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Eugène DELACROIX (Charenton-Saint-Maurice 1798 – Paris 1863) Studie für eine jüdische Frau Aquarell über schwarzen Bleistiftstrichen 29,6 x 19,3 cm Am rechten Rand mit „chaine“ vermerkt Leicht sonnenbleich, kleine Flecken Herkunft: Stempel der Atelierversteigerung unten rechts (L.838a), Paris, Hôtel Drouot, vom 22. bis 27. Februar 1864 Nach Robaut: Auktion Paul Blacque, 8. März 1866 Nach Robaut: Auktion Diaz, Paris, Hôtel Drouot, vom 22. bis 27. Januar 1877, Nr. 353 Literaturverzeichnis: A. Robaut, L’Oeuvre Complète de Eugène Delacroix, Charavay Frères éditeurs, Paris, 1885, Nr. 438, S. 117, Abb. Eugène Delacroix reiste 1832 mit der diplomatischen Mission des Grafen von Mornay nach Marokko, der freundschaftliche Beziehungen zwischen Frankreich und Marokko knüpfen wollte. Delacroix, der sich bereits seit mehreren Jahren für den Orient begeisterte – insbesondere seit dem Aufstand in Griechenland –, ergriff diese Gelegenheit beim Schopf und begab sich auf eine siebenmonatige Reise. Während seines Aufenthalts freundete er sich mit dem Dolmetscher des Sultans, Abraham Benchimol, an. Dieser verschaffte ihm Zugang zu den jüdischen Familien von Tanger, und am 21. Februar 1832 nahm er an einer jüdischen Hochzeit teil. Während dieses Festes fertigte Delacroix zahlreiche Skizzen und Aquarelle an, und in seinem Tagebuch vom 21. Februar 1832 beschrieb er sehr genau die Eindrücke und Farben dieser jüdischen Hochzeit, als wolle er nichts vergessen: „Die frisch Vermählten, als sie in ihrem Haijck eintrafen. Die schönen Augen. Das Eintreffen der Eltern. Wachsfackeln; die beiden Fackeln, die in verschiedenen Farben bemalt waren. Tumult. Erleuchtete Gesichter. Verwirrte Mauren…“ (siehe E. Delacroix, Tagebuch von Eugène Delacroix 1823–1850, Band I, 1824, S. 157). All diese Eindrücke, die er während dieses Festes sammelte, ermöglichten es ihm, nach seiner Rückkehr nach Frankreich das Gemälde „Die jüdische Hochzeit“ zu malen, das 1841 im Salon ausgestellt wurde. So beschrieb er sein Gemälde im Begleitheft zum Salon von 1841: „Die Mauren und die Juden sind miteinander vermischt. Die Braut ist in den inneren Gemächern eingeschlossen, während im Rest des Hauses gefeiert wird. Vornehme Mauren geben den Musikern Geld, die Tag und Nacht ununterbrochen auf ihren Instrumenten spielen und singen; die Frauen sind die Einzigen, die am Tanz teilnehmen, was sie abwechselnd und unter dem Beifall der Versammelten tun.“ Stilistisch lässt sich unsere Zeichnung mit einem anderen Aquarell einer jüdischen Frau vergleichen, das als Vorzeichnung für „Die jüdische Hochzeit“ diente und heute im Musée Fabre in Montpellier aufbewahrt wird (Inv. 15.1.18) Unsere Studie muss während der Reise entstanden sein, möglicherweise anlässlich jener berühmten jüdischen Hochzeit vom 21. Februar 1832, und sollte Teil einer der Lose 550 bis 563 der posthumen Versteigerung von Delacroix sein, die sich alle auf Trachten jüdischer Frauen bezogen.
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