To modify your purchase order,
contact the auction house.
The reserve price is the minimum price accepted by the seller. Bidders cannot see this price. To win an item, you must place the highest bid and meet or exceed the reserve price.
Registrations are closed for this sale. You cannot place a bid.
The converted amounts are provided for informational purposes only. Only the currency determined for the sale by the auction house is binding. You can select a different currency by going to the "Preferences" page in your profile.
Fees including the auction house's fees and the platform's fees. For further details, please refer to the auction house's General Terms and Conditions of Sale.
Umfangreicher Rest eines Psalters mit Lobgesängen und einer Litanei, mit über 200 Menschen, Affen, Fischen, Hasen, Hunden und anderen Tieren, die als Zeilenfüller, Initialen und Randverzierungen dienen, in lateinischer Sprache, illuminierte Handschrift auf Pergament, [Nordostfrankreich oder angrenzende südliche Niederlande, spätes 13. Jahrhundert], 44 Blätter (zuzüglich zweier moderner Vorsatzblätter am Anfang und ebenso vieler am Ende), fehlende Blätter am Anfang und am Ende sowie eine Reihe von Blättern aus dem gesamten Werk (im 19. Jahrhundert restauriert, wobei einige Blätter damals auf Schutzblätter gebunden wurden, und daher nicht leicht zu kollatieren; ein Eindruck der Verluste lässt sich jedoch anhand der Überreste der frühneuzeitlichen Foliierung gewinnen: ein unnummeriertes Blatt, 29, 33, 45, 124[?], 77, 134–138, 140–141, 143, 147, 172[?], 181–183, 185, 187, ein unnummeriertes Blatt, 190–203, 208–[einschließlich eines später eingefügten, unnummerierten Blattes aus einem späteren Stundenbuch von ca. 1450]–210, 212, wobei einige Seitenzahlen vollständig und andere teilweise ausgelöscht wurden; diese Seitenzahlen werden hier nicht verwendet), Text in einer Spalte mit 17 Zeilen in feiner gotischer Buchschrift, einzeilige Initialen in poliertem Gold auf zweifarbigem blauem und dunkelrosa Hintergrund, jeder Psalm oder Lobgesang beginnt mit einer zweizeiligen Initiale in denselben Farben auf goldenem Hintergrund (49 davon vorhanden), mit Blattwerk (darunter jene auf den Folios 1r, 4rv, 14r, 15v, 17r, 18r, 19v und 34r, darunter zwei bärtige Männerköpfe in Kapuzen, ein langhalsiger Drache, der einen goldenen Bezant beißt, auf dem ein Vogel sitzt, ein Kaninchen auf einem schlangenartigen Tier mit einem Vogelschnabelgesicht, vier weiteren schlangenartigen Tieren und einer rotgesichtigen, grimassierenden Kreatur in einer Kapuze, höchstwahrscheinlich ein Affe), mehrere Zeilenfüller pro Seite in farbigem und goldenem Blattwerk, mit fünf umschließenden geflügelten Löwen- oder Dämonengesichtern, die den Betrachter anblicken, 90 schlangenartige Tiere mit Drachen-, Hunde- oder Langschnabelvogelgesichtern (oft paarweise und spiegelbildlich angeordnet), 79 mit erschrocken blickenden Fischen (ebenfalls oft paarweise), vier mit Fischen und schlangenartigen Tieren, die einander gegenüberstehen, sechs mit Hasen, die von Hunden gejagt werden, oder Hasen und Hunden allein, elf mit einer Tiermaske (einige davon schnappen nach Goldmünzen oder verschlingen in zwei Fällen einen Fisch) und eine einzelne dämonische Maske, die den Betrachter ansieht, einige fast zeitgenössische Textzusätze in den Rändern, einige Marginalien aus der Frühen Neuzeit, stellenweise kleine Verluste an Vergoldung und Malerei, kleine Flecken und Verfärbungen, einige Schmierflecken, an den Rändern beschnitten (was sich auf die Ränder der Initialen am unteren Rand und gelegentlich auf die äußeren vertikalen Ränder auswirkt), insgesamt in ordentlichem und vorzeigbarem Zustand, 175 x 130 mm; gebunden in schwarzem Marokko-Leder aus dem 19. Jahrhundert über Pappe, innen an den Umschlagklappen mit floralen Rollstempeln vergoldet, marmorierte Einbände und rote Schnittkanten, einige kleine Abriebspuren und ein Einbandriss am Textblock am vorderen Ende des Bandes, in einem modernen, passgenauen, mit Stoff bezogenen Schuber *** Provenienz: 1. Geschrieben und illuminiert für einen wohlhabenden Auftraggeber, der offenbar im späten 13. Jahrhundert in der Nähe der französisch-belgischen Grenze gelebt hat: mit lokalen Heiligen, Gaugeric von Cambrai und Arras sowie Amand von Tournai, aber auch mit weiter verbreiteten regionalen Heiligen wie Lambert von Lüttich und Rumold von Malines/Mechelen in der Litanei. 2. Georgine Rocher: Ihr Exlibris in einer Handschrift aus dem 17. Jahrhundert im unteren Rand von Fol. 14r. Eine Frau dieses Namens, die in Ille-et-Vilaine lebte und einen René Neveu heiratete, ist für die Jahre 1654–1676 belegt und könnte durchaus diese Besitzerin sein. 3. Offenbar Mitte des 20. Jahrhunderts im französischsprachigen Handel, mit ausgelöschten Bleistiftnotizen zum Inhalt in dieser Sprache auf der hinteren Vorsatzseite. 4. Verkauft bei Sotheby’s am 12. Juli 1971, Los 49, und anschließend am 6. Dezember 1971 im selben Auktionshaus, Los 34, für 240 £ an Maggs Bros. 5. Neil L.F. Phillips, Q.C. (1924–97); aus seinem Nachlass am 6. Juli 2006 bei Sotheby’s, Los 44, an den derzeitigen Besitzer verkauft. Illumination: Der Aufbau von Psaltern, bei denen es sich in erster Linie um lateinische Verstexte handelt, eignet sich gut für die Einfügung einer Fülle von illuminierten oder verzierten Zwischenbildern; der Künstler hat dies hier jedoch auf die Spitze getrieben, wobei eine enorme Anzahl davon bezaubernde winzige Tierdarstellungen enthält. Besonders erwähnenswert sind die Tiermasken, die Fische verschlingen, wobei die Fischschwänze sichtbar sind, während der Rest des Tieres die Kehle der Tiermaske hinuntergleitet. Darüber hinaus sind noch neun historisierte Initialen erhalten, die zwei detailliert dargestellte Köpfe bärtiger Männer mit Kapuzen sowie eine rotgesichtige, grimassierende Kreatur in einer Kapuze zeigen, bei der es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen Affen handelt. Eine enge Parallele zu dieser bezaubernden Fülle an tierischen Füllmotiven findet sich im „Moore-Psalter“ (heute Cambridge, Universitätsbibliothek, Ee.iv.24: siehe Alison Stones, Gothic Manuscripts, 1260–1320, 2013–14, dort I-9), der um 1270 in Paris für den englischen Gebrauch angefertigt wurde, und diese Fülle an Verzierungen könnte durchaus ein individueller Aspekt gewesen sein.
Delivery is optional. You can use the carrier of your choice. The stated price does not include the lot price or the auction house fees.