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Widder Auktionen

298 - Heinrich Ludwig Jungnickel* (Wunsiedel 1881 - 1965 Wien)

Starting price

€800

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Estimation

€800 - 1,200

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28%

Heinrich Ludwig Jungnickel* (Wunsiedel 1881 - 1965 Wien) Affenkinder Kohle und Aquarell/Papier 16 x 28,3 cm signiert L. H. Jungnickel SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 800 - 1200 STARTPREIS / STARTING PRICE € 800 Ludwig Heinrich Jungnickel, der deutsch-österreichische Künstler, war Sohn eines Tischlers und wurde zu einem der führenden Vertreter der Tiergrafik und Tierkunst im Jugendstil und der Wiener Moderne. Seine vielseitige Praxis umfasste Malerei, Farbholzschnitt, Tiergrafik, Exlibris, Tapetenentwürfe und Buchillustrationen, stets geprägt von einer feinen Beobachtung der Natur und einer meisterhaften Technik. 1885 übersiedelte die Familie nach München, wo Jungnickel die Kunstgewerbeschule besuchte. Der Archäologe Orazio Maruchi ermöglichte ihm den Zugang zu den Sammlungen des Vatikans, in denen er Kopien anfertigte, die so überzeugend waren, dass ihm eine Ausbildung zum Kirchenmaler vorgeschlagen wurde. Zu diesem Zweck wurde er Zögling im Kloster Tanzenberg bei Klagenfurt. 1899 zog er nach Wien und schrieb sich an der Wiener Akademie in der Allgemeinen Malerschule bei Christian Griepenkerl ein. Um 1900 entwarf er Stollwerck-Sammelbilder für den Kölner Schokoladenproduzenten Ludwig Stollwerck. Nach einer Ungarnreise inskribierte er sich 1902 bei Alfred Roller an der Kunstgewerbeschule des k. k. Museums für Kunst und Industrie. 1905 studierte er kurzzeitig an der Münchner Akademie bei Professor Marr, kehrte aber 1906 zu William Unger an die Wiener Akademie zurück. Der Durchbruch gelang ihm durch innovative Bilder in Schablonenspritztechnik, inspiriert von der Zeitschrift The Studio. 1906 stellte er an der Wiener Secession aus – ohne je Mitglied zu werden – und arbeitete als Mitarbeiter der Wiener Werkstätte, wo er neben Koloman Moser und Josef Hoffmann wirkte. Sein bedeutendstes Werk für die WW war der Tierfries für das Kinderzimmer im Palais Stoclet in Brüssel. Bei der Kunstschau Wien 1908 präsentierte er erste Farbholzschnitte, denen 1909 eine Serie von Tieren aus dem Tiergarten Schönbrunn folgte. Internationale Erfolge folgten: 1911 Grafikerpreis in Rom, goldene Medaille in Amsterdam, 1914 Staatsmedaille bei der Bugra in Leipzig, 1915 Silber- und Bronzemedaille in San Francisco. Auch Entwürfe für Gmundner Keramik zeugen von seiner Design-Vielseitigkeit. 1911 erhielt er die Professur für Graphische Kunst in Frankfurt und stellte dort Ansichten der Stadt. 1912 kehrte er nach Wien zurück, wo er Tapetenentwürfe, Exlibris und Tierholzschnitte schuf. Studienreisen führten ihn 1912 nach Bosnien und Herzegowina sowie 1914 nach Ungarn. Während des Ersten Weltkriegs wechselte er zu Zeichnungen mit Kohle, Kreide und Bleistift; 1915 leistete er Militärdienst in der Etappe. 1917 entstand die Mappe Tiere der Fabel, erweitert um Äsop-Illustrationen (1919 im Verlag Schroll). 1918 wurde er österreichischer Staatsbürger. Die 1920er Jahre brachten Reisen nach Deutschland, Holland, Italien und Jugoslawien sowie Publikationen wie Italienisches Skizzenbuch (1921) und Studien aus der Spanischen Hofreitschule (1922). Offenbar war er auch am Bauhaus in Weimar involviert, wie eine Lithografie in der 1919er Mappenmappe der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst zeigt. Ab 1924 war er Mitglied des Künstlerhauses Wien (Hagenbund), wo er ausstellte. Preise krönten sein Werk: 1930 Österreichischer Staatspreis und Goldene Ehrenmedaille der Genossenschaft der bildenden Künstler Wien, 1937 Großer Österreichischer Staatspreis; er zeigte die Zeichnung Dalmatinischer Esel auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München. 1938 emigrierte er nach Opatija, da sein Ariernachweis blockiert wurde und er wegen mutmaßlicher Kontakte zu Juden denunziert war. Seine Wohnung wurde von der Gestapo geräumt, 1945 sein Atelier zerstört; in Abwesenheit verurteilt wegen „staatsfeindlicher Betätigung“. Jungnickels Œuvre verbindet die dekorative Eleganz des Jugendstils (Ver Sacrum) mit der expressiven Tiermalerei und steht in der Tradition von Egon Schiele, August Eisenmenger und anderen Wegbereitern der Wiener Moderne. Seine Tiergrafik – von Schönbrunn-Tieren bis zu exotischen Landschaften – bleibt ein Höhepunkt der Graphik der Zwischenkriegszeit und der Exilkunst.Bitte beachten: Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu. Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.

Auction details

Masterpieces
Thursday, November 26
03:00 PM
Johannesgasse 9-13
1010 Vienna, Austria

Auction house

Widder Auktionen +4315124569 office@widderauktionen.com
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