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BERICHTIGUNG ZUM KATALOG [SAMMLUNG VON HOFPORTRAITS IN BLEISTIFT AUS DEM 16. JAHRHUNDERT]. Sammlung von vierzig Porträts von Persönlichkeiten aus dem Umfeld von Franz I., die um 1535–1540 entstanden sind, als Einzelblätter in ein Folio-Album (308 x 190 mm) aus weißem Papier eingelegt. Maße der Zeichnungen: ca. 280 x 190 mm. Im 17. Jahrhundert in braunes Halblammleder gebunden, Schnittkanten vergoldet. Aufbewahrt in einer Mappe mit Klappen aus rotem Halbmaroquinleder, Etui. ÄUSSERST SELTENER SAMMLBAND MIT PORTRAITS VON HOFLEUTEN UND MITGLIEDERN DES UMFELDS VON FRANZ I., DIE ZU DIESER ZEIT IN SCHWARZER STEIN- UND ROTSTIFTTECHNIK GEFERTIGT WURDEN. Seit den Arbeiten von Dimier (Histoire de la peinture de portrait en France au XVIe siècle, 1926) ist bekannt, welche bedeutende Rolle die Clouets, Vater und Sohn, bei der Entwicklung der Porträtkunst in Frankreich unter der Herrschaft von Franz I. spielten – eine Rolle, von der insbesondere die berühmte Sammlung von 360 Bleistiftzeichnungen von Jean und François Clouet zeugt, die in Chantilly aufbewahrt wird. Diese vom Meister nach dem Leben gezeichneten Bleistiftporträts dienten als Arbeitsgrundlage für die Ölporträts, die anschließend in der Werkstatt ausgeführt wurden. Die große Beliebtheit dieser Hofporträts ab den 1520er Jahren führte zur Entstehung von Sammlungen aus zweiter Hand, die nach den Originalen angefertigt wurden und die wiederum von den Malern verwendet wurden, um die zahlreichen geforderten Bildnisse – Gemälde, Miniaturen, Emaillearbeiten – auszuführen… Von diesen Kopiensammlungen hat Dimier neunzehn heute noch erhaltene Exemplare erfasst und ausführlich beschrieben; sie sind alles, was uns von einem Werkbestand überliefert ist, der nach Ansicht des Autors „beträchtlich gewesen sein muss“. Die vorliegende Sammlung, die Nr. 5 seiner Liste in chronologischer Reihenfolge der Entstehung, ist offenbar die einzige oder eine von nur zwei, die sich noch in Privatbesitz befinden. Bekannt unter dem Namen „Recueil d’Orange“ nach der legendären Aufschrift auf dem Etikett auf der Rückseite des Einbands – „Teeken (ingen) dor W(illem) de II prins v(an) Orany (en)“, also „Zeichnungen von Wilhelm II., Prinz von Oranien“ – soll er einer anderen Überlieferung zufolge aus den Sammlungen Karls I. von England stammen. Weitaus plausibler ist die mit Tinte verfasste Notiz auf einem losen Blatt am Anfang des Albums, wonach es am 23. September 1751 in Amsterdam bei der Versteigerung des Kabinetts von Henrik Tersmitten angeboten wurde, zusammen mit der Katalognummer, die die Zeichnungen Hans Holbein zuschrieb – ein damals weit verbreiteter Irrtum. Der Band gelangte nach England und befand sich im 18. Jahrhundert im Besitz des großen Sammlers John Towneley (1697–1782), im folgenden Jahrhundert dann im Besitz von J.-P. Heseltine, in dessen Händen er sich 1924 befand. Er enthielt damals 42 Stücke. „Die Zeichnungen dieser Sammlung liegen als lose Blätter vor, die zwischen Seiten aus weißem Papier eingelegt sind. Daher ist weder ihre Anzahl noch die Reihenfolge, in der sie angeordnet sind, garantiert so alt wie der Einband. Zudem belegen die auf der Rückseite dieser Zeichnungen festgestellten Markierungen, dass sie ursprünglich in einer anderen Reihenfolge angeordnet waren. Ich hätte diese ursprüngliche Reihenfolge im Katalog beibehalten, wenn das Fehlen von Markierungen auf der Rückseite mehrerer Zeichnungen nicht daran gehindert hätte, sie perfekt wiederherzustellen […] Die Schriftart ist dieselbe wie in der Sammlung des Kabinetts1. Die gleichen Abbildungen finden sich von einer Sammlung zur anderen mit größerer Beständigkeit wieder als anderswo. Das Vorkommen der vier Gié, des Propstes von Paris und von M. de Penthièvre ist für diese Sammlungen charakteristisch. Was das Datum betrifft, so muss hier alles wiederholt werden, was bereits über die Sammlung des Kabinetts gesagt wurde. „Die Sammlung von Orange nimmt aus ikonografischer Sicht einen guten Rang ein. Die Briefe sind authentisch, und unter den Abbildungen finden wir Monsieur und Madame de Vascay, die einzigartig sind. Ebenfalls einzigartig ist die Nummer 26, deren Name leider in keinem Brief genannt wird“ (Dimier). Laut dem Kunsthistoriker Etienne Moreau-Nélaton, der die Sammlung 1924 bei J.-P. Heseltine untersuchte, „ist es wahrscheinlich, dass die Zeichnungen damals [zur Zeit des Tersmitten-Verkaufs im 17. Jahrhundert] fest mit dem Einband verbunden waren. In ihrem heutigen Zustand handelt es sich um lose Blätter, die in ein Buch eingebunden sind, an dem sie jedoch nicht haften. Die Rückseite einiger Zeichnungen weist Flecken auf, die durch die Reibung der benachbarten Blätter entstanden sind, und ich vermute, dass ihre Loslösung von der Bindung, die sie miteinander verband, darauf abzielte, ihren Verfall aufzuhalten“ (Les Clouet et leurs émules). Einband stark abgenutzt, das Leder am Rücken fehlt. Restaurierung mit kleiner Lücke im Buchstaben (Nr. 7). Buchstabe ausgeschnitten, aber vorhanden (Nr. 12 und Nr. 14). Buchstabe fehlt (Nr. 26). Beschädigung des Buchstabens (Nr. 29, Nr. 33, Nr. 40). Randrestaurierung (Nr. 35, Nr. 40). Einige Stockflecken und Flecken. Berichtigung zum Katalog: Die beiden Buchdeckel sind abgelöst. Etikett mit der mit Tinte geschriebenen Aufschrift „QQQQ“ auf dem vorderen Buchdeckel. Exlibris von John Towneley und John Posgle Heseltine.
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