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Anthonis van Dyck 1599 - 1641, zugeschrieben Pferdestudie 1. Hälfte 17. Jahrhundert Öl auf Papier 20 x 28 cm Anthonis van Dyck zählt neben Peter Paul Rubens zu den bedeutendsten Vertretern der flämischen Barockmalerei. Als Mitarbeiter von Rubens und später als erfolgreicher Portraitmaler entwickelte er eine elegante, von lebendiger Pinselführung und differenzierter Lichtgestaltung geprägte Bildsprache. Pferde spielten insbesondere in seinen Reiterbildnissen eine wichtige Rolle, in denen ihre kraftvolle Erscheinung die repräsentative Wirkung der Dargestellten unterstreicht. Die vorliegende Studie zeigt mehrere gesattelte Pferde in unterschiedlichen Ansichten und Bewegungen. Ein grauer Schimmel erscheint in Rückenansicht und galoppiert in die Bildtiefe; dahinter ist die Hinterpartie eines weiteren weißen Pferdes zu sehen. In der rechten vorderen Bildecke hebt ein aufgezäumtes Pferd den Kopf, während seine bewegte Mähne die Erregung des Tieres unterstreicht. Die ausgearbeitete Muskulatur und die wechselnden Körperwendungen verleihen der Studie eine kraftvolle Dynamik. Besonders wirkungsvoll sind die Weißhöhungen auf dem Fell, die den Lichteinfall akzentuieren und die plastische Modellierung der Körper hervorheben. Die bewegte Ausführung, die körperliche Präsenz der Tiere und die lebhafte Lichtführung stehen der von Rubens geprägten flämischen Malerei des frühen 17. Jahrhunderts nahe. Diese Merkmale bieten stilistische Anknüpfungspunkte für die Zuschreibung an van Dyck, dessen Pferdedarstellungen ebenfalls ein ausgeprägtes Interesse an Anatomie, Bewegung und Ausdruck erkennen lassen. Vergleichspunkte bieten van Dycks Studie für ein Reiterbildnis im Metropolitan Museum of Art (Inv.-Nr. 40.91.16), in der das Pferd ebenfalls in Rückenansicht erscheint, sowie das in der National Gallery London als in der Art von Anthonis van Dyck geführte Gemälde „Die Pferde des Achilles“ (Inv.-Nr. NG156). Diese Beispiele verorten die vorliegende Studie klar im Umfeld flämischer Pferdedarstellungen.
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