Null Lucas Cranach der Ältere
Kronach 1472 - 1553 Weimar, Umkreis
Portraits von …
Beschreibung

Lucas Cranach der Ältere Kronach 1472 - 1553 Weimar, Umkreis Portraits von Martin Luther und Katharina von Bora 16. Jahrhundert Öl auf Eichenholz Je 40,5 x 26,5 cm, mit Rahmen 50,8 x 36,9 cm Bei diesem repräsentativen Doppelportrait handelt es sich um das Ehebildnis von Martin Luther und Katharina von Bora. Zahlreiche dieser Portraits in unterschiedlichen Bildformaten, heute davon ein Dutzend erhalten, entstanden wohl ab der Verlobung am 13. Juni 1525 in der Werkstatt von Cranach. Besonders Verlobungen und Hochzeiten galten als Anlässe für derartige Portraits, die in bürgerlichen Kreisen ausgetauscht oder verschenkt wurden, um den gesellschaftlichen Status der Darstellungen aufzuzeigen. Zugleich hatte die konventionelle Darstellungsform dieses Ehebildnisses auch eine Vorbildfunktion und diente der Nachahmung. Da Luther sich für die Aufwertung der Ehe aussprach, wurde ihm nahegelegt, selbst zu heiraten. Katharina von Bora war ursprünglich eine Nonne aus dem Zisterzienserkloster Marienthron in Nimbschen, die mit anderen nach Wittenberg geflohen war, um den Schutz des Reformators zu suchen. Da sie nicht nach Hause zurückkehren konnte, arbeitete sie im Haushalt von Lucas Cranach dem Älteren, welcher auch bei der Verlobung von Luther und ihr anwesend war. Schnell verbreiteten sich Nachrichten über diese Ehe eines Mönchs mit einer Nonne und das öffentliche Interesse schien derart groß zu sein, dass die Cranach-Werkstatt durch die Schaffung einer Vielzahl der Doppelportraits, häufig auf kleinen transportablen Tafeln, profitierte. Die verschiedenen Portraitvarianten zeigen einige Gemeinsamkeiten, so in der Haltung der Eheleute zueinander: Katharina von Bora ist als Ehefrau auf der rechten Seite dargestellt, wobei dies charakteristisch für Eheportraits ist. Sie blickt die Betrachter an, während Martin Luther nach rechts, zu seiner Frau und dem Gegenstück seines Portraits, blickt. Beide tragen schwarze Gewänder mit steifem Kragen; Luther trägt seine gelockten Haare kurz und seine Frau ein rotes Haarnetz, wobei sich diese Farbe in ihrem Mieder und den Ringen der linken Hand wiederholt. Bei diesem Typus handelt es sich um eine größere Variante vor grünem Hintergrund. Besonders frappierende Ähnlichkeiten in Format, Hintergrundfarbe und Haltung hat das Doppelbildnis mit jenem desselben Typus aus dem Jahr 1526 aus dem Nationalmuseum Stockholm (Inv.-Nr. III.M8a & III.M8b). Ein weiteres Doppelportrait, jenes des kleinformatigeren Typus, befindet sich in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (Inv.-Nr. III.M11a & III.M11b), dessen Schattierungen sehr verwandt sind. Ein ebenso vergleichbares Doppelbildnis existiert weiters in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel (Inv.-Nr. III.M1a & III.M1b), wobei diese frühen Portraits von 1525 als Tondi konzipiert sind, sich noch auf Portraitmedaillons als Vorbilder beziehen und einen kleineren Bildausschnitt offenbaren. Literatur: Martin Brecht, Martin Luther. Sein Weg zur Reformation 1483-1521, Berlin 1986. Cranach Digital Archive, Marriage Portrait of Martin Luther and Katharina of Bora (1525 – 1526), Düsseldorf 2024. Gunnar Heydenreich, Lucas Cranach the Elder. Painting materials, techniques and workshop practice, Amsterdam 2007.

Lucas Cranach der Ältere Kronach 1472 - 1553 Weimar, Umkreis Portraits von Martin Luther und Katharina von Bora 16. Jahrhundert Öl auf Eichenholz Je 40,5 x 26,5 cm, mit Rahmen 50,8 x 36,9 cm Bei diesem repräsentativen Doppelportrait handelt es sich um das Ehebildnis von Martin Luther und Katharina von Bora. Zahlreiche dieser Portraits in unterschiedlichen Bildformaten, heute davon ein Dutzend erhalten, entstanden wohl ab der Verlobung am 13. Juni 1525 in der Werkstatt von Cranach. Besonders Verlobungen und Hochzeiten galten als Anlässe für derartige Portraits, die in bürgerlichen Kreisen ausgetauscht oder verschenkt wurden, um den gesellschaftlichen Status der Darstellungen aufzuzeigen. Zugleich hatte die konventionelle Darstellungsform dieses Ehebildnisses auch eine Vorbildfunktion und diente der Nachahmung. Da Luther sich für die Aufwertung der Ehe aussprach, wurde ihm nahegelegt, selbst zu heiraten. Katharina von Bora war ursprünglich eine Nonne aus dem Zisterzienserkloster Marienthron in Nimbschen, die mit anderen nach Wittenberg geflohen war, um den Schutz des Reformators zu suchen. Da sie nicht nach Hause zurückkehren konnte, arbeitete sie im Haushalt von Lucas Cranach dem Älteren, welcher auch bei der Verlobung von Luther und ihr anwesend war. Schnell verbreiteten sich Nachrichten über diese Ehe eines Mönchs mit einer Nonne und das öffentliche Interesse schien derart groß zu sein, dass die Cranach-Werkstatt durch die Schaffung einer Vielzahl der Doppelportraits, häufig auf kleinen transportablen Tafeln, profitierte. Die verschiedenen Portraitvarianten zeigen einige Gemeinsamkeiten, so in der Haltung der Eheleute zueinander: Katharina von Bora ist als Ehefrau auf der rechten Seite dargestellt, wobei dies charakteristisch für Eheportraits ist. Sie blickt die Betrachter an, während Martin Luther nach rechts, zu seiner Frau und dem Gegenstück seines Portraits, blickt. Beide tragen schwarze Gewänder mit steifem Kragen; Luther trägt seine gelockten Haare kurz und seine Frau ein rotes Haarnetz, wobei sich diese Farbe in ihrem Mieder und den Ringen der linken Hand wiederholt. Bei diesem Typus handelt es sich um eine größere Variante vor grünem Hintergrund. Besonders frappierende Ähnlichkeiten in Format, Hintergrundfarbe und Haltung hat das Doppelbildnis mit jenem desselben Typus aus dem Jahr 1526 aus dem Nationalmuseum Stockholm (Inv.-Nr. III.M8a & III.M8b). Ein weiteres Doppelportrait, jenes des kleinformatigeren Typus, befindet sich in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (Inv.-Nr. III.M11a & III.M11b), dessen Schattierungen sehr verwandt sind. Ein ebenso vergleichbares Doppelbildnis existiert weiters in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel (Inv.-Nr. III.M1a & III.M1b), wobei diese frühen Portraits von 1525 als Tondi konzipiert sind, sich noch auf Portraitmedaillons als Vorbilder beziehen und einen kleineren Bildausschnitt offenbaren. Literatur: Martin Brecht, Martin Luther. Sein Weg zur Reformation 1483-1521, Berlin 1986. Cranach Digital Archive, Marriage Portrait of Martin Luther and Katharina of Bora (1525 – 1526), Düsseldorf 2024. Gunnar Heydenreich, Lucas Cranach the Elder. Painting materials, techniques and workshop practice, Amsterdam 2007.

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