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Jean-Étienne Liotard (1702–1789) Selbstporträt als junger Mann. Um 1731. Radierung „nach der Natur“. 100 x 114 [120 x 133 mm]. Roethlisberger-Loche 18. Sehr schöner Abzug auf Büttenpapier, 2. Zustand (von 3), vor dem Entfernen der Spuren des falschen Ätzfraßes am Rand, an den Ecken auf Pergament geklebt. Kleine Ränder. Äußerst selten. Ex-Sammlung A. P. F. Robert-Dumesnil (Lugt 2200). Stempel AABM (Lugt 3075). „Es ist kein Exemplar der ersten Fassung des Stichs bekannt, lediglich zwei Gegenabzüge. Der eine befindet sich in der Sammlung der Fondation Custodia in Paris, der andere, bisher unveröffentlichte, gehört nun zum Genfer Kulturerbe. Weltweit sind heute nur fünf Exemplare des zweiten Zustands (mit Ergänzungen im Haar, im Gesicht und im Hintergrund) bekannt, zu denen ein einziges Exemplar des dritten Zustands (Bibliothèque nationale de France) hinzukommt. [Anmerkung: Die BnF bewahrt einen in Bister gedruckten Abzug des dritten Zustands auf, ohne den Fleck am Rand]. Diese Darstellung Liotards in jungen Jahren ist daher äußerst selten. In dieser Radierung stellt sich Liotard in einer Dreiviertelansicht und Nahaufnahme dar, etwa dreißig Jahre alt, den Blick in die Ferne gerichtet – im Gegensatz zu all seinen anderen Selbstporträts, in denen er den Betrachter direkt ansieht. Mit Hemdkragen, ungekämmten Haaren, aus dem Leben gegriffen und fast überrascht, wirkt der Künstler jugendlicher als in seinem nächsten Selbstporträt, das 1737 in Florenz entstand. Im Laufe seiner Karriere schuf der Künstler nur etwa fünfzehn Druckgrafiken. Im Gegensatz zu seinen in den 1770er Jahren entstandenen „Manières noires“ und seinen späteren Druckgrafiken verwendet Liotard hier einen sehr freien Strich mit kurzen Linien und großen, weiß gelassenen Flächen. So verleiht er seinem Werk Spontaneität und Leichtigkeit, eher im Stil eines Zeichners als eines professionellen Kupferstechers.“ (Museum für Kunst und Geschichte in Genf).
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