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live 21. November | 11:00 AM
Das Kunst & Auktionshaus Kastern GmbH & Co KG

475 - Lesser Ury

Startpreis

50.000 €

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Schätzungen

50.000 - 70.000 €

Verkaufsgebühren

29,75 %

Lesser Ury 1861 Birnbaum - 1931 Berlin - "Die Nadel der Kleopatra mit Blick auf die Charing Cross Railway Bridge (Hungerford Railway Bridge), London" - (1926) Öl/Lwd. 50,2 x 70 cm, 71 x 91 cm (Maß mit Rahmen). L. u. von fremder Hand bezeichnet: L Ury. Rückseite: Leinwand: beschädigtes Nachlass-Etikett, handschriftliche Nummer in Blau: 7 - Keilrahmen: rechts mittig: Rest eines runden braunen Etiketts - Zwischenleiste und Schmuckrahmen: links oben mit dunkelblauem Stift: Gebhardt - mit dunkelblauem Stift oben mittig, rechts oben, unten mittig: schwer lesbare Ziffernfolgen: 7781 und (1227). Rahmen. - Provenienz: Nachlass des Künstlers, Berlin (Embenquement in London) / Kurt und Adalbert Ury, Berlin (Erben 1932) / Kurt Ury, New York (nachgewiesen 1944) / Galerie Alexander Gebhardt, München (nachgewiesen 1966) / Privatbesitz / seit ca. 40 Jahren im Eigentum des 2016 verstorbenen Großvaters, Horn-Bad Meinberg / Privatbesitz Detmold - Auktion: Galerie Paul Cassirer, Berlin, Auktion 21.10.1932, Nr. 108 (Nadel der Kleopatra, keine Signatur angegeben; Rückkauf durch Erben) - Ausstellung: Lesser Ury, Memorial Exhibition, Galerie St. Etienne, New York, eröffnet 21. März 1944, Nr. 10 (Monument in London) - Galeriekatalog: Galerie Alexander Gebhardt, München, Katalog 1966, Stillleben, Landschaften, Menschen, Abb. S.59 (Nadel der Kleopatra am Themsequai in London) - Literatur: Preisbericht, Paul Cassirer, Berlin, 21.10.1932, in: Die Weltkunst, Jg. 6, 6.11.1932, Nr.45, S.4 (Nr.108, Verkauf 460 RM) Gutachten Frau Dr. Sibylle Groß, Berlin, mit Foto-Expertise vom 25.10.2026 liegt vor. - Wir danken Frau Dr. Sibylle Groß, Berlin, für die Bestätigung der Authentizität des Gemäldes. Die Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Gemälde aufgenommen. - Ein Zertifikat des Art Loss Registers (ALR Ref: S00277150), London, 19. Oktober 2026 liegt vor. 1926 hielt sich Lesser Ury in London auf und malte dort eine Reihe von Themseansichten, in denen er die Stadt ganz aus Licht und Atmosphäre heraus erfasst. Unser Gemälde zeigt den Blick vom Victoria Embenquement auf den Fluss: Links öffnet sich die weite, milchig aufgehellte Wasserfläche, über die ein Dampfer seine rostrote Rauchfahne zieht, während das jenseitige Ufer und die Charing Cross Railway Bridge im Dunst verschwimmen. Rechts bildet die schattige Baumreihe des Kais mit Laterne und der dunklen, steil aufragenden Silhouette der Nadel der Kleopatra ein kraftvolles Gegengewicht. Die diagonal geführte Kaimauer und der sonnenbeschienene Uferweg ziehen den Blick in die Tiefe und verbinden beide Bildhälften. Mit dieser Spannung zwischen der lichtdurchfluteten Leere des Flusses und der dicht gesetzten, farbig vibrierenden Vegetation steht das Bild in der Tradition der impressionistischen London-Ansichten, die seit Monets Themse-Serien zu den großen Motiven der Moderne zählen. Zugleich ist es unverkennbar Ury: der skizzenhaft offene Pinselstrich, das Gespür für Dunst und Gegenlicht und die Verdichtung eines flüchtigen Moments, die auch seine berühmten Berliner Straßenbilder auszeichnen. Die ungewöhnlich gut dokumentierte Provenienz - vom Nachlass über die Cassirer Auktion 1932 und die New Yorker Gedächtnisausstellung 1944 bis zur Galerie Gebhardt - macht das Werk zu einem besonders gut belegten Zeugnis von Urys spätem Schaffen.

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