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Kanō-Schule: Ein japanischer, sechsteiliger bemalter Byobu-Paravent „Unryū-zu“ (Drache in den Wolken), Sumi-Tinte auf mit Blattgold überzogenem Papier, Edo, um 1800 H 173 – L 369,5 – T 2 cm (aufgeklappt) H 173 – L 62,5 – T 13 cm (zusammengeklappt) Ein monumentaler japanischer sechsflügeliger Byōbu (屏風), der der Kanō-Schule zugeschrieben wird und aus der Zeit um 1800 stammt. Die Darstellung gehört zur klassischen „Unryū-zu“-Tradition (雲龍図), wörtlich „Drache in den Wolken“. Der Drache erhebt sich aus einem weitläufigen Wolkenfeld, das mit Sumi-Tinte auf einem goldenen Untergrund gemalt ist, der aus einzelnen quadratischen Blättern Blattgold besteht. Im Laufe der Jahrhunderte hat der ursprüngliche goldene Untergrund etwas von seinem Glanz verloren und eine sanfte, matte Patina angenommen, was den historischen Charakter des Wandschirms unterstreicht. Das bemalte Feld wird traditionell von einer Einfassung aus Seidenbrokat eingerahmt. Besonders auffällig ist die freie, kraftvolle und fast spontane Pinselführung. In der Kanō-Tradition wurden chinesisch inspirierte Tuschemalerei, kraftvolle Pinselstriche und Goldhintergründe zu einer dramatischen Wirkung kombiniert. Bei der Darstellung von Drachen eigneten sich fließende Tusche, breite Pinselstriche und stimmungsvolle Verwaschungen besonders gut, um ein Wesen zu evozieren, das aus Regenwolken und Nebel hervortritt. Der ostasiatische Drache ist eng mit Wasser, Wolken und Regen verbunden. Als Regenbringer wurde er folglich zum Symbol für Fruchtbarkeit, reichhaltige Ernten und landwirtschaftlichen Wohlstand. Darüber hinaus verkörpert der Drache die mächtigen und sich ständig wandelnden Kräfte der Natur. Wolken wurden mit „Qi“, der lebenswichtigen kosmischen Energie, in Verbindung gebracht, während der Drache als wandelbare Manifestation des aktiven „Yang“-Prinzips verstanden werden konnte. In der buddhistischen Tradition tritt der Drache zudem als Beschützer der Lehren auf. In der Bildsprache des „Unryū“ kann Regen Weisheit heraufbeschwören, die wie Regentropfen vom Himmel herabfällt. Anstatt vollständig umrissen zu sein, scheint sich der Drache aus Wolken und Nebel zu materialisieren, bevor er sich wieder in ihnen auflöst. Das Bild wird so zu einer kraftvollen Verkörperung der Verwandlung und des Immateriellen: eine Urkraft, die sich nur für einen Augenblick in sichtbarer Form offenbart. Die Kombination aus monumentaler Größe, goldenem Hintergrund und bemerkenswert freier Pinselführung verleiht dem Wandschirm eine außergewöhnliche dramatische Präsenz: Der Drache ist nicht bloß vor den Wolken gemalt; er scheint buchstäblich aus ihnen geboren zu werden. Provenienz: - Eine belgische Privatsammlung, erworben bei einem japanischen Antiquitätenhändler (Kojima Antiques, Kyoto, Japan). Das Fehlen eines Zustandsberichts bedeutet nicht, dass sich ein Los in einwandfreiem Zustand befindet. Zustandsberichte werden auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Sie werden zusammen mit weiteren Abbildungen auf unserer Website unter www.coronariauctions.com veröffentlicht. Zustandsberichte werden als Service bereitgestellt; wir können nicht für Fehler in einem solchen Bericht haftbar gemacht werden. Die vollständige Liste der Zustandsberichte für diese Auktion ist unter folgender URL verfügbar: https://www.coronariauctions.com/en/condition-report/48 Weitere Fragen sind jederzeit willkommen unter info@coronariauctions.com