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INCUNABEL. — Sammlung von zwei Werken in einem Band im gotischen In-4-Format, miteinander vernäht, mit modernem Einband und Kartonhülle. Wertvolle Sammlung von zwei äußerst seltenen gotischen Ausgaben, die vermutlich in Lyon gedruckt wurden. — MAURICE DE SULLY. [Expositio evangeliorum]. [Im Kolophon]: Hier enden die Auslegungen / der Evangelien auf Französisch. O.O., o.J. [Lyon?, Martin Havard?, um 1500]. Predigten über die Evangelien, die Maurice de Sully, dem am Ende des 12. Jahrhunderts verstorbenen Bischof von Paris, zugeschrieben werden. Druck in gotischer Schrift mit 33 Zeilen, verziert mit etwa fünfzig Holzschnitten. Unvollständiges Exemplar des ersten Hefts a (vermutlich 8 Blätter), der Blätter b1 und b2 sowie eines Blattes aus dem letzten Heft m, insgesamt 11 Blätter. Die Kollation dieser Ausgabe könnte mit der einer um 1500 in Lyon gedruckten Ausgabe mit 74 Blättern übereinstimmen, von der nur ein einziges Exemplar bekannt ist, das in Cambridge aufbewahrt wird (GW, M21857). Möglicherweise handelt es sich dabei um die von Bechtel unter der Nr. M-193 verzeichnete Ausgabe (mit einem Kollationsfehler). Feuchtigkeitsflecken. — [Vita christi]. Ohne Ort und Datum [Lyon?, um 1500]. Möglicherweise ein Inkunabel, gedruckt in gotischer Schrift mit 33/34 Zeilen pro Seite, verziert mit zahlreichen schönen Stichen unterschiedlicher Machart: Einige davon sind sogenannte „interasile“ Metallstiche aus dem Bestand von Johann Neumeister, die in dessen Ausgaben der „Meditationes“ des Kardinals von Turrecremata von 1479 (Mainz) und 1481 (Albi) verwendet wurden. Unvollständiges Exemplar, es fehlen die Blätter a1 und a6 sowie das Ende (106 Blätter vorhanden, endet bei Blatt s6), mit 7 Stichen aus dem Turrecremata. Erheblicher Riss auf Blatt e2 mit Verlust der Hälfte des Textes. Flecken. Wurmlöcher am unteren Rand der Blätter f5, f6, g1 und g2. Es gibt einige Lyoner Inkunabeln oder Ausgaben um 1500 dieser beiden Bücher, von denen jeweils nur ein oder zwei Exemplare bekannt sind, die zudem teilweise fragmentarisch sind.
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