To modify your purchase order,
contact the auction house.
The reserve price is the minimum price accepted by the seller. Bidders cannot see this price. To win an item, you must place the highest bid and meet or exceed the reserve price.
Registrations are closed for this sale. You cannot place a bid.
The converted amounts are provided for informational purposes only. Only the currency determined for the sale by the auction house is binding. You can select a different currency by going to the "Preferences" page in your profile.
Fees including the auction house's fees and the platform's fees. For further details, please refer to the auction house's General Terms and Conditions of Sale.
BUFFON (Georges Louis Leclerc, Graf von), 1707–1788. L.A.S. „Buffon“, Paris, 18. April 1739, 2 Seiten und ½ in-4, in brauner Tinte, Spuren eines roten Wachssiegels (kleiner Einschnitt oder Eckriss mit geringem Textverlust), adressiert an Étienne-François Dutour, Steuereintreiber in Riom, vor allem aber Physiker und Naturforscher. Schöner wissenschaftlicher Brief des jungen Buffon, ein wahres Bekenntnis zur experimentellen Methode, verfasst nur drei Monate vor seiner Ernennung zum Leiter des Jardin du Roi. Seinem Korrespondenten, der ihm seine Überlegungen zu optischen Phänomenen vorlegt, wirft Buffon wohlwollend vor, „ein wenig zu schnell zum System zu eilen“: Bevor man eine Theorie aufstellt, müsse man „alle Fakten genau gesehen und gut zusammengetragen haben“, denn „Systeme lehren nichts und dienen höchstens dazu, den Geist zu schulen“. Er fordert ihn daher auf, lieber zu experimentieren, als „[seine] Zeit mit Systematisieren zu verschwenden“: Hier findet sich bereits, zehn Jahre vor den ersten Bänden der „Histoire naturelle“, eine der zentralen Anforderungen an Buffons wissenschaftliche Methode. Die Diskussion dreht sich insbesondere um die durch Dünnschliffe erzeugten farbigen Ringe und die Phänomene der Lichtzerlegung. Er ist mit den Arbeiten Newtons vertraut, von dessen „Methode der Fluxionen“ er bereits im folgenden Jahr eine Übersetzung vorlegen wird, zögert Buffon dennoch nicht zu gestehen, dass er mit „Newtons Erklärung“ „nicht zufriedener“ sei als mit der von seinem Korrespondenten vorgeschlagenen: eine bezeichnende Ablehnung jeglicher Autoritätsargumente in einer Frage, die er noch für zu neu hält und die seiner Meinung nach „eine sehr große Anzahl von Experimenten“ erfordert. Er schlägt daraufhin selbst mehrere Experimente vor, die an konvexen Gläsern oder ebenen Spiegeln durchgeführt werden sollen, um die Entstehung der Farbringe zu untersuchen. Der Brief enthält schließlich eine frühe und interessante Erwähnung seines Landsmanns aus Montbard, Louis Daubenton, den man „immer noch […] mit Hoffnungen füttert“. Sechs Jahre später wird Buffon, der inzwischen Intendant des Jardin du Roi geworden ist, Daubenton in das Naturkundekabinett aufnehmen; dieser wird sein wichtigster Mitarbeiter für die ersten fünfzehn Bände der „Histoire naturelle“ werden. Ein schöner Brief, in dem sich bereits zugleich der Experimentator, der Gegner voreiliger Theorien und der zukünftige Hauptverantwortliche für die „Naturgeschichte“ zeigen. Mit seiner früheren Ausfuhrbescheinigung für Kulturgüter des Kulturministeriums (unter Angabe der Herkunft aus dem Charavay-Katalog vom Februar 1993, Nr. 43558).
Delivery is optional. You can use the carrier of your choice. The stated price does not include the lot price or the auction house fees.