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Jean Dunand Coupe en laque von Jean Dunand (1877 - 1942) In mehreren Schichten aufgetragener schwarzer und roter Lack in Negoro-nuri-Optik auf getriebenem Kupferblech. Breitkonische Schale mit ausgetriebenem Rand auf konischem schwarzem Standring. Im Boden in einer Rundreserve der runde Schlagstempel mit Monogramm JD. Eine 2,5 cm lange Retusche am Rand. H 7,8, D 20,9 cm. Ausführung Atelier Jean Dunand, Paris, 1920er Jahre. Jean Dunand (1877 - 1942) gilt als der größte Lackkünstler des Art Déco. Als Bildhauer mit Akademieabschluss wendet er sich 1902 einer Materialgruppe im Bereich der angewandten Kunst zu, der Dinanderie, der Arbeit mit Metallen und ihren Oberflächen. Um 1912 macht er die Bekanntschaft des japanischen Lackkünstlers Seizo Sugawara, der zuvor auch mit Eileen Gray gearbeitet hat. Dieses Zusammentreffen verändert entscheidend seine eigene Arbeit. Das Werk des Japaners und auch die Geschichte der japanischen Lackkunst fasziniert Jean Dunand in demselben Maß wie er Sugawara mit seiner Technik der Edelmetallinkrustationen begeistert, sodass ihre Beziehung von gegenseitiger Inspiration geprägt ist. Fortan konzentriert sich Jean Dunand auf Objekte, die den Einfluss japanischer Formen und Farben deutlich zum Ausdruck bringen, dennoch aber als seine eigenen Produkte wahrgenommen werden. Paradigmatisch für sein Oeuvre steht diese Schale. Der am Ende des 19. Jahrhunderts in Japan populär gewordene Negoro-Lack bezieht seine besondere Wirkung aus der Benutzung durch den Eigentümer. Durch die Handhabung wird die oberste Lackschicht im Verlauf der Jahre abgerieben, und die Schichten darunter schimmern durch. Die Schale von Dunand bot die Optik des historisch gewachsenen Lacks als fertiges Resultat - eine moderne europäische Umsetzung der japanischen Lacktechnik. Provenienz Deutsche Privatsammlung. Literatur Vgl. Delorenzo, Jean Dunand, New York 1985, S. 132 und 137. Vgl. Marcilhac, Jean Dunand. Vie et oeuvre, Paris-London 1991, S. 41, Lackproben mit unterschiedlicher Optik, auch mit trompe l'oeil Schildpatt. Unter Nr. 1184 im catalogue raisonné ähnliche "coupelles", die 1985 auf einer Versteigerung in Paris angeboten wurden. Vgl. Kat. Art Deco 1925. Calouste Gulbenkian Museum Lissabon 2009, S. 239.
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