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Schlafende Nymphe Nach Giambologna Frankreich, 17./18. Jahrhundert Eichenholz, geschnitzt Länge 56 cm, Höhe 32 cm Giambologna (1529–1608), der aus den südlichen Niederlanden stammende und vorwiegend in Florenz tätige Bildhauer, gehört zu den bedeutendsten Vertretern des europäischen Manierismus. Seine elegant bewegten Figuren und die differenzierte Modellierung des menschlichen Körpers prägten die Skulptur weit über seine Lebenszeit hinaus. Besonders seine kleinformatigen Bronzen verbreiteten sich durch Werkstattgüsse, Wiederholungen und spätere Nachbildungen in europäischen Sammlungen. Die vorliegende Holzskulptur veranschaulicht die Übertragung eines solchen Figurenmodells in ein anderes Material. Das Thema der schlafenden Nymphe bot Gelegenheit, den weiblichen Körper in einer zugleich ruhenden und kunstvoll bewegten Haltung darzustellen. Im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts konnte eine solche Figur dem Interesse an italienischer Skulptur, antiken Bildthemen und der dekorativen Ausstattung privater Räume entsprechen. Auf einer gepolsterten, klineartigen Liege ruht eine nackte Frauenfigur auf einem Tuch, das zwischen den locker gespreizten Beinen durchgeführt ist. Ihre rechte Hand greift nach dem Stoff und ruht an der linken Wade, während der linke Arm über den Kopf geführt ist und diesen im Schlaf zu stützen scheint. Auch die linke Hand fasst das Tuch, das vom Hinterkopf entlang des Körpers herabgeführt wird. Darunter treten gewellte Haarsträhnen hervor. Der Kopf ist zurückgeneigt, das Gesicht nach oben gewandt. Geschlossene, deutlich modellierte Lider, eine markante gerade Nase und ein voller, leicht geöffneter Mund über einem kurzen Kinn charakterisieren die Schlafende. Besonders sorgfältig sind die weichen Übergänge an Gliedmaßen und Torso ausgearbeitet. Die ruhige Körpermodellierung kontrastiert mit den bewegten Stofffalten und der Polsterung der Liege; die gegeneinander versetzten Arme und Beine verleihen der Figur trotz ihres Schlafs eine spannungsvolle Haltung. Die Holzskulptur ist eine qualitätvolle Wiederholung nach Giambolognas Modell der „Schlafenden Nymphe“, das sowohl als Einzelfigur als auch in einer um einen Satyr erweiterten Komposition überliefert ist. Ein Bronzeexemplar der allein lagernden Frau bewahrt die Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, datiert um 1600 (Inv.-Nr. 7243). Die „Schlafende Nymphe mit Satyr“ ist unter anderem in einer Ausführung Antonio Susinis nach Giambolognas Modell in der National Gallery of Art in Washington (Inv.-Nr. 2022.181.32) erhalten. Diese Varianten zeigen, wie der ruhende weibliche Akt entweder für sich betrachtet oder in einen erzählerischen Zusammenhang gestellt werden konnte. Die Haltung erinnert außerdem an die antike „Schlafende Ariadne“ in den Vatikanischen Museen (Inv.-Nr. 548), die wegen ihres schlangenförmigen Armreifs lange als Kleopatra gedeutet wurde. Der über den Kopf geführte Arm und die zurückgelehnte Haltung gehören zu diesem traditionsreichen Repertoire schlafender Frauenfiguren. Giambolognas Nymphe greift solche antiken Anregungen auf, gestaltet sie jedoch zu einem weitgehend unbekleideten, intimen Figurenmodell um.
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