zog er die einzelnen leuchtenden Blütenblätter nach, deutete die dunkle Tiefe der Kelche an und nahm dabei bewusst in Kauf, dass Unschärfen entstanden. Provenienz: Eugen Rhein (Otterberg 1884 - 1962 Kaiserslautern; Gründer der Sammlung Eugen Rhein zusammen mit seiner Ehefrau Helene). Privatsammlung Wiesbaden. Beiliegen: Foto-Expertise von Dr. Manfred Reuther, Direktor der Stiftung Seebüll Ida und Emil Nolde vom 18. Juni 2008: „...Ich bestätige, daß es eine eigenhändige Arbeit des Malers Emil Nolde (1867-1956) ist; sie ist als solche in der Nolde-Stiftung Sebüll registriert...“ - Kopie des Anschreibens von Dr. Manfred Reuther zu o.g. Foto-Expertise vom 19. Juni 2008 an den Vorbesitzer: „...Als Erstbesitzer des Aquarells nennen Sie Eugen Rhein aus Kaiserlautern. In unserem Archiv befinden sich vierzig Briefe, auch ein Foto aus seiner Wohnung mit dem Gemälde Emil Noldes 'Feuerlilien und dunkler Rittersporn' von 1925, das er 1927 erworben hat. In einem Brief vom 28. Juli 1947 erwähnt Eugen Rhein neben anderen Bildern auch 'das kleine Mohnaquarell'. Mit diesem Hinweis ist wohl Ihr Blatt gemeint.“ [bg]

Schätzw. 42.000 - 42.000 EUR