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Niederländischer Meister des 17. Jahrhunderts Nl. Meister des 17. Jahrhunderts Gartenfest in einem Schlosspark Öl auf Leinwand; gerahmt 88 x 140,5 cm Dorotheum Wien, 22.3.2001, Lot 63 (als Lodewyk Toeput); Privatsammlung, Österreich Vor der Kulisse einer weiten Parklandschaft mit Wasserlauf hat sich eine elegante Gesellschaft zu einem Fest im Freien versammelt. Im Vordergrund tanzt ein Paar, ein Herr in rotem Gewand und eine Dame in hellem Kleid. Um die beiden gruppieren sich Musizierende mit Lauten und Streichinstrumenten, Plaudernde sowie Paare, die im Gras lagern. Am unteren Bildrand spielen zwei Hunde, rechts steht ein Korb mit Speisen und Getränken bereit. Halskrausen, dunkle Hüte und kräftig leuchtende Farben verweisen auf die Mode des frühen 17. Jahrhunderts. Dahinter öffnet sich der Blick auf ein breites Gewässer, auf dem Boote, darunter gondelartige Kähne, verkehren. Am gegenüberliegenden Ufer erhebt sich eine weitläufige Palastanlage mit Arkaden und einem gotischen Turm, rechts schließt ein überdachter Laubengang mit einem Parterre an. Am Horizont zeichnen sich Berge im Licht der tiefstehenden Sonne ab. Die imaginäre Architektur und die venezianisch anmutenden Boote verleihen dem Geschehen den Charakter eines idealisierten Schlossparks. Das Gemälde steht in der Tradition der niederländisch-flämischen Gartenfestdarstellungen, die um 1600 und in den folgenden Jahrzehnten bei höfischen wie bürgerlichen Sammlern große Beliebtheit genossen. Den größten Einfluss auf dieses Genre übte David Vinckboons (1576-1632) aus, auf dessen Bildfindungen der Maler hier zurückgreift. Einzelne Szenen aus dessen Darstellungen wurden entnommen und in das umfassendere Festgeschehen des Schlossparks eingefügt. So erscheint im Vordergrund, nahezu im Zentrum der Komposition, die sitzende, elegant gekleidete Frau, vor der ein junger Mann halb in ihrem Schoß lagert. Dieselbe Gruppe findet sich in der "Lockeren Gesellschaft im Schlosspark" von um 1610 im Rijksmuseum in Amsterdam (Kat. 130; vgl. Ertz & Nitze-Ertz 2016, S. 166, Nr. 45) sowie in der gleichnamigen Darstellung von 1619, die 2010/11 in der Galerie Johnny Van Haeften in London angeboten wurde (Kat. 132; vgl. Ertz & Nitze-Ertz 2016, S. 168, Nr. 46). Noch enger ist die Verwandtschaft mit der "Lockeren Gesellschaft im Schlosspark" von 1610 in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien (Inv.-Nr. 592). Dort treffen wir nicht nur auf die sitzende Frau mit dem halb liegenden Mann, sondern auch auf die vornehm gekleidete Dame, die der neben ihr stehende Herr zum Tanz auffordert. Das Werkverzeichnis von Klaus Ertz und Christina Nitze-Ertz führt zudem einen Stich von Nicolaes de Bruyn aus dem Jahr 1604 an, der als gemeinsame Vorlage in Betracht kommt (vgl. Ertz & Nitze-Ertz 2016, S. 376, Nr. 126). Mit seinen fein gesetzten Figuren, dem atmosphärischen Landschaftsraum und der kontrastreichen Farbigkeit überzeugt das Gemälde auch durch seine hohe malerische Qualität. Differenzbesteuert (33% im Aufgeld ist eine 20%ige Umsatzsteuer enthalten), Drouot Gebühren sind enthalten / Differential Taxation (33% including 20% sales tax), Drouot Bidding Fees are included Zusätze zu unserer Geschäftsordnung: https://imkinsky.com/zusaetze-zu-unserer-geschaeftsordnung
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