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live 1. Dezember | 03:00 PM
Tiberius auctions

59 - Francesco Lorenzi

Startpreis

6.000 €

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Schätzungen

6.000 - 12.000 €

Verkaufsgebühren

31 %

Francesco Lorenzi 1723 - 1787, zugeschrieben Die Gnade des Scipio Öl auf Leinwand, dubliert 122,2 x 147,4 cm, mit Rahmen 142 x 169 cm Provenienz: Schloss Laudon, Wien Francesco Lorenzi gehört zu den Vertretern der venezianisch geprägten Malerei des 18. Jahrhunderts. Nach seiner ersten Ausbildung in Verona arbeitete er in der Werkstatt Giovanni Battista Tiepolos in Venedig, dessen Bildsprache sein Schaffen nachhaltig beeinflusste. Als Maler religiöser und profaner Themen sowie als Freskant übertrug er die bewegten Kompositionen und die leuchtende Farbigkeit seines Lehrers in eine eigene, dekorativ wirkungsvolle Ausdrucksweise. Das Lorenzi zugeschriebene Gemälde behandelt eine berühmte Episode aus dem Leben des römischen Feldherrn Publius Cornelius Scipio, des späteren Scipio Africanus. Nach der Eroberung von Neu-Karthago, dem heutigen Cartagena, im Jahr 209 v. Chr. wurde ihm eine junge Gefangene zugeführt. Als er erfuhr, dass sie mit dem keltiberischen Adeligen Allucius verlobt war, gab er sie diesem unversehrt zurück. Das von ihren Angehörigen angebotene Lösegeld überließ er dem Paar als Hochzeitsgabe. Die als „Großmut“ oder „Enthaltsamkeit des Scipio“ bekannte Geschichte wurde zu einem Sinnbild für Selbstbeherrschung und die verantwortungsvolle Ausübung von Macht. In pyramidaler Anordnung versammelt sich die Figurengruppe um den etwas erhöht auf einer Bodenplatte sitzenden Feldherrn. Sein geschmückter Helm mit Federbusch ist tief in die Stirn gezogen; das rote Gewand und der Faltstuhl heben seine Stellung hervor. Rechts steht die junge Frau, deren Umhang von einem Diener gehalten wird. Ihre rechte Hand ruht in der linken ihres neben ihr stehenden Verlobten, der seine rechte Hand dem Feldherrn entgegenstreckt und dessen Hand umschlossen hat. Diese Verbindungen der Hände machen die Zusammenführung des Paares zum Mittelpunkt der Handlung. Hinter Scipio erscheint ein älterer Mann in einem leuchtend ockerfarbenen und blauen Gewand mit turbanartiger Kopfbedeckung. Weitere Figuren mit einem osmanisch anmutenden Turban und militärischer Ausstattung ergänzen die Gruppe. Links trägt ein Diener eine kleine Truhe, die im Zusammenhang mit der Erzählung als Hinweis auf das angebotene Lösegeld verstanden werden kann. Pfeil und Bogen, Karaffen, Teller und Vasen am linken Bildrand lassen zugleich an die Beute des siegreichen Heeres denken. Im Hintergrund erheben sich berittene Soldaten mit federgeschmückten Helmen und Standarten mit blauen und weißen Tüchern; rechts öffnet sich der Blick auf eine Stadt. Die leuchtenden Ocker-, Blau- und Rottöne setzen wirkungsvolle Akzente innerhalb der vielfigurigen Szene. Antikisierende Rüstungen und fantasievoll gestaltete Gewänder verbinden sich zu einer theatralischen Historieninszenierung, wie sie in der venezianischen Malerei des 18. Jahrhunderts geschätzt wurde. Das Thema bot dabei sowohl Gelegenheit zur Darstellung kostbarer Stoffe und militärischer Pracht als auch zur Vermittlung eines moralischen Ideals. Für die Ausstattung herrschaftlicher Räume eignete sich Scipios Großmut besonders als Beispiel eines Siegers, dessen wahre Größe sich in seiner Selbstbeherrschung und Freigiebigkeit erweist.

Auktion

23. Tiberius Auction - Day 1
Dienstag, 1. Dezember
03:00 PM
Neue-Welt-Gasse 21-23
1130 Wien, Österreich

Auktionshaus

Tiberius auctions +4318904951 office@tiberius-auctions.com
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