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Germaine Richier (Französin, 1904–1959) La Sauterelle, Moyenne, 1945 Bronze mit dunkelbrauner Patina signiert „G. Richier“ und nummeriert „6/8“ (auf dem Sockel); außerdem mit einem Stempel der Gießerei Valsuani versehen (auf dem Sockel) Höhe: 20 3/4 in. (52,7 cm) Aus dem Nachlass von Arthur Schleifer Jr., Boston, Massachusetts Dieses Los befindet sich in Philadelphia. Höhe: 20 3/4 in. Breite: 17 1/4 in. Tiefe: 27 in. Die Skulptur befindet sich insgesamt in einem sehr guten Zustand. Es gibt einige leichte Staubablagerungen und vereinzelte Verschmutzungen. An der Rückseite des Sockels, auf der rechten Seite der Figur, weist die Patina leichte Abplatzungen auf. Weitere Bilder sind auf Anfrage erhältlich. Anmerkung zum Los: Germaine Richier nimmt in der Bildhauerei des 20. Jahrhunderts einen einzigartigen Platz ein und transformiert die menschliche Figur durch eine Sprache der Fragmentierung, Hybridität und organischen Abstraktion. Richier, die im Atelier von Émile-Antoine Bourdelle ausgebildet wurde, beherrschte die Darstellung der Figur bereits früh, bevor sie sich in den Jahren um den Zweiten Weltkrieg herum zunehmend seltsamen und fantastischen Formen zuwandte, in denen menschliche und tierische Anatomien verschmolzen. Ihre Skulpturen der 1940er Jahre sind von hybriden Wesen bevölkert – teils Frau, teils Insekt, Vogel oder Pflanze –, mit denen sie konventionelle Ideale von Schönheit und der menschlichen Gestalt in Frage stellte. Das 1945 konzipierte Werk „La Sauterelle, Moyenne“ gehört zu dieser entscheidenden Schaffensphase und zählt zu Richiers symbolträchtigsten Schöpfungen. Das Werk zeigt eine kauernde, heuschreckenähnliche Figur, deren langgestreckte Gliedmaßen und kantiger Körper zwischen Stillstand und plötzlicher Bewegung zu schweben scheinen. Ihre Anatomie ist zugleich erkennbar menschlich und unverkennbar insektoid: Der Oberkörper beugt sich nach vorne, der Kopf ragt aus einem stark strukturierten Hals empor, und die langen, schlanken Gliedmaßen strecken sich nach außen, als würden sie sich auf einen Sprung vorbereiten. Richiers dunkle Patina und die grob bearbeitete Oberfläche lassen die Grenze zwischen Figur und Naturmaterial weiter verschwimmen und verleihen der Bronze das Aussehen von etwas Ausgegrabenem, Verwittertem oder Gewachsenem, anstatt von etwas, das auf herkömmliche Weise modelliert wurde. Die „Sauterelle“ entstand aus Richiers Faszination für die Insektenwelt, insbesondere für die Lebewesen, denen sie in den Landschaften Südfrankreichs begegnete. In ihrer Skulptur wurden diese Formen zu Trägern einer umfassenderen Auseinandersetzung mit Metamorphose und der Instabilität physischer Identität. Die Heuschrecke, die traditionell mit Leichtigkeit und Flug assoziiert wird, wird hier als kraftvolle, erdgebundene Präsenz dargestellt: angespannt, kantig und fast skelettartig. Ihr prekäres Gleichgewicht erzeugt ein spürbares Gefühl latenter Energie, als könnte die Figur jeden Moment von ihrem Sockel abspringen. „La Sauterelle, Moyenne“ ist für Richiers künstlerische Entwicklung von besonderer Bedeutung und markiert die Entstehung jener hybriden Formensprache, die für ihr reifes Schaffen von zentraler Bedeutung werden sollte. Richier schuf drei Hauptversionen dieses Motivs – die „petite“ im Jahr 1944, die „moyenne“ im Jahr 1945 und die „grande“ in den Jahren 1955–56 –, die jeweils die Spannung zwischen Tier und Mensch, Stabilität und Bewegung erforschen. Die vorliegende Skulptur ist Teil einer Auflage von acht Bronzeskulpturen. In „La Sauterelle, Moyenne“ verwandelt Richier die vertraute Gestalt der Heuschrecke in etwas, das zugleich primitiv, unheimlich und zutiefst lebendig ist. Das Werk veranschaulicht ihre radikale Neuinterpretation der skulpturalen Figur in der unmittelbaren Nachkriegszeit, als die Integrität des menschlichen Körpers selbst zum Gegenstand tiefgreifender künstlerischer und existenzieller Fragestellungen geworden war. Anstatt den Körper als idealisiertes Ganzes darzustellen, macht Richier ihn instabil und wandlungsfähig, schwebend zwischen menschlichen, tierischen und natürlichen Formen. Das Ergebnis ist eine Skulptur von bemerkenswerter körperlicher Spannung – fest in der Erde verwurzelt und doch scheinbar bereit, sich in Bewegung zu setzen.
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