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Pokrov (Die Schutzpatronin der Mutter Gottes) – Anfang des 19. Jahrhunderts Eitempera auf Holztafel Höhe x Breite: 53,5 x 43,5 cm Im unteren Bereich wird das Bild von einem Fries aus vier Feldern begleitet, der marianische und hagiografische Szenen darstellt und mit außergewöhnlicher, miniaturartiger Raffinesse ausgeführt ist.Der Hauptteil der Tafel veranschaulicht mit strenger erzählerischer Genauigkeit und szenischer Pracht das wundersame Ereignis, das sich im 10. Jahrhundert in der Blachernae-Kirche in Konstantinopel zugetragen hat. Im Zentrum der Komposition – eingehüllt in eine strahlende Mandorla aus goldenem Licht und getragen von anthropomorphen Wolken und Engeln – steht die Ganzkörperfigur der Mutter Gottes; sie erhebt ihre Hände zum Gebet und breitet ihren heiligen Schleier als Zeichen des universellen Schutzes über die Menschheit aus. Über ihr, inmitten himmlischer Wolkenkreise, erhebt sich die segnende Gestalt Christi, des Erlösers. Die Jungfrau wird von einer dichten, pyramidenförmigen Schar himmlischer Zeugen flankiert – darunter Apostel, Märtyrer und kirchliche Würdenträger –, deren goldene Heiligenscheine sich überlappen und so einen Eindruck von prächtiger, kollektiver Erhabenheit vermitteln. Im unteren Bildbereich, vor den königlichen Türen der Ikonostase und unter den goldenen Kuppeln der Kirche, die das Bild krönen, entfaltet sich die irdische Dimension der Theophanie: In der Mitte steht auf einem Podium der Diakon, der Heilige Romanos der Melodiker, gekleidet in ein prächtiges rotes Sticharion und eine Schriftrolle mit seinen heiligen Hymnen in der Hand haltend. Zu seiner Linken steht Kaiser Leo der Weise, begleitet vom patriarchalischen Hofstaat, während zu seiner Rechten die ausgemergelte Gestalt des Heiligen Andreas, des Narren um Christi willen, erscheint, der seinem jungen Schüler Epiphanius auf wundersame Weise die himmlische Vision zeigt – alles umgeben von Mönchen und Gläubigen. Der einzigartige Sammlerwert und die absolute Seltenheit dieses Loses liegen in seinem raffinierten unteren Fries, der präzise in vier fein illuminierte, viereckige Felder unterteilt ist. Das erste Feld auf der linken Seite ist eine gelungene Nachbildung der Muttergottes von Kasan (Kazanskaya) mit der charakteristischen Nahaufnahme in Halbfigur, in der das Christuskind steht und seinen Segen erteilt. Der nächste Abschnitt zeigt eine raffinierte ikonografische Darstellung der Mutter Gottes „der Drei Hände“ (Troeruchitsa) – oder einer verwandten königlichen Variante –, in der die Jungfrau, gekrönt als Königin des Himmels, das Kind hält, während am Sockel eine dritte Hand – ein Votivgeschenk – zu sehen ist. Darauf folgt eine komplexe, detailreiche Marienkomposition, die als „Lobpreisung der Mutter Gottes“ oder als Versammlung von Heiligen um die thronende Jungfrau herum zu identifizieren ist. Ganz rechts schließlich befindet sich eine seltene hagiografische, erzählerische Szene in einem architektonischen Innenraum, die einen klösterlichen Einsiedler im Gebet oder in tiefer Kontemplation zeigt (wahrscheinlich in Anlehnung an das Wunder der „Unerwarteten Freude“ oder eine Episode aus dem Leben eines asketischen Heiligen). Stilistisch offenbart das Werk die Hand eines Meisters von höchstem Kaliber, der in der Lage ist, eine dichte Anordnung von Dutzenden winziger Figuren mit bemerkenswert präziser Pinselführung zu gestalten, bereichert durch metallische Goldakzente auf den liturgischen Gewändern und eine hervorragende, präzise geometrische Darstellung der architektonischen Elemente. Zustandsbewertung: **** gut. Das Los befindet sich in einem guten Erhaltungszustand mit den üblichen Abnutzungserscheinungen und Mängeln, die seinem Alter und seiner Nutzung im Laufe der Zeit entsprechen.
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