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Katharina von Alexandrien Um 1700 Terrakotta, unglasiert Höhe 27,8 cm Teilweise Beschädigungen, fehlende Finger Katharina von Alexandrien gehört zu den bedeutenden jungfräulichen Märtyrerinnen der christlichen Überlieferung. Der Legende zufolge war sie eine gebildete Königstochter, die zu Beginn des 4. Jahrhunderts ihren Glauben gegenüber dem römischen Kaiser verteidigte und in einem Disput heidnische Gelehrte überzeugte. Nach dem Scheitern ihrer Hinrichtung auf einem Rad wurde sie enthauptet. Als Vorbild geistiger Standhaftigkeit und christlicher Weisheit wurde sie besonders als Schutzpatronin der Gelehrten und Studierenden verehrt. Ihre Lebensgeschichte ist vor allem durch spätere legendäre Überlieferungen geprägt. Die Terrakottaskulptur zeigt die Heilige auf einer Plinthe stehend, in einem rüstungsartig gestalteten Gewand und einem kunstvoll drapierten, an der Innenseite mit Fell besetzten Mantel. Die kostbare Kleidung unterstreicht ihre königliche Herkunft. Ihr rechter Fuß ruht auf einem gekrönten Kopf mit geöffnetem Mund, unter dem sich Teile eines Fellkragens abzuzeichnen scheinen. Dieser lässt sich als Darstellung des kaiserlichen Verfolgers verstehen, der in der Katharinenikonografie häufig als Maxentius bezeichnet wird. Krone und Fellkragen betonen dessen weltlichen Rang, während Katharinas Haltung ihren geistlichen Triumph über den heidnischen Herrscher versinnbildlicht. Beide Hände sind erhoben; besonders die rechte entfaltet einen verweisenden, möglicherweise argumentierenden Gestus, der an Katharinas legendäre Beredsamkeit erinnert. Eine am Hinterkopf ausschwingende Haarsträhne belebt die Silhouette. Die diademartige Kopfbedeckung verweist auf ihre königliche Herkunft, während das rüstungsähnliche Gewand ihren kämpferischen Mut zum Glauben betont. Die bewegte Draperie und die dynamische Gestik verleihen der kleinen Barockfigur einen lebhaften Ausdruck. Terrakotta war um 1700 ein wichtiges Material der bildhauerischen Werkstattpraxis. Der leicht formbare Ton erlaubte es, Körperhaltungen, Gesten und Faltenwürfe unmittelbar zu entwickeln und zu verändern. Durch das Brennen konnten solche Bozzetti dauerhaft bewahrt werden. Neben vorbereitenden Modellen entstanden auch selbstständige Kleinplastiken, wie beispielsweise dieses Stück.
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