Null Seltener Amulett-Keris (Jimat)
Nord-Sumatra, Provinz Gayo, 17. Jh. / 18. Jh…
Beschreibung

Seltener Amulett-Keris (Jimat) Nord-Sumatra, Provinz Gayo, 17. Jh. / 18. Jh. L. 40 cm Sehr alter Amulett-Keris (jimat), der im Gegensatz zu jüngeren Exemplaren dieses Typs ein vollwertiger und hochwertiger Keris ist. Die kräftige, dunkel patinierte Klinge ist dem Gebiet von Riau und Lingga (Zentral-Sumatra) zuzuordnen, das früher für seine Klingenproduktion bekannt war. Man erkennt noch den präzisen, sorgfältigen Grubenschnitt unter der starken ganja (Querstück). Typisch sind die abfallenden greneng-Zähnchen, die man auch von Pattani-Kerisen kennt (tahjong). Schlanke, starke Klingen dieser Art (jenis bahari) wurden früher fälschlicherweise auch als „Hinrichtungs-Kerise“ bezeichnet, sind aber wohl eine Reaktion auf europäische Waffen (Rapier, Felddegen), die seit dem 16. Jahrhundert in dieser Gegens bekannt wurden. Evtl. haben auch osmanische Waffen hier eine Rolle gespielt. Der Elfenbein-Griff vom Typ jawa demam (shivaitisch-tantristische gana-Figur in lalita-Haltung, unter muslimischer Maßgabe abstrahiert) zeigt starke Spuren langen Tragens, ist aber schadfrei und gut erhalten. Stellenweise sind Applikationen aus roter Koralle erkennbar, vor allem an der Griffbasis, wo sich sonst das yoni-Symbol (Vagina) von Shivas shakti findet. Der lange Stielring unter runder Kappe ist „typisch Sumatra“ und besteht aus suassa (Silber-Kupfer-Legierung). Die Scheide ist als kleines eigenständiges Kunstwerk zu bezeichnen. Das Scheidenfutteral gandar ist mit feinem, floral getriebenem Silber bedeckt, wobei der untere Teil durch eine dichte Silberdrahtbewicklung verstärkt ist (relativ kräftige Scheiden konnten notfalls auch als Parierhilfe benutz werden). An der Rückseite ist ein stilisiertes glückbringendes Motiv (Medizinhorn) erkennbar, zusätzlich sind kegelige glückbringende Silberblech-Applikationen an Kettchen angebracht, die auf Karo-Batak-Arbeit hindeuten(Gayo und Batak unterhielten gute Beziehungen). Das Klimpern weist böse Einflüsse ab. Ein schöner Sternrubin ziert das Amulettkörbchen aus Silberstegen an der Vorderseite, in dem sich magische Steine befinden. Der Fuss der Scheide wird durch ein eingesetztes Elfenbein-Querstück gebildet. Sehr seltener, hochkarätiger Gayo-Keris als komplette Einheit, dem das lange Tragen eine feine glatte Haptik und großen Charme verliehen haben. Solche Kerise wurden auch von hochrangigen Schamaninnen in Gayo, Padang und Alas getragen. Aus einer alten deutschen Privatsammlung, seit den 1950er Jahren gesammelt - Minim. Altersspuren, Klinge und Metallmontur zur Befestigung des Griffs minim. best. Lit.: Ghiringhelli, V. und M. (1991): Kris gli Invincibili /The Invincible Kris. Milano. - Harsrinuksmo, S., Lumintu, W. (1998): Ensoklopedi Budaya Nasional. Jakarta. - Hidayat, M. M. (2013): Keris Indonesia. Estetika dan Magna Filosifi (Aethetics and Philosophical Meaning). Yogjakarta

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Seltener Amulett-Keris (Jimat) Nord-Sumatra, Provinz Gayo, 17. Jh. / 18. Jh. L. 40 cm Sehr alter Amulett-Keris (jimat), der im Gegensatz zu jüngeren Exemplaren dieses Typs ein vollwertiger und hochwertiger Keris ist. Die kräftige, dunkel patinierte Klinge ist dem Gebiet von Riau und Lingga (Zentral-Sumatra) zuzuordnen, das früher für seine Klingenproduktion bekannt war. Man erkennt noch den präzisen, sorgfältigen Grubenschnitt unter der starken ganja (Querstück). Typisch sind die abfallenden greneng-Zähnchen, die man auch von Pattani-Kerisen kennt (tahjong). Schlanke, starke Klingen dieser Art (jenis bahari) wurden früher fälschlicherweise auch als „Hinrichtungs-Kerise“ bezeichnet, sind aber wohl eine Reaktion auf europäische Waffen (Rapier, Felddegen), die seit dem 16. Jahrhundert in dieser Gegens bekannt wurden. Evtl. haben auch osmanische Waffen hier eine Rolle gespielt. Der Elfenbein-Griff vom Typ jawa demam (shivaitisch-tantristische gana-Figur in lalita-Haltung, unter muslimischer Maßgabe abstrahiert) zeigt starke Spuren langen Tragens, ist aber schadfrei und gut erhalten. Stellenweise sind Applikationen aus roter Koralle erkennbar, vor allem an der Griffbasis, wo sich sonst das yoni-Symbol (Vagina) von Shivas shakti findet. Der lange Stielring unter runder Kappe ist „typisch Sumatra“ und besteht aus suassa (Silber-Kupfer-Legierung). Die Scheide ist als kleines eigenständiges Kunstwerk zu bezeichnen. Das Scheidenfutteral gandar ist mit feinem, floral getriebenem Silber bedeckt, wobei der untere Teil durch eine dichte Silberdrahtbewicklung verstärkt ist (relativ kräftige Scheiden konnten notfalls auch als Parierhilfe benutz werden). An der Rückseite ist ein stilisiertes glückbringendes Motiv (Medizinhorn) erkennbar, zusätzlich sind kegelige glückbringende Silberblech-Applikationen an Kettchen angebracht, die auf Karo-Batak-Arbeit hindeuten(Gayo und Batak unterhielten gute Beziehungen). Das Klimpern weist böse Einflüsse ab. Ein schöner Sternrubin ziert das Amulettkörbchen aus Silberstegen an der Vorderseite, in dem sich magische Steine befinden. Der Fuss der Scheide wird durch ein eingesetztes Elfenbein-Querstück gebildet. Sehr seltener, hochkarätiger Gayo-Keris als komplette Einheit, dem das lange Tragen eine feine glatte Haptik und großen Charme verliehen haben. Solche Kerise wurden auch von hochrangigen Schamaninnen in Gayo, Padang und Alas getragen. Aus einer alten deutschen Privatsammlung, seit den 1950er Jahren gesammelt - Minim. Altersspuren, Klinge und Metallmontur zur Befestigung des Griffs minim. best. Lit.: Ghiringhelli, V. und M. (1991): Kris gli Invincibili /The Invincible Kris. Milano. - Harsrinuksmo, S., Lumintu, W. (1998): Ensoklopedi Budaya Nasional. Jakarta. - Hidayat, M. M. (2013): Keris Indonesia. Estetika dan Magna Filosifi (Aethetics and Philosophical Meaning). Yogjakarta

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