Beschreibung

Jan Janssens, 1590 Ghent – um 1650

CARITAS ROMANA Öl auf Leinwand. Doubliert. 111 x 149 cm. In vergoldetem, breiten Rahmen mit Perlstabfries. Beigegeben ein Gutachten von Claudio Strinati, in Kopie. Das Bildthema illustriert, wie auch das Vergleichsbild Janssens in der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in Madrid, die römische Legende, übermittelt durch den Dichter Valerius Maximus. Danach wurde der römische Seher Cimon zu Tode durch Verhungern im Kerker verurteilt. Seine Tochter jedoch ernährte den Vater durch ihre Muttermilch. Das Thema wurde vielfach Bildgegenstand in mehreren Stilepochen. Hier sind die beiden Hauptfiguren im dunklen Kerkerraum gezeigt, der Vater als Philosoph entsprechend langbärtig am Boden sitzend, die Arme in Ketten gelegt. Die Tochter, neben ihm stehend, reicht ihm die Brust, aufmerksam zurückblickend, ob die beiden Beobachter hinter dem vergitterten Fenster das Geschehen bemerken. Der Verurteilte wurde der Legende gemäß schließlich freigelassen, da die Richter von der bereitwilligen Liebe der Tochter gerührt waren. Der Bildgegenstand, als Akt der Nächstenliebe zu verstehen, ist in der Geschichte nicht immer nur positiv gesehen worden. Schließlich grenzt die Szene an ein Tabu, das jedoch hier aufgebrochen worden ist. Literatur: Claudio Strinati, In lights and shadows, Caravaggism in Europe, Ausstellungskatalog, Lampronti Gallery, 29. Juni-31. Juli 2015, S. 76-77, Kat. Nr. 26. Vgl. Benedict Nicolson, Caravaggism in Europe, Bd. I, 1979, S. 130 sowie Bd. III, Abb. 1086-1096. Vgl. Valerio Massimo, Dictorum et factorum memorabilium libri, V. 4, Pisa 1986. Vgl. Maurizio Calvesi, Le realtà del Caravaggio, Turin 1990, S. 355-362. Vgl. Silvia Danesi Squarzina, Fiamenghi che vanno e vengono non li si puol dar regola: Paesi Bassi e Italia fra Cinquecento e Seicento; pittura, storia e cultura degli emblemi, Sant‘ Oreste 1995. Vgl. Hermann Voss, La pittura barocca a Roma, Rom 1999, S. 118-119, Abb. 87. (1390117) (13) Jan Janssens, 1590 Ghent – ca. 1650 CARITAS ROMANA Oil on canvas. Relined. 111 x 149 cm. Accompanied by an expert's report by Claudio Strinati, in copy. Literature: C. Strinati, in: Lights and Shadows, Caravaggism in Europe, exhibition catalogue, Lampronti Gallery, 29 June - 31 July 2015, Rome 2015, cat. no. 26, pp. 76-77. cf. B. Nicolson, Caravaggism in Europe, 1979, vol. I, p. 130, vol. III, ill. 1086-1096. cf. Valerio Massimo, Factorum et Dictorum memorabilium libri, V. 4, Pisa 1986. cf. M. Calvesi, Le realtà del Caravaggio, Turin 1990, pp. 355-362. cf. S. Danesi Squarzina, Fiamenghi che vanno e vengono non li si puol dar regola: Paesi Bassi e Italia fra Cinquecento e Seicento; pittura, storia e cultura degli emblemi, Sant’Oreste 1995. H. Voss, Pittura del Barocco a Roma, Rome 1999, pp. 118-119, ill. 87. (†)

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Jan Janssens, 1590 Ghent – um 1650

Schätzwert 120 000 - 150 000 EUR

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