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Ferdinand Bol 1616 - 1680, zugeschrieben Ovales Herrenportrait nach Rembrandt Öl auf Leinwand, dubliert 69 x 55,5 cm, mit Rahmen 71 x 62 cm Ferdinand Bol zählt zu den bedeutenden Schülern Rembrandts und den gefragten Portrait- und Historienmalern des niederländischen 17. Jahrhunderts. Der in Dordrecht geborene Künstler trat vermutlich um 1636 in Rembrandts Amsterdamer Werkstatt ein und etablierte sich um 1642 als selbstständiger Meister. Besonders seine frühen Arbeiten stehen dem Vorbild seines Lehrers nahe: Die ausgeprägten Hell-Dunkel-Kontraste und die eindringliche Charakterisierung der Figuren führten dazu, dass einige seiner Werke zeitweise für Arbeiten Rembrandts gehalten wurden. Das Bol zugeschriebene ovale Herrenportrait greift einen Bildnistypus auf, der an Rembrandts Selbstbildnisse mit dunklem Barett erinnert. Der Dargestellte erscheint in leichter Dreiviertelwendung, wobei das Gesicht nahezu frontal dem Betrachter zugewandt ist. Er trägt ein braunes Gewand und eine große, runde, dunkle Kopfbedeckung. Das von links einfallende Licht beleuchtet vor allem seine rechte Wange und modelliert die markanten Gesichtszüge, während die übrigen Partien stärker im Schatten liegen. Die gerunzelte Stirn, die dichten braunen Augenbrauen und die großen, mandelförmigen Augen verleihen dem Gesicht einen einprägsamen Ausdruck. Eine kräftige Nase, der volle Mund mit darüberliegendem Schnurrbart und das leicht gekerbte Kinn ergänzen die individuelle Physiognomie. Trotz der leichten Wendung des Kopfes richtet sich der durchdringende Blick unmittelbar auf den Betrachter, dem er bei einem Wechsel des Standpunkts zu folgen scheint. Die Konzentration auf das beleuchtete Gesicht und die unmittelbare Ansprache durch den Blick erinnern an die intensive Präsenz, die Rembrandts Bildnisse auszeichnet. Deren Ausdruckskraft und psychologische Tiefe sind im Zusammenhang mit der bewussten Gestaltung von Haltung, Beleuchtung und malerischer Inszenierung zu betrachten. Auch das vorliegende Gemälde lässt sich in diese von Rembrandt geprägte Bildnistradition einordnen: Die zurückhaltende Farbigkeit und die ausdrucksstarke Physiognomie verdichten sich zu einer Darstellung von eindringlicher Gegenwärtigkeit.
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