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ITO JAKUCHU: MANDARINENTEN IM SCHNEE Ito Jakuchu (1716–1800) zugeschrieben, signiert „Jakuchu“ mit den Siegeln „To Jokin no in“ und „Jakuchu koji“ Japan, datiert 1774 Tinte, Aquarellfarben und Gouache auf Seide. Als Hängerolle auf einem Rahmen aus Seidenbrokat mit Jikusaki (Rollenenden) aus Geweih montiert. Fein gemalt mit Vögeln in einer verschneiten Winterlandschaft: Eine männliche Mandarinenente sitzt auf einem schneebedeckten Felsen über dem Wasser, während eine andere Ente darunter nach Futter sucht, und drei kleinere Vögel ruhen zwischen den langen, herabhängenden Zweigen einer schneebedeckten Weide. Die Komposition wird durch blühende Sträucher, geschichtete Felsen und fallenden Schnee ergänzt; die Vögel sind vor dem gedämpften Hintergrund in lebendigen, naturalistischen Details dargestellt. Inschriften: Oben links signiert und beschriftet mit 安永甲午孟冬寫於洗心館、若冲 An’ei kinoe-uma moto, Senshin-kan nite utsusu, Jakuchu [Im frühen Winter (November) des Kinoe-Uma-Jahres der An’ei-Ära (An’ei 3, 1774), gemalt im Senshin-kan-Atelier, Jakuchu], sowie mit zwei Siegeln: 藤汝鈞印 To Jokin no in und 若冲居士 Jakuchu koji. Bildgröße 116,7 x 49 cm, Größe inkl. Passepartout 196,8 x 63 cm Provenienz: Ehemalige Sammlung von Dr. Claudio Perino, Turin, Italien, größtenteils in den frühen 2000er Jahren in Japan erworben. Dr. Claudio Perino (geb. 1951) ist ein Sammler mit großem Interesse an der japanischen, chinesischen und fernöstlichen Kultur. Seine Sammlung umfasst über 2000 Kunstwerke, die teilweise als Leihgabe an das Museum für Orientalische Kunst (MAO) in Turin, Italien, und an das Museo delle Culture (MUSEC) in Lugano, Schweiz, vergeben sind. Zustand: Sehr guter Zustand mit geringfügigen Gebrauchsspuren und lebendigen Farben. Leichte Verschmutzungen, leichte Knicke, vereinzelte Stockflecken und geringfügiges Abblättern der Pigmente, vor allem bei der weißen Gouache. Der Rahmen weist übliche Gebrauchsspuren auf. Ito Jakuchu (1716–1800) erbte das Gemüseladen-Geschäft seines Vaters, zog es jedoch vor, das einsame Leben eines Malers zu führen. Irgendwann in seinen frühen Dreißigern begann er sich für den Zen-Buddhismus zu interessieren und lernte Daiten Kenjo (1719–1801) kennen, einen Gelehrtenmönch, der Abt des Shokoku-ji wurde, eines der fünf bedeutendsten Zen-Klöster in Kyoto. Daiten übte fortan großen Einfluss auf das Leben des Künstlers aus. Jakuchu wird gewöhnlich als eigenwilliger Nonkonformist beschrieben, was ihn in krassen Gegensatz zur vorherrschenden orthodoxen Kano-Schule stellt. Seine akribisch detaillierten Gemälde offenbaren jedoch, dass er sich gewissenhaft auf chinesische Vorbilder stützte. Daiten, sein Freund, Mäzen und geistlicher Führer, verschaffte ihm Zugang zu den chinesischen Werken. So konnte der Künstler beispielsweise Originalgemälde von Kranichen des wenig bekannten chinesischen Künstlers Wen Zheng aus dem 15. Jahrhundert studieren, die im Shokoku-ji aufbewahrt wurden. Heute ist Jakuchu in Japan ein Begriff – Ausstellungen seiner Werke sind stets Publikumsmagneten, und das aus gutem Grund. Literaturvergleich: Vergleichen Sie ein eng verwandtes Rollbild von Ito Jakuchu aus dem Jahr 1759, das Mandarinenten im Schnee darstellt und sich im Museum der Kaiserlichen Sammlungen, Sannomaru Shozokan, unter der Inventarnummer SZK002949-003 befindet. Auktionsvergleich: Vergleichen Sie ein verwandtes Gemälde mit dem Titel „Sieben Kraniche im Schilf“ von Ito Jakuchu aus derselben Sammlung, datiert um 1755, bei Zacke, Fine Japanese Art, 12. Juni 2026, Wien, Los 285 (verkauft für 18.200 Euro).
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