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Karl & Faber

7 - David Teniers d. J. (1610 Antwerpen - Brüssel 1690), Kartenspielende Soldaten .

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David Teniers d. J. (1610 Antwerpen - Brüssel 1690), Kartenspielende Soldaten . Öl auf Kupfer, auf Holz gelegt, parkettiert. Ca. 56,5 x 71 cm. Signiert unten rechts. Wir danken Dr. Margret Klinge, die die Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes an David Teniers den Jüngeren nach Prüfung des Werks im Original bestätigt hat. Sie datiert das Gemälde in die Zeit von Teniers’ Aufenthalt in Brüssel in den 1670er Jahren. Ein schriftliches Gutachten vom Oktober 2026 liegt vor. Ein Tisch, einige Karten und eine kleine Gruppe von Soldaten genügen David Teniers dem Jüngeren, um aus einem alltäglichen Zeitvertreib eine ebenso lebendige wie fein beobachtete Bilderzählung zu entwickeln. Dicht um den Tisch versammelt, sind die Männer in ihr Spiel vertieft. Ihre Blicke wandern zwischen den Karten und den Mitspielern, Hände greifen ins Geschehen ein, Körper beugen sich vor oder lehnen sich erwartungsvoll zurück. Teniers schildert jenen flüchtigen Augenblick gespannter Aufmerksamkeit, in dem sich die Charaktere seiner Figuren wie beiläufig offenbaren. Soldaten, die sich abseits ihrer militärischen Pflichten beim Trinken, Rauchen, Würfeln oder Kartenspielen die Zeit vertreiben, gehören zu den wiederkehrenden Motiven im Œuvre des Künstlers. Bereits seit den 1630er und 1640er Jahren beschäftigte Teniers das Thema des Spiels in Wirtshäusern und Wachstuben. Darin steht er zunächst in der Tradition Adriaen Brouwers, dessen derbe Bauern- und Wirtshausszenen für seine frühe Entwicklung von großer Bedeutung waren. Teniers löste sich jedoch nach und nach von dessen oft karikierender Zuspitzung. Seine Figuren werden individueller, die Räume lichter und die Erzählungen subtiler; aus dem bäuerlichen Milieu entwickelt sich eine zunehmend kultivierte Genremalerei. Wie die „Versuchung des heiligen Antonius“ (Los 6) gehört auch das vorliegende Gemälde in Teniers’ spätes Schaffen der 1670er Jahre. In dieser reifen Phase treten neben die Bauern und Zecher seiner früheren Bilder zunehmend eleganter gekleidete Figuren und eine verfeinerte Schilderung ihrer Lebenswelt. Wie genau Teniers seine eigene Gegenwart wahrnahm, zeigt sich hier besonders schön: Die Soldaten erscheinen nicht in einer zeitlos gedachten militärischen Tracht, sondern als Männer ihrer Epoche. Auffällig ist etwa die blaue Schleife unter dem Kinn einer der Figuren – ein kleiner, farblich wirkungsvoller Akzent, der die modische Erscheinung des Mannes unterstreicht. Ebenso sorgfältig sind die dekorativen Details an seiner Hose wiedergegeben. Solche vermeintlichen Nebensächlichkeiten charakterisieren die Figuren, beleben die Farbigkeit und verankern die Szene fest in der Lebenswelt des späteren 17. Jahrhunderts. Dabei erzählt Teniers ausgesprochen ökonomisch. Er braucht weder große Gesten noch ein spektakuläres Ereignis. Das eigentliche Schauspiel entsteht aus dem Verhältnis der Figuren zueinander: Jeder scheint auf das Spiel auf seine Weise zu reagieren – konzentriert, abwartend, selbstbewusst oder neugierig. Die Karten werden zum Mittelpunkt einer kleinen sozialen Choreografie, die Teniers mit feinem Humor schildert, ohne seine Protagonisten der Lächerlichkeit preiszugeben. Einen besonderen Reiz gewinnt das Gemälde durch seinen Bildträger aus Kupfer. Teniers verwendete Kupfertafeln wiederholt für besonders fein ausgeführte Kabinettbilder; bemerkenswert ist hier jedoch das vergleichsweise große Format der Kupfertafel. Die vollkommen glatte Oberfläche erlaubt einen präzisen Farbauftrag und eine außerordentlich differenzierte Wiedergabe kleinster Details. Im vorliegenden Bild kommt dies den fein gesetzten Gesichtszügen ebenso zugute wie den Kostümen und ihren kleinen modischen Akzenten. Stoffe, Knöpfe, Schleifen und Karten lassen sich mit wenigen, sicheren Pinselzügen charakterisieren. Aus der Nähe offenbart sich eine erstaunliche Fülle malerischer Einzelheiten, während sich diese aus etwas größerer Distanz zu einer vollkommen geschlossenen Szene verbinden. Gerade hierin zeigt sich die Souveränität des späten Teniers. Die zurückgenommene Farbigkeit der Umgebung lässt die Figuren deutlich hervortreten. Einzelne helle Partien und farbige Akzente strukturieren die Gruppe und führen den Blick von Gesicht zu Gesicht und schließlich wieder zum Spiel auf dem Tisch. Nichts wirkt demonstrativ oder überladen. Wenige Figuren und Gegenstände reichen aus, um einen ganzen sozialen Mikrokosmos entstehen zu lassen. Die „Kartenspielenden Soldaten“ zeigen damit einen Teniers auf der Höhe seiner reifen Genrekunst. Aus einem denkbar einfachen Motiv entwickelt er mit leichter Hand ein dichtes Bild menschlicher Aufmerksamkeit und Geselligkeit. Es ist das scheinbar Beiläufige, das ihn interessiert – ein Blick, eine Handbewegung, eine blaue Schleife, die Haltung eines Spielers über seinen Karten. Aus solchen Details entsteht jene ebenso lebensnahe wie elegante Erzählkunst, die seine besten Genrebilder ausze

Auction details

Auction 347 | Old Masters & 19th Century Art
Thursday, November 12
02:00 PM
Amiraplatz 3
80333 Munich, Germany

Auction house

Karl & Faber +4989221868 info@karlundfaber.de
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