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Museale Truhe mit geometrischen Intarsien Norditalien, wohl Lombardei Ende des 15. Jahrhunderts Korpus aus massivem Nussholz, geometrisch-linear intarsiert in Ahorn und gekochtem Birnbaumholz Originale Inneneinteilung, Schubladen später ergänzt Beschläge, Bänder und Tragegriffe später ergänzt Schlossmechanismus fehlt Höhe 55 cm, Breite 114 cm, Tiefe 55 cm Restaurierungen, Fehlstellen Truhen gehörten im Italien des späten Mittelalters und der Renaissance zu den wichtigsten Verwahrmöbeln. Sie dienten der Aufbewahrung von Kleidung, Wäsche, Dokumenten und Wertgegenständen und konnten zugleich den Wohlstand eines Haushalts sichtbar machen. Auch als Aussteuertruhen fanden sie Verwendung. Der massive Nussholzkorpus wird durch geometrisch-lineare Einlagen aus helleren Hölzern bereichert. Auf der Innenseite des Deckels bilden vier quadratische Motive eine größere, miteinander verschränkte Komposition, die durch Verbindungslinien in die umgebende Rahmung eingebunden ist. Der Kontrast zwischen dunklem Grundholz und hellen Intarsien betont die klare Ordnung des Dekors. Die erhaltene Inneneinteilung mit später ergänzten Schubladen ermöglicht eine getrennte Verwahrung unterschiedlicher Gegenstände. Die eisernen Beschläge setzen zusätzliche dekorative Akzente. Vom mittigen Schlossbeschlag gehen bandartige Ausläufer mit rundlichen, durchbrochen gearbeiteten Endplatten aus. Drei weitere Beschläge tragen herzförmige Ringgriffe. Auf der Deckelinnenseite wiederholt sich die Verbindung von bandförmigen Elementen und durchbrochenen Zierplatten im Bereich der Schließvorrichtung. Ein besonders enger Vergleich findet sich in den Raccolte Artistiche des Castello Sforzesco in Mailand (Inv.-Nr. Mobili 5). Beide Truhen zeigen auf der Deckelinnenseite helle, miteinander verschränkte Quadrat- und Rautenmotive sowie eine nahezu übereinstimmende Anordnung der bandförmigen Eisenbeschläge mit kreisrunden, durchbrochenen Zierplatten. Auch der zentrale Schlossbeschlag mit vier ausgreifenden Armen und die herzförmigen Ringgriffe der Front entsprechen demselben Gestaltungstypus. Das hier vorgestellte Objekt ist im Dekor allerdings noch zurückhaltender. Ein weiteres Vergleichsstück bewahrt das Museo di Palazzo Venezia in Rom (Inv.-Nr. 1135). Die dort als Arbeit einer lombardischen Werkstatt vom Ende des 15. beziehungsweise Beginn des 16. Jahrhunderts eingeordnete Nussholztruhe besitzt ebenfalls aufwendige, durchbrochene Metallbeschläge und geometrische Intarsien aus unterschiedlichen Holzarten im Inneren. Der Museumskatalog ordnet sie einer zusammengehörigen Gruppe von Truhen, darunter Exemplaren mit Schubladen, zu, deren Herstellung die Forschung lombardischen Werkstätten zuschreibt. Diese Vergleiche sprechen dafür, auch das vorliegende Möbel im Zusammenhang mit der lombardischen Truhenproduktion um 1500 zu betrachten.
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