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Ernst Hassebrauk 1905 Dresden - 1974 Dresden - "Inge in blauem Kleid" - (1958) Öl/Lwd. 80 x 63 cm. 90 x 73 cm (Maß mit Rahmen). Rückseitig auf dem Keilrahmen bez. Rahmen. Leichte Farbverluste im linken unteren Bereich sowie am linken Randbereich. - Provenienz: Privatsammlung Hessen / Ketterer Kunst, München, Auktion am 12.6.2007, Los 19. - Werkverzeichnis: Hassebrauk Nr. 124. - Literatur: Ernst Hassebrauk. 1905-1974, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Neue Meister, Dresden 1979 (mit Nachlassverzeichnis) - Dieter Hoffmann, Ernst Hassebrauk. Leben und Werk, Stuttgart/Zürich 1981. Ernst Hassebrauk zählt zu den bedeutenden Vertretern der Dresdner Malerei des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Studium in Dresden und Leipzig, unter anderem bei Carl Rade, Willi Geiger und Alois Kolb, lehrte er von 1947 bis 1949 als Professor in Leipzig, bevor er freischaffend nach Dresden zurückkehrte. In Auseinandersetzung mit den Alten Meistern, insbesondere Rembrandt und Frans Hals, sowie der expressiven Malerei Oskar Kokoschkas entwickelte er eine eigenständige Bildsprache. Auch unter den kulturpolitischen Vorgaben der DDR bewahrte er seine künstlerische Unabhängigkeit und bemerkenswerte koloristische Freiheit. Das 1958 entstandene Gemälde "Inge in blauem Kleid" verdeutlicht Hassebrauks Meisterschaft als Porträtist und Kolorist. Mit temperamentvollem, pastosem Pinselstrich setzt er das leuchtende Rot der Haare gegen das kühle Blauviolett des Kleides, akzentuiert durch eine rote Blüte am Dekolleté. Während sich der Hintergrund in bewegte Farbflächen auflöst, verleiht der ruhige, nachdenkliche Ausdruck der Dargestellten dem Bildnis besondere Intensität. Möglicherweise handelt es sich bei der Porträtierten um die Dresdner Künstlerin Inge Thiess-Böttner (1924-2001), die Hassebrauk seit 1946 persönlich kannte und bereits um 1949 in einer Radierung mit dem Titel "Inge mit Sommerhut" dargestellt worden sein könnte. Eine abschließende Identifizierung steht bislang aus. Das Werk steht beispielhaft für Hassebrauks unverwechselbare, von malerischer Freiheit geprägte Kunst.
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