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Eugène Delacroix (1798–1863) Der Umzug der Zensur. 1822. Lithografie. 312 x 190 [337 x 250 mm]. Delteil, Strauber 35. Sehr schöner Abzug auf cremefarbenem Büttenpapier. Alle Ränder vorhanden. AABM-Stempel (Lugt 3075). Die Tafel erschien in der Zeitung „Le Miroir“ am 11. Februar 1822. „Zwar prägte ‚La Silhouette‘ in den 1830er Jahren die Illustration und Karikatur in der Presse, doch hatten andere Publikationen bereits in den Jahren zuvor diesen Weg geebnet. Dies gilt für ‚Le Miroir‘, an dem der junge Delacroix mitwirkte, sondern auch die konterrevolutionären *Actes des apôtres* (1789–1792), der bonapartistische *Nain jaune* (1815) oder die royalistischen *Annales du ridicule* bzw. *Scènes et caricatures parisiennes* (1815). Im Jahr 1822 hob die Regierung zwar demonstrativ die Zensur und die verschiedenen Ausschüsse zur Überwachung von Theatern, Büchern und Zeitschriften auf, verabschiedete jedoch im März ein sehr restriktives Pressegesetz. Vielleicht ironischerweise stellt Delacroix hier die Zensur dar, die aus ihrem Domizil vertrieben wird (ein Schild mit der Aufschrift „Haus zu vermieten“ hängt dort bereits). Während eine Schar geflügelter Scheren (das Symbol der Zensur schlechthin) davonfliegt, verlassen die Zensoren ihre nun überflüssigen Büros in der Rue des Saints-Pères. So erkennt man Mazure (3), Autor von Lehrbüchern, dargestellt in einer alten Hütte („Masure“), Abbé Picon d’Andrezel (5), Generalinspektor der Universität, den Akademiemitglied Rousselle (6), den Dichter Vieillard (7), literarischer Zensor, und schließlich Jacques Honoré de Lourdoueix, Journalist bei „La Gazette de France“ und Vorsitzender des Pariser Zensuramtes. “ (BnF essentiels).
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