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live 27. November | 10:00 AM
Bassenge

6701 - Géricault, Théodore

Startpreis

10.000 €

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Schätzungen

15.000 €

Verkaufsgebühren

33 %

Géricault, Théodore Tableau mit 5 Zeichnungen: Selbstportrait Géricaults während seiner letzten Krankheit; Junge mit Hut; Studie für das Bildnis von Louise Vernet als Kind; Studie einer Hand; Studie für das Bildnis von Olivier Bro de Comères als Kind mit Hund. 5 Zeichnungen: Feder in Braun und Bleistift, je an den Ecken auf ein blaues Papier aus einem Album mit Goldschnitt montiert (wohl Seite aus dem Album Violet). Je ca. 4,5 x 3 cm bis 7,3 x 6,2 cm. Auf dem Rahmenrückdeckel diverse Etiketten, Stempel und handschriftl. spätere Annotationen in schwarzer Feder und Bleistift. Das außergewöhnliche Arrangement von fünf Zeichnungen Théodore Géricaults auf einem Passepartout beinhaltet das einzigartige Selbstbildnis des Künstlers im Krankenbett vor seinem Tod. Nur wenige eigenhändige Selbstbildnisse des Künstlers sind überliefert, umso bedeutungsvoller ist die Bleistiftzeichnung, die Géricault trotz seiner Krankheit anfertigte. Das berührende Gefühl, den Künstler in seiner letzten Lebensphase zu erblicken, wird durch das intime Format unterstützt. Bekannte Porträts des Künstlers von seinen Freunden, die ihn am Totenbett besuchten, zeigen zumeist das ausgezehrte Gesicht des Kranken. Ganz anders dagegen ist die Wirkung der vorliegenden Bleistiftzeichnung, die den Künstler friedvoll auf seinem Bett liegend wiedergibt. Bekanntermaßen war Géricault mit Oberst Louis Bro und der Familie Bro de Comères eng verbunden (vgl. Sophie Bostock: An Inspired Soldier. The Algerian Album of Olivier Bro de Comères 1833-1840, London 2025, S. 2-3). Nicht nur porträtierte Géricault Mitglieder der Familie, er schenkte Louis auch mehrere Zeichnungen. Die Blätter fanden ihre Aufbewahrung in den Skizzenbüchern von Louis Sohn, Oberst Baron Olivier "Dominique" Bro de Comères, der selbst auch als Künstler tätig war. Nach der Farbe ihrer Einbände werden diese Alben als Album Violet, Album Jaune etc. bezeichnet. Nach dem Tod von Claire Le Page, der Frau Oliviers, im Jahr 1908 werden die Werke Géricaults unter den drei Kindern aufgeteilt. Auf einem Etikett des Kunsthändlers Adolphe Wüster mit der Adresse "4, Rue Belloni", das 1930 bis 1941 Verwendung fand, sind handschriftlich die Nummern "13" und "18" annotiert, die mit jenen im Entwurf zur Nachlassaufteilung des Besitzes von Oliviers Bros de Comères Witwe übereinstimmen (vgl. Bazin 1987, Bd. I, Doc. 385). Das oben beschriebene Selbstporträt Géricaults während seiner letzten Krankheit, an der der Künstler mit nur 32 Jahren verstarb, wird bereits bei Charles Clément im ersten Werkverzeichnis des Künstlers erwähnt (vgl. Clément 1866-67, Nr. 162), zusammen mit anderen Skizzen von Kühen, Pferden und Familienmitgliedern. Die Maße sind allerdings falsch angegeben. Statt 55 x 50 mm schreibt Clément 550 x 500 mm. In den darauffolgenden Ausgaben des Œuvrekatalogs wird dieser Fehler nicht korrigiert, jedoch im Ausstellungskatalog des Hôtel Jean Charpentier im Jahr 1924 (vgl. Ausst.Kat. Exposition d’Œuvres de Géricault, Nr. 296). In keiner dieser Publikationen findet sich eine Abbildung, jedoch immer der Verweis auf die Sammlung der Familie Bro de Comères. Nach der Ausstellung bei Charpentier 1924 müssen das Selbstbildnis und die anderen neun Skizzen, die unter dieser und folgender Losnummer angeboten werden, den Familienbesitz verlassen haben. Die Werke gelangten wohl über Adolphe Wüster (siehe oben) in den Besitz des Kunsthändlers und Sammlers Maurice Gobin, der sie 1935 in einer der jetzigen Präsentation ähnlichen Form in seiner Galerie ausstellt (vgl. Ausst. Kat. Exposition de Dessins [...], 1935, Nr. 74 und 75). Er identifiziert das Selbstbildnis mit jenem bei Clément gemeinten Blatt. Dass es sich dabei um das hier wiederentdeckte Blatt handelt, bestätigt sich durch die Reproduktion des Selbstporträts in Maximilien Gauthiers kleinem Band zu Géricault (vgl. Gauthier [1935], Nr. 1). Dort wird es als "Géricault malade" betitelt und der Sammlung Gobin zugeordnet. Germain Bazin war es nicht möglich die Skizzen aus der Sammlung Gobin ausfindig zu machen, weshalb er das Selbstbildnis versehentlich zwei Mal katalogisierte: unter Nr. 2 mit einer falschen Abbildung und unter Nr. 3 als Werk eines unbekannten Künstlers (vgl. Bazin 1987, Bd. I, S. 205 und Bd. II, Nr. 2 und Nr. 3). Es ist nun endlich möglich anhand des Originals diese Nummern unter der Autorschaft Géricaults zusammenzuführen. Die Zuschreibung wird auch darin bestätigt, dass die mittlere Skizze von Bazin als eigenhändiges Werk angenommen wird (vgl. Bazin 1992, Bd. V, Nr. 1738). Es handelt sich um einen ersten Entwurf für das als Gemälde ausgeführte Porträt des Olivier Bro de Comères als Kind mit Hund (Harvard Art Museums, Inv.-Nr. 2021.192). Links neben dieser befindet sich eine weitere Entwurfskizze für das Bildnis der Louise Vernet, Tochter von Géricualts und Louis Bros Künstlerfreund Horace Vernet (vgl. das Gemälde im Musée du Louvre, Inv.-Nr. RF 1938 92). P

Auktion

Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts & Daniel Nikolaus Chodowiecki zum 300. Geburtstag
Freitag, 27. November
10:00 AM
Erdener Strasse 5A
14193 Berlin, Deutschland

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