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Salm Adriaen van 1660/1665 Delfshaven 1720 Segelschiffe auf See. Um 1700 Feder und Pinsel in Schwarz und Braun, auf Papier, auf Unterlagenpapier (mit Wasserzeichen) Unten rechts auf Holzbalken monogrammiert: A.S. Gerahmt 15 × 22.7 cm (Blattgrösse) Alte Zürcher Privatsammlung Wir danken Dr. Remmelt Daalder, Amsterdam, für die Bestätigung der Eigenhändigkeit des vorliegenden Werkes anhand digitaler Fotografien. Adriaen van Salm war ein niederländischer Künstler, Lehrer und Tuchhändler, der vor allem für seine detailreichen, monochromen Marinedarstellungen bekannt ist. Er lebte und arbeitete in Delfshaven bei Rotterdam, einem bedeutenden Zentrum der niederländischen See- und Walfangindustrie. 1706 wurde er als Meisterzeichner in die Delfter Lukasgilde aufgenommen. Seine Kunst steht in der Tradition der niederländischen Marinemalerei des 17. Jahrhunderts, insbesondere der von Willem van de Velde dem Älteren vervollkommneten Technik der «Penschilderij», die eine ausserordentlich präzise Darstellung von Schiffen, Takelage und Wasserbewegungen ermöglichte. Dabei wurden mit Feder und Pinsel feinste Linien und Schraffuren sowie lavierte Schattenpartien auf einen speziell vorbereiteten Malgrund aufgetragen. Charakteristisch für van Salm ist zudem die Verwendung eines spitzen Instruments, mit dem er stellenweise die Tusche wieder abtrug, um Lichtreflexe und besondere Oberflächenwirkungen zu erzeugen. Neben Hafenansichten widmete er sich insbesondere der Darstellung des Walfangs in den arktischen Gewässern, der für die niederländische Wirtschaft jener Zeit von grosser Bedeutung war. Ein nach seinem Tod im Nachlassinventar erwähntes Vorlagenbuch lässt vermuten, dass der Künstler bei der Ausarbeitung seiner Kompositionen auf einen Fundus wiederkehrender Schiffsmotive und Bildvorlagen zurückgriff. Im angebotenen Werk entfaltet sich eine lebendige maritime Szene, in der mehrere Segelschiffe dicht beieinander im Wind über das Wasser gleiten. Die dynamisch gesetzten Segel und die differenzierten Schiffsformen vermitteln eindrücklich die Bewegung und die wechselnden Kräfte auf See. Die reduzierte Farbpalette in Schwarz und Braun unterstreicht den zeichnerischen Charakter und verleiht der Komposition zugleich eine atmosphärische Tiefe. Besonders aufschlussreich ist die Darstellung einer sogenannten Heringsbüse im Vordergrund, eines traditionellen niederländischen Fischereischiffs, das beim Einholen oder Aussetzen der Netze zu sehen ist. Im Hintergrund ist ein stattlicher Dreimaster mit eingeholten Segeln zu sehen. Die weiteren Schiffe lassen sich als Frachtsegler einordnen, wie sie vorwiegend auf küstennahen Gewässern und Binnenwasserstrassen verkehrten. Als anschauliches Zeugnis der historischen niederländischen Schifffahrt besticht dieses Seestück durch seine dokumentarische wie künstlerische Qualität. Entsprechende Arbeiten aus dem Œuvre van Salms sind auf dem internationalen Kunstmarkt von grosser Seltenheit und erfreuen sich unter Sammlern besonderer Wertschätzung. Blatt etwas gebräunt sowie leicht stockfleckig Ausrufdatum 28.11.2026 Ungefähre Ausrufzeit 10:00 Uhr MEZ
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