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Romanische Doppelsäule mit maskenverziertem Doppelkapitell Frankreich 12./13. Jahrhundert Kalkstein Höhe 215 cm, Breite 56 cm, Tiefe 37 cm Die Bauplastik nahm in der französischen Romanik eine zentrale Stellung ein. An Kirchenportalen, Kapitellen und in Kreuzgängen verbanden sich architektonische Funktionen mit figürlichen und ornamentalen Bildprogrammen. Neben biblischen Szenen begegnen Tiere, fantastische Wesen und menschliche Köpfe in vielfältiger Verbindung mit pflanzlichem Dekor. Charakteristisch sind die Anpassung der Motive an die vorgegebene Steinform, ihre betonte Stilisierung und das Wechselspiel zwischen flächigem Ornament und plastisch hervortretenden Figuren. Das vorliegende Architekturstück besteht aus zwei schlichten, zylindrischen Säulenschäften auf einer gemeinsamen, durch Wülste und kantige Übergänge gegliederten Basis. Darüber erhebt sich ein Doppelkapitell mit durchlaufender Deckplatte. Ein Band aus flach gearbeiteten, fünfblättrigen Blütenrosetten bildet den oberen Abschluss. Darunter treten frontal ausgerichtete Maskenköpfe mit markanten Gesichtszügen und teilweise geöffneten Mündern hervor. Manche haben lange und große Ohren, während andere aus geschwungenem Blattwerk hervortreten. Große, stilisierte Blätter umfangen die beiden Kapitellkörper und vermitteln zwischen den schmalen Schäften und dem breiteren Abschluss. Die grotesken Maskenköpfe können neben ihrer ornamentalen Wirkung unterschiedliche Bedeutungen getragen haben. Für das vorliegende Stück lässt sich eine moralisch mahnende Bedeutung erwägen. Eine apotropäische, also unheilabwehrende Funktion bleibt ebenfalls denkbar. Typologische und motivische Vergleichspunkte bieten französische Doppelkapitelle im Metropolitan Museum of Art und den Met Cloisters. Das um 1140–1160 datierte „Doppelkapitell mit Masken und Vögeln“ aus dem Languedoc (Inv.-Nr. 28.81) verbindet hervortretende Köpfe mit einer vegetabilen Kapitellstruktur. Das „Doppelkapitell mit Vögeln“ aus Saint-Gaudens in der Gascogne (Inv.-Nr. 49.56.9), datiert in das 12./13. Jahrhundert, veranschaulicht die Verwendung solcher Kapitelle über paarweise angeordneten Säulenschäften in einem Kreuzgang. Diese Beispiele stellen das vorliegende Stück in einen vergleichbaren französischen Formenzusammenhang.
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