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Museales palmyrenisches Grabrelief einer reich geschmückten Frau Palmyra, 3. Jahrhundert n. Chr. Syrien, römische Epoche Weißer Kalkstein, im Hochrelief gearbeitet Höhe 55 cm, Breite 40 cm, Tiefe 16 cm Teilweise unvollendet, insbesondere im Bereich zwischen der linken Hand und dem Ohr; Beschädigungen und Fehlstellen Provenienz: Hôtel Drouot, Paris, Auktion Pescheteau-Badin-Ferrien, 9. März 1983, Los 114. Originalrechnung von 1983 vorhanden. Palmyra gehörte in den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten zu den bedeutenden Handelszentren des römischen Ostens. Die syrische Oasenstadt verband über ihre Karawanenwege den Mittelmeerraum mit Mesopotamien und entwickelte eine eigenständige Bildkultur, in der lokale Traditionen und griechisch-römische Formen zusammenwirkten. Ihr Wohlstand fand besonderen Ausdruck in aufwendig ausgestatteten Grabanlagen und den darin verwendeten Portraitreliefs. Diese meist aus lokalem Kalkstein gearbeiteten Reliefplatten verschlossen die einzelnen Bestattungsnischen, sogenannte Loculi, in gemeinschaftlichen Grabbauten. Sie zeigten die Verstorbenen häufig als frontal ausgerichtete Halbfiguren, begleitet von kurzen Inschriften mit Namen und familiärer Abstammung. Gewänder, Schmuck und Attribute machten zugleich gesellschaftlichen Rang und Vorstellungen von persönlicher beziehungsweise familiärer Identität sichtbar. Das vorliegende, fragmentarisch erhaltene Hochrelief zeigt eine reich gekleidete Frau mit großen, mandelförmigen Augen, kräftig ausgearbeiteten Lidern und betonten Brauen. Der volle Mund und die klare Gliederung der Gesichtszüge verleihen ihr eine eindringliche Präsenz. Kopf und Oberkörper sind weitgehend frontal ausgerichtet. Ihre linke Hand ist an die Wange geführt, während die rechte vor dem Körper eine Stofffalte umfasst. Über einem vergleichsweise flach gearbeiteten Untergewand liegt ein Mantel beziehungsweise Schleiertuch mit dicht gestaffelten, teilweise diagonal verlaufenden Falten. Eine auffällige Schließe an der linken Schulter akzentuiert die Drapierung. Mehrere Halsketten, Ohrringe und ein Armreif ergänzen die kostbare Ausstattung. Ein ornamentierter Reif erscheint über dem gestaffelten Haupthaar und verbindet sich mit der sorgfältig geordneten Frisur. Der reiche Schmuck lässt an eine Angehörige einer wohlhabenden palmyrenischen Familie denken. Einen besonders anschaulichen Vergleich bietet das Grabrelief der Ummayat im Louvre, datiert in das späte 2. Jahrhundert n. Chr. (Inv.-Nr. AO 2196). Auch dort führt die reich geschmückte Frau eine Hand an die Wange, eine im funerären Zusammenhang als Ausdruck von Trauer gedeutete Geste. Für einen Vergleich des ornamentierten Stirnreifs und der Schulterschließe lässt sich außerdem das Relief der ‘Alayyat im Metropolitan Museum of Art, um 150–200 n. Chr., heranziehen (Inv.-Nr. 02.29.5). Beide Werke mit sehr verwandter Gestik und Ausführung veranschaulichen die Bildtradition, innerhalb derer sich das vorliegende FrauenPortrait einordnen lässt.
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