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live 9. Dezember | 02:00 PM
Gorny & Mosch

7 - Große attische rotfigurige Lekythos eines Manieristen nahe dem Pan-Maler. 480 - 460 v. Chr. H 40,3cm, ø 15,1cm. Auf dem Fries ist eine mythologische Verfolgungsszene dargestellt, bei der ein Krieger mit gezücktem Schwert eine fliehende junge Frau mit Diadem verfolgt. In Analogie zu anderen Vasenbildern kann man hier eine Szene aus der Iliupersis - den Untergang Trojas - erkennen, in der Menelaos voller Wut seine untreue Ehefrau Helena zu dem Haus ihres neuen Gatten Deiphobos verfolgt. Der Mythos weiß, dass Menelaos diesen töten wird, aber beim Anblick seiner wunderschönen Frau seinen Groll vergisst, sich mit ihr versöhnt und mit ihr nach Hause nach Sparta geht. Zwischen den Köpfen und rechts von Helena verläuft eine in Rot verfasste Inschrift, deren erster Teil zwischen den Figuren allerdings modern ist. Der Teil rechts vom Kopf der Helena ist aber original und stellt eine neutrale Kalosinschrift dar: ΗΟ ΠΑΙΣ ΚΑΛΟΣ. Mit der originalen Rechnung von Kricheldorf! In der Mitte gebrochen und wieder mit kleinen retuschierten Fehlstellen zusammengesetzt, auf der Vorderseite ist der Glanzton weitgehend modern, auch bei den Figuren sind Partien modern übermalt, dazu gehören die Vorderseite des Helmes sowie die Nase des Menelaos, weiterhin kleine Partien am Gewand und die Konturen an Armen und Beinen, sein linker Arm ist ebenso wie der rechte der Helena übermalt, bei der Helena ist vom Kopf nur das Gesicht original, größere Teile am unteren und rechten Gewand sind ebenfalls übermalt, auch der vordere Teil der Inschrift ist ergänzt, während der hintere sich erhalten hat, original sind auch die Schulterpalmetten sowie der Glanzton auf der Rückseite, der Schulter, dem Hals und der Mündung, nur im Inneren der Mündung ist der Glanzton modern überdeckt. Provenienz: Aus der westdeutschen Privatsammlung S. M.; ehemals in der Sammlung Dr. Horst Haertel, erworben 1962 bei H. H. Kricheldorf, Stuttgart. Die Versöhnung von Menelaos und Helena, mit der dem höchsten Wert der griechischen Kultur, nämlich dem Erhalt der Familie, genüge getan wird, beginnt ein Prozess der Versöhnung, an dessen Ende die Entsühnung des Orestes vom Muttermord steht. Damit findet die größte aller Tragödien - der Fluch der Tantaliden - nach Generationen unglaublicher Exzesse mit Inzest und Brudermord sein Ende.

Startpreis

6.000 €

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Schätzungen

6.000 - 7.500 €

Verkaufsgebühren

28 %

Große attische rotfigurige Lekythos eines Manieristen nahe dem Pan-Maler. 480 - 460 v. Chr. H 40,3cm, ø 15,1cm. Auf dem Fries ist eine mythologische Verfolgungsszene dargestellt, bei der ein Krieger mit gezücktem Schwert eine fliehende junge Frau mit Diadem verfolgt. In Analogie zu anderen Vasenbildern kann man hier eine Szene aus der Iliupersis - den Untergang Trojas - erkennen, in der Menelaos voller Wut seine untreue Ehefrau Helena zu dem Haus ihres neuen Gatten Deiphobos verfolgt. Der Mythos weiß, dass Menelaos diesen töten wird, aber beim Anblick seiner wunderschönen Frau seinen Groll vergisst, sich mit ihr versöhnt und mit ihr nach Hause nach Sparta geht. Zwischen den Köpfen und rechts von Helena verläuft eine in Rot verfasste Inschrift, deren erster Teil zwischen den Figuren allerdings modern ist. Der Teil rechts vom Kopf der Helena ist aber original und stellt eine neutrale Kalosinschrift dar: ΗΟ ΠΑΙΣ ΚΑΛΟΣ. Mit der originalen Rechnung von Kricheldorf! In der Mitte gebrochen und wieder mit kleinen retuschierten Fehlstellen zusammengesetzt, auf der Vorderseite ist der Glanzton weitgehend modern, auch bei den Figuren sind Partien modern übermalt, dazu gehören die Vorderseite des Helmes sowie die Nase des Menelaos, weiterhin kleine Partien am Gewand und die Konturen an Armen und Beinen, sein linker Arm ist ebenso wie der rechte der Helena übermalt, bei der Helena ist vom Kopf nur das Gesicht original, größere Teile am unteren und rechten Gewand sind ebenfalls übermalt, auch der vordere Teil der Inschrift ist ergänzt, während der hintere sich erhalten hat, original sind auch die Schulterpalmetten sowie der Glanzton auf der Rückseite, der Schulter, dem Hals und der Mündung, nur im Inneren der Mündung ist der Glanzton modern überdeckt. Provenienz: Aus der westdeutschen Privatsammlung S. M.; ehemals in der Sammlung Dr. Horst Haertel, erworben 1962 bei H. H. Kricheldorf, Stuttgart. Die Versöhnung von Menelaos und Helena, mit der dem höchsten Wert der griechischen Kultur, nämlich dem Erhalt der Familie, genüge getan wird, beginnt ein Prozess der Versöhnung, an dessen Ende die Entsühnung des Orestes vom Muttermord steht. Damit findet die größte aller Tragödien - der Fluch der Tantaliden - nach Generationen unglaublicher Exzesse mit Inzest und Brudermord sein Ende.

Auktion

Auktion 322 Kunst der Antike (Saalauktion, Lose 1-407)
Mittwoch, 9. Dezember
02:00 PM
Maximiliansplatz 20
80333 Munich, Deutschland

Auktionshaus

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