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live 1. Dezember | 03:00 PM
Tiberius auctions

23 - Willem van Aelst

Startpreis

15.000 €

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Schätzungen

15.000 - 30.000 €

Verkaufsgebühren

31 %

Willem van Aelst 1627 - 1683, zugeschrieben Der Besuch Christi im Haus von Maria und Martha Öl auf Leinwand 150 x 230 cm, mit Rahmen 156,5 x 235,5 cm Signaturreste unten links Gutachten von Prof. Emerich Schaffran von 1951 Willem van Aelst zählt zu den bedeutenden niederländischen Stilllebenmalern des 17. Jahrhunderts. In Delft geboren und bei seinem Onkel Evert van Aelst ausgebildet, trat er 1643 der dortigen Lukasgilde bei. Nach einem Aufenthalt in Frankreich führte ihn sein Weg nach Italien, wo er in Florenz für die Medici tätig war. 1656 kehrte er in die Niederlande zurück und ließ sich wenig später in Amsterdam nieder. Sein vielseitiges Schaffen umfasst Blumen- und Früchtestillleben ebenso wie Darstellungen von Jagdbeute und kostbaren Gegenständen. Besonders geschätzt wurden seine ausgewogenen Kompositionen und seine Fähigkeit, unterschiedliche Oberflächen mit großer malerischer Präzision wiederzugeben. Das vorliegende, van Aelst zugeschriebene Gemälde verbindet ein reich ausgestattetes Küchenstillleben mit dem Besuch Christi im Haus von Maria und Martha. Die im Lukasevangelium geschilderte Begebenheit stellt zwei unterschiedliche Formen der Hinwendung zu Christus gegenüber: Während Martha für die Bewirtung sorgt, lauscht Maria seinen Worten. Als Martha darum bittet, ihre Schwester möge ihr bei der Arbeit helfen, verweist Christus auf den besonderen Wert des Zuhörens und der geistigen Zuwendung. In der christlichen Bildtradition lässt sich die Szene entsprechend als Gegenüberstellung von tätigem und beschaulichem Leben deuten. Die Figurengruppe nimmt die linke Bildhälfte ein. Christus sitzt in blauem Gewand und rotem Mantel vor einem offenen Feuer und erhebt im Gespräch die linke Hand. Zu seinen Füßen kniet Maria mit vor der Brust erhobenen Händen und ineinander verschränkten Fingern. Maria ist als Rückenfigur dargestellt, wobei ihr Gesicht nur im schmalen Profil sichtbar ist. Ihre Haltung lenkt den Blick auf Christus. Hinter ihm steht Martha, deren hinweisende Geste das Gespräch begleitet. Ein Säulenmotiv mit Gesims und ein drapierter Vorhang verleihen der Szene einen repräsentativen architektonischen Rahmen. Die rechte Bildhälfte beherrscht ein üppiges Arrangement von Lebensmitteln und Gefäßen. Große blau-weiße Teller und ein mit Krautköpfen und Kohlrabi gefüllter Gemüsekorb stehen neben einer Schweinshaxe, einem herabhängenden Fischstück, erlegten Wildvögeln und einem toten Hasen. Vor dem Tisch erweitern Bottiche, eine Schale mit einem Fisch und mehrere Keramikkrüge die Darstellung in den Vordergrund. Ein zusammengebundenes Spargelbündel, Gurken und ein Salatkopf ergänzen die Fülle; geöffnete Austern liegen in einem großen korbartigen Behältnis. Die Vielfalt der Formen und Materialien macht den häuslichen Vorrat zum eigenständigen bildnerischen Thema. Zugleich lässt sich die Überfülle der Speisen auf Marthas Sorge um die Bewirtung beziehen und damit unmittelbar mit der biblischen Handlung verbinden. Die Verbindung von Gemüse, Fisch und Jagdbeute bietet Gelegenheit zu einer differenzierten Wiedergabe von Stofflichkeit: Glatte Keramik steht neben unregelmäßigen Blattformen, glänzende Austernschalen neben Federn und Fell. Diese Aufmerksamkeit für die materielle Erscheinung der Dinge berührt wesentliche Qualitäten der Stilllebenkunst van Aelsts, dessen Jagdstillleben insbesondere durch ihre sorgfältige Ausführung und kompositorische Perfektion bekannt wurden. Charakteristisch für seine Werke ist zudem eine kühle Palette aus Blau-, Mauve- und Grüntönen, die vermutlich durch seine Aufenthalte in Frankreich und Italien geprägt wurde. Einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Stilllebenmalerei leistete er durch seine asymmetrischen Arrangements, deren dynamische Diagonalen den Bildaufbau beleben. Diese Kompositionsweise wurde von seinen Nachfolgern aufgegriffen und weitergeführt. Von der Bedeutung der Jagdthematik innerhalb seines Schaffens zeugen mehr als sechzig bekannte Jagdstillleben. Ein anschauliches Vergleichsbeispiel für die Verbindung von Jagdbeute und sorgfältiger Komposition bietet das Stillleben mit erlegtem Wild von 1661 in der National Gallery of Art in Washington (Inv.-Nr. 1982.36.1). Nach dem Gutachten von Prof. Emerich Schaffran aus dem Jahr 1951 ist die Stilllebenpartie als eigenhändige Arbeit van Aelsts anzusehen. Die Figuren schreibt Schaffran hingegen vermutlich einem Florentiner Maler zu, mit dem van Aelst während seiner italienischen Schaffenszeit zusammengearbeitet haben könnte. Dieser Einschätzung zufolge wäre das Gemälde als Zusammenarbeit zu verstehen, in der sich niederländische Stilllebenmalerei und italienische Figurenmalerei zu einer großformatigen biblischen Inszenierung verbinden.

Auktion

23. Tiberius Auction - Day 1
Dienstag, 1. Dezember
03:00 PM
Neue-Welt-Gasse 21-23
1130 Wien, Österreich

Auktionshaus

Tiberius auctions +4318904951 office@tiberius-auctions.com
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