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Laquy Willem Joseph 1738 Brühl - 1798 Kleve Interieur mit Familie und Magd Öl auf Eichenholz Mitte links auf Fenstersims signiert: Laquy pinx Gerahmt 40.5 × 51 cm Privatbesitz, Schweiz Das angebotene Gemälde steht in der Tradition der niederländisch geprägten Genremalerei, die alltägliche Situationen mit genauer Beobachtung und erzählerischer Fülle wiedergibt. Es bietet einen friedvollen Einblick in das häusliche Leben des 18. Jahrhunderts: Willem Joseph Laquy entfaltet in diesem detailreichen Interieur eine kleine, erzählerisch dichte Welt, in der sich familiäre Geborgenheit, alltägliche Pflichten und genussvolle Momente zu einer idyllischen Szenerie verbinden. Im Zentrum sitzt eine weiss gekleidete Dame, den Fuss bequem auf einen Schemel gestützt, ein grosses Nähkissen auf dem Schoss. Die neben ihr auf dem Tisch liegende grosse Schere weist zusammen mit dem hohen Wäschekorb darauf hin, dass sie eben noch mit Flickarbeiten beschäftigt war. Ihr lässig abgelegter Pantoffel unterstreicht die entspannte Atmosphäre. Hinter ihr lehnt sich ein Herr in blaugrünem Rock an die Stuhllehne. Seine vertraute Nähe lässt vermuten, dass es sich um ihren Ehemann handelt. Rechts nähert sich eine Magd, die einen Teller mit drei Fischen präsentiert. Die Blicke der drei Figuren treffen sich auf dem frischen Fang, der zum stillen Mittelpunkt der Szene wird. Links liegt ein zufriedenes Baby in einer Wiege aus geflochtener Weide, während im Vordergrund ein Hund lebhaft aufspringt. Im Türrahmen steht ein rüstiger Herr - wohl der Fischer - mit Hut, Korb und Stock, der aus einem grossen Glas trinkt. An der Rückwand hängen eine Pendeluhr und eine grosse Landkarte, auf der der Name Munster zu lesen ist. Über der Tür ergänzt ein Gemälde mit Kühen die häusliche Ausstattung. Das Licht fällt von links durch bleiverglaste Fenster und lässt die Figuren und Gegenstände in einer warmen, ruhigen Atmosphäre erscheinen. Die Fülle der Einzelheiten verleiht dem Gemälde seinen besonderen Reiz. Laquy schildert nicht nur detailreich einen Haushalt, sondern entwirft ein vielschichtiges Bild bürgerlicher Lebensordnung, in dem Familie, Arbeit, Versorgung und Geselligkeit selbstverständlich ineinandergreifen. Zugleich lädt die Komposition dazu ein, hinter der Idylle nach einer tieferen Bedeutung zu suchen. Könnten die drei Fische auf dem Teller mehr sein als eine Mahlzeit? Der Fisch zählt zu den ältesten christlichen Symbolen und kann auf Christus, die göttliche Fürsorge und die Gemeinschaft der Gläubigen verweisen. Auch das Buch auf dem Tisch könnte als Hinweis auf Frömmigkeit und häusliche Tugend verstanden werden. Ebenso lassen sich die Pendeluhr als Erinnerung an die verrinnende Zeit und das friedlich geborgene Kind als Sinnbild familiärer Kontinuität lesen. Gerade diese Schwebe zwischen genauer Alltagsschilderung und möglicher Allegorie macht den Reiz des Bildes aus. Ausrufdatum 28.11.2026 Ungefähre Ausrufzeit 09:43 Uhr MEZ
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