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Corinth, Lovis Bühnenentwürfe für Eugene O'Neills Kaiser Jones 5 Gouachen über Bleistift auf Velin, gemeinsam auf Untersatzkarton montiert. 1923. Eine 5,8 x 6,8, sowie vier je ca. 6 x 8,5 cm (der Untersatz 26,5 x 23,3 cm). Auf dem Untersatzkarton mit Pinsel in Rotbraun signiert "Lovis Corinth" und datiert sowie unten von fremder Hand mit Feder in Schwarz bezeichnet "Bühnenskizzen zu O'Neill, Kaiser Jones" und oben erneut datiert und mit Ortsbezeichnung "Nov. 1923 / Berlin". Die Bühnenentwürfe belegen die frühe Beschäftigung Corinths mit der Inszenierung der deutschen Uraufführung von Eugene O'Neills Theaterstück Emperor Jones im Lustspielhaus Berlin mit Oscar Homolka in der Hauptrolle. Möglicherweise hatte Berthold Viertel, der Regisseur des Stückes, zunächst Lovis Corinth mit der Gestaltung des Bühnenbilds des Stückes beauftragt, sich aber später für Friedrich Kiesler als Bühnenbildner entschieden, weil ihm Corinths Entwürfe zu konventionell erschienen. Kiesler schuf schließlich ein völlig neuartiges und für die Geschichte der Bühnengestaltung bahnbrechendes konstruktivistisches Konzept. Die vorliegenden Skizzen präsentieren dagegen Corinths frühes expressiv-malerisches Konzept des Bühnenbildes. Corinth, der schon mehrfach für das Theater Entwürfe gestaltet hatte, stellt hier verschiedene waldige Umgebungen, sowie den Thronsaal als zentrale Handlungsorte des Stücks dar. Die Provenienz des Blattes lässt vermuten, dass der in der Kulturszene stark vernetzte Kunstsammler und Arzt Dr. Martin Flaum, der von 1923-1933 unter anderem an der Charité und dem Jüdischen Krankenhaus in Berlin beschäftigt war, die Zeichnungen möglicherweise entweder direkt von Corinth oder aus dessen Nachlaß erwarb und in einem Album sammelte. Flaum konnte aufgrund seiner jüdischen Herkunft ab 1933 nicht mehr offiziell praktizieren, behandelte privat aber viele seiner Patienten weiter. 1936 wurde er deshalb verhaftet und musste Berlin schließlich 1937 verlassen und mit der Familie in die Niederlande emigrieren. Während eine seiner Töchter in Auschwitz ermordet wurde, konnte der Rest der Familie 1941 nach Palästina fliehen und Flaum kehrte später als britischer Truppenarzt im Krieg mehrere Jahre nach Deutschland zurück, während seine Familie in Haifa verblieb. Seine Tochter Ursula siedelte später zum Studium wieder in die Niederlande über, heiratete dort und blieb Zeit ihres Lebens in Amsterdam. Provenienz: Sammlung Dr. Martin Flaum, Berlin/Haifa Cornelis Jacob Sint und Ursula Chaja Sint, geb. Flaum, Amsterdam (durch Erbschaft) Privatbesitz Niederlande - Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist. - Please ask for condition reports for individual lots, as the condition is usually not mentioned in the catalogue.
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