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Maler aus Siena, 17. Jahrhundert DIE FLUCHT DER CLOELIA AUS DEM LAGER VON PORSENNA Öl auf Leinwand, 198 × 301 cm Maler aus Siena, 17. Jahrhundert DIE FLUCHT DER CLOELIA Öl auf Leinwand, 198 × 301 cm Das hier betrachtete, bisher unveröffentlichte Gemälde stellt die Flucht der Cloelia aus dem Lager des Porsenna dar, eine der berühmtesten Episoden der römischen Geschichts- und Sagenüberlieferung. Nach der von den antiken Quellen überlieferten Erzählung gelang es der jungen Clelia, die nach der Belagerung Roms als Geisel an den etruskischen König Porsenna übergeben worden war, gemeinsam mit anderen römischen Mädchen schwimmend über den Tiber zu fliehen und wurde so zu einem Symbol für Mut, bürgerliche Tugend und Vaterlandsliebe. Das Motiv, das in der bildenden Kunst der Neuzeit wegen seines starken moralischen und heroischen Wertes besonders geschätzt wurde, bietet dem Maler die Gelegenheit, eine Komposition zu entwickeln, die reich an Figuren, ausdrucksstarken Gesten und farblichen Kontrasten ist. Aus stilistischer Sicht weist das Werk Merkmale auf, die eindeutig auf die sienesische Malerei der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückzuführen sind. Die monumentale Gestaltung der Figuren, die betonte Plastizität der Körper, die Theatralik der Posen und die Vorliebe für weitläufige, stark bewegte Faltenwürfe verweisen auf die bildende Kunst, die sich in Siena in der Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelt hatte. Die Farbpalette, die von leuchtenden und lasierenden Farben dominiert wird, trägt dazu bei, der Szene eine lebendige narrative Intensität zu verleihen, während der weiche und zugleich kraftvolle Malstil den Willen unterstreicht, den heroischen Charakter der Episode hervorzuheben. Die überzeugendsten stilistischen Vergleiche lassen sich mit dem Werk von Bernardino Mei anstellen, an dessen Monumentalität der Figuren, Eleganz der Faltenwürfe und Farbfülle das Gemälde erinnert, ohne jedoch ausreichende Anhaltspunkte für eine direkte Zuschreibung zu bieten. Ebenso offensichtlich sind die Affinitäten zur Bildsprache von Raffaello Vanni, vor allem hinsichtlich jenes Klassizismus, der in der Komposition nach wie vor fest verankert ist, jedoch durch eine intensive und leuchtende Farbpalette belebt wird, die der Erzählung besondere Ausdruckskraft verleiht. Von besonderem Interesse ist die anachronistische, aber mit der bildenden Kultur des 17. Jahrhunderts vollkommen im Einklang stehende Entscheidung, im Hintergrund eine Ansicht des für den Künstler zeitgenössischen Roms darzustellen. Obwohl sich die Handlung traditionell im 6. Jahrhundert v. Chr. abspielt, fügt der Maler im oberen rechten Teil der Komposition eine komprimierte, aber erkennbare Stadtansicht ein, in der von rechts nach links die Engelsburg, der Petersdom und das Kolosseum zu erkennen sind. Die Denkmäler sind in einer bewusst komprimierten und idealisierten Anordnung dargestellt, die keinerlei topografischen Anspruch erhebt, sondern darauf abzielt, die wichtigsten Symbole der Ewigen Stadt in einer einzigen Ansicht zu vereinen. Dieser in der Barockmalerei häufig anzutreffende Kunstgriff entspricht nicht dem Anspruch auf historische Genauigkeit, sondern dem Bestreben, einen Dialog zwischen der heroischen Vergangenheit Roms und seiner monumentalen Größe herzustellen und dem Betrachter ein sofort erkennbares und äußerst eindrucksvolles Bild der Hauptstadt des Christentums zu vermitteln.
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