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Francesco Trevisani 1656-1746, zugeschrieben Madonna mit Kind und Johannesknaben Öl auf Leinwand, dubliert 70 x 95 cm, mit Rahmen 90 x 115 cm Rückseitiges Etikett: „1840 in Rom erworben von dem hochwohlgeborenen Geistlichen Henry Legge“ Francesco Trevisani zählt zu den bedeutenden Vertretern der römischen Malerei des späten Barock und frühen 18. Jahrhunderts. In Venedig ausgebildet und seit 1678 in Rom tätig, entwickelte er unter dem Einfluss Carlo Marattas eine besondere Bildsprache, die von anmutig dargestellten Figuren und zarter Farbigkeit geprägt ist. Seine religiösen Darstellungen verbinden dabei idealisierte Schönheit mit einer gefühlvollen Auffassung des Geschehens. Das Gemälde zeigt Maria, das schlafende Jesuskind und den Johannesknaben in einer pyramidalen Komposition vor dunklem Hintergrund. Eine gezielte Lichtführung hebt die Figuren hervor und verleiht der Szene eine intime Atmosphäre. Im Mittelpunkt liegt das Jesuskind in einer Wiege, sein Haupt von einem angedeuteten Nimbus umgeben. Maria, in ein rotes Gewand und einen blauen Mantel gekleidet, blickt sanft auf ihren Sohn herab und breitet ein Tuch über ihn. Ihre feingliedrigen Hände mit den leicht gespreizten Fingern unterstreichen die behutsame Bewegung. Links hinter ihr erscheint eine Lilie als Zeichen ihrer Reinheit. Neben der Wiege steht der Johannesknabe mit erhobener linker Hand. In seiner rechten hält er einen Stab mit einer Banderole, auf der „ECCE AGNUS“ zu erkennen ist. Die Inschrift verweist auf die Worte „Ecce Agnus Dei“ - „Seht das Lamm Gottes“ - und damit auf die spätere Rolle Christi als Erlöser. Die seit der Renaissance verbreitete Dreiergruppe verbindet mütterliche Zuwendung mit der prophetischen Rolle des Johannes; der Schlaf des Jesuskindes könnte sich als Vorausdeutung auf dessen Passion verstehen lassen.
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