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Apollo. Römische Kaiserzeit, um 100 n. Chr. Weißer, feinkristalliner Marmor. H 118cm. Unterlebensgroße Statue des Apollon als jugendlicher Mann mit vollem, welligen Haar, das in langen Strähnen über die Schultern hinabfällt und am Hinterkopf zu einem Dutt gebunden ist. Auf dem Kopf sitzt ein hoher Lorbeerkranz. Der schlanke Körper steht im Kontrapost mit dem rechten Bein als Standbein. Auf seiner linken Seite steht ein hoher Pfeiler, auf dem die Kithara abgesetzt ist. Ein Puntello an der rechten Hüfte zeigt, dass der Arm auf dieser Seite fast gerade herabgeführt war. Ein weiterer Puntello sitzt am rechten Oberschenkel und stützte offenbar ein in der rechten Hand gehaltenes Attribut, zum Beispiel ein Plektron, einen Bogen oder einen Palmzweig. Auch der linke Arme war durch eine kleine Stütze abgesichert, wie ein kleiner Rest an der linken Hüfte belegt. Die Figur steht auf einer antiken, ovalen Plinthe, auf der auch ein altarähnlicher Pfeiler steht, auf dem der Gott sein Musikinstrument abgestellt hat. Dabei handelt sich um die aufwändig aus Holz gefertigte und mit Voluten verzierte Kithara, die das Instrument des ausgebildeten Kitharöden war. Beide Arme auf Schulterhöhe gebrochen, ebenso wie der obere Teil der Kithara. An den Knöcheln und unterhalb der Knie gebrochen und restauriert. Desweiteren kleine Kratzer und Abriebstellen. Provenienz: Privatbesitz Österreich. Erworben 2023 bei Cahn, Basel. Die Statue war in ihrer Originalfassung wohl noch prächtiger als sie sich heutzutage darstellt. Im Kranz befinden sich kleine Bohrlöcher, die möglicherweise zur Aufnahme von weiteren Schmuckelementen in anderem Material dienten. Im Gesicht und am Hals zeichnet sich eine leicht rötliche Tönung ab, bei der es sich vielleicht um den Rest einer farbigen Fassung oder einer Grundierung für eine Vergoldung handelt. Wahrscheinlich wurde das Stück im Osten des römischen Reiches geschaffen, worauf die kleine Stütze im Nacken hindeutet. Vermutlich ein originelles Werk der römischen Idealplastik, dass nicht direkt auf ein griechisches Urbild zurückgeht. Vormals Privatsammlung H., Deutschland, erworben 2007 von Royal Athena Galleries. (Publiziert in: Art of the Ancient World XII Nr.13; Art of the Ancient World XVII, 2006, 21); ex Privatsammlung Woodland Hills, Kalifornien U.S.A.; ex Christie´s New York 13.6.2000, 305; ex Galerie Nefer, Zürich (publ. Kat. 10, 1992, p. 22f., Nr.24.
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