Null Sehr seltenes festliches Attush-Gewand der Ainu
Japan, Hokkaido, 19./20. Jh…
Beschreibung

Sehr seltenes festliches Attush-Gewand der Ainu Japan, Hokkaido, 19./20. Jh. B. 121 cm, L. 130 cm Bastfasern (ohyo) der Ulme (attush), Leinwandbindung. Randeinfassung und Kragen: Baumwolle (Indigoblau), Leinwandbindung, importiert aus Japan; Stickerei: Baumwolle (Weiß) Kettstich. Das lange Übergewand (attush) ist in Materialien, Herstellung und Musterung charakteristisch für die Kulturen der Ainu, die im Norden Japan leben. Die Ainu sind eine indigene Urbevölkerung Japans und waren einst über weite Gebiete im Norden verbreitet. Später wurden sie von den stets mehr Raum erobernden Japanern kontinuierlich zurück gedrängt. Unter diesem Druck lebten im 19. Jahrhundert lebten nur noch kleinere Gruppen vor allem in Hokkaido, auf Sachalin und den Kurilen-Inseln. Ihre Herkunft wird in der Wissenschaft teils auf die Jōmon-Kulturen zurückgeführt. Neben einer heute fast vergessenen eigenen Sprache drücken die Ainu ihre kulturelle Identität durch zahlreiche Kunsthandwerke aus. Dabei gehört die Herstellung der Textilien, von der Faser bis zum fertigen Gewand in den Bereich der Frauen. Aufgrund der klimatischen Voraussetzung der nördlichen Breiten, in denen die Ainu lebten, wurden vor allem Fasern aus dem Bast von Bäumen gewonnen, vornehmlich von Ulmen, aber auch von Linden. Dazu wird die Rinde direkt vom noch stehenden Baum abgestreift und der Bast, also die Leitungsbahnen von der außen liegenden, dunklen Rinde getrennt. Diese Fasern werden gekocht und gestampft, um sie weicher zu machen. Anschließend wird der Bast in feinere Fasern aufgeteilt und schließlich zu Fäden zusammengefasst. Die Webgeräte der Ainu sind einfach. Die Weberin hängt die Kettfäden gebündelt mit einem Haken an den Hauspfeiler oder im Sommer an einem Baum und legt sich einen Gurt um den Rücken, um die Spannung der Fäden aufrecht zu halten. Das Gewebe wird anschließend zu einer Art Mantel, ähnlich dem Kimono zusammengenäht und mit bandartigen Applikationen aus importierter japanischer Baumwolle verziert, die wiederum überstickt sind. Diese Applikationen verlaufen entlang der Säume, der Gewandöffnungen und sind auf den Rücken platziert. Sie besitzen apotropäischen Charakter und sollen die Person vor Bösem schützen. Die Gewänder, welche die Ainu selbst benutzen, besitzen fast immer dreieckig geschnittene, bzw. gefaltete Ärmel. Roben mit solch weiten Ärmeln, wie die vorliegende, sind ein Zugeständnis an die japanische Kultur und entsprechen eher dem Schnitt eines japanischen Kimono, bzw. eines Übergewandes. Dabei hatten und haben die sehr seltenen Roben der Ainu durchaus hohes Prestige und wurden in Teilen Japans auch als Festtagsgewand und als Zeichen von Macht verwendet. Die Robe ist mit Bändern innen und außen zu verschließen. Im Inneren der Robe findet sich eine apokryphe Inschrift in schwarzer Tusche mit acht, teils kaum entzifferbaren Schriftzeichen. Es handelt sich vermutlich um einen Namen und es findet sich die Erwähnung eines „Inselherrn“. Wie diese Bezeichnung zu deuten ist und zu welchen Zweck die Robe eventuell hergestellt wurde, lässt sich nicht sicher erschließen. Aus einer alten deutschen Privatsammlung, seit den 1950er Jahren gesammelt - Minim. Gebrauchsspuren, guter Zustand

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Sehr seltenes festliches Attush-Gewand der Ainu Japan, Hokkaido, 19./20. Jh. B. 121 cm, L. 130 cm Bastfasern (ohyo) der Ulme (attush), Leinwandbindung. Randeinfassung und Kragen: Baumwolle (Indigoblau), Leinwandbindung, importiert aus Japan; Stickerei: Baumwolle (Weiß) Kettstich. Das lange Übergewand (attush) ist in Materialien, Herstellung und Musterung charakteristisch für die Kulturen der Ainu, die im Norden Japan leben. Die Ainu sind eine indigene Urbevölkerung Japans und waren einst über weite Gebiete im Norden verbreitet. Später wurden sie von den stets mehr Raum erobernden Japanern kontinuierlich zurück gedrängt. Unter diesem Druck lebten im 19. Jahrhundert lebten nur noch kleinere Gruppen vor allem in Hokkaido, auf Sachalin und den Kurilen-Inseln. Ihre Herkunft wird in der Wissenschaft teils auf die Jōmon-Kulturen zurückgeführt. Neben einer heute fast vergessenen eigenen Sprache drücken die Ainu ihre kulturelle Identität durch zahlreiche Kunsthandwerke aus. Dabei gehört die Herstellung der Textilien, von der Faser bis zum fertigen Gewand in den Bereich der Frauen. Aufgrund der klimatischen Voraussetzung der nördlichen Breiten, in denen die Ainu lebten, wurden vor allem Fasern aus dem Bast von Bäumen gewonnen, vornehmlich von Ulmen, aber auch von Linden. Dazu wird die Rinde direkt vom noch stehenden Baum abgestreift und der Bast, also die Leitungsbahnen von der außen liegenden, dunklen Rinde getrennt. Diese Fasern werden gekocht und gestampft, um sie weicher zu machen. Anschließend wird der Bast in feinere Fasern aufgeteilt und schließlich zu Fäden zusammengefasst. Die Webgeräte der Ainu sind einfach. Die Weberin hängt die Kettfäden gebündelt mit einem Haken an den Hauspfeiler oder im Sommer an einem Baum und legt sich einen Gurt um den Rücken, um die Spannung der Fäden aufrecht zu halten. Das Gewebe wird anschließend zu einer Art Mantel, ähnlich dem Kimono zusammengenäht und mit bandartigen Applikationen aus importierter japanischer Baumwolle verziert, die wiederum überstickt sind. Diese Applikationen verlaufen entlang der Säume, der Gewandöffnungen und sind auf den Rücken platziert. Sie besitzen apotropäischen Charakter und sollen die Person vor Bösem schützen. Die Gewänder, welche die Ainu selbst benutzen, besitzen fast immer dreieckig geschnittene, bzw. gefaltete Ärmel. Roben mit solch weiten Ärmeln, wie die vorliegende, sind ein Zugeständnis an die japanische Kultur und entsprechen eher dem Schnitt eines japanischen Kimono, bzw. eines Übergewandes. Dabei hatten und haben die sehr seltenen Roben der Ainu durchaus hohes Prestige und wurden in Teilen Japans auch als Festtagsgewand und als Zeichen von Macht verwendet. Die Robe ist mit Bändern innen und außen zu verschließen. Im Inneren der Robe findet sich eine apokryphe Inschrift in schwarzer Tusche mit acht, teils kaum entzifferbaren Schriftzeichen. Es handelt sich vermutlich um einen Namen und es findet sich die Erwähnung eines „Inselherrn“. Wie diese Bezeichnung zu deuten ist und zu welchen Zweck die Robe eventuell hergestellt wurde, lässt sich nicht sicher erschließen. Aus einer alten deutschen Privatsammlung, seit den 1950er Jahren gesammelt - Minim. Gebrauchsspuren, guter Zustand

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