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live 27. November | 09:00 AM
Auktionshaus Zofingen

2477 - Josephsohn Hans

Startpreis

24.000 CHF (26.104 €)

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Schätzungen

24.000 - 30.000 CHF (26.000 - 33.000 €)

Verkaufsgebühren

26 %

Josephsohn Hans 1920 Königsberg - 2012 Zürich Ohne Titel. 1975 Messingrelief, stellenweise mit schwarzer Patina 3/6. Auf der linken unteren Seite eingestanzt monogrammiert und datiert: JOS. 75. Verso Giesserstempel und Nummerierung: KUNST GIESSEREI ST. GALLEN 1065 Tiefe 23 cm Breite 73 cm Höhe 110 cm Neben der Auflage von sechs Exemplaren wurden zwei weitere Künstlerexemplare (AP) hergestellt. Dieses Werk ist im Kesselhaus Josephsohn, St. Gallen, unter der Verzeichnis-Nummer: 1065 registriert. Wir danken Ulrich Meinherz für die freundliche Auskunft. Hans Josephsohn gehört zu den bedeutendsten Bildhauern der europäischen Kunst nach 1945. Aus einer jüdischen Familie stammend flüchtete er 1938 in die Schweiz und studierte von 1939 bis 1943 beim Schweizer Bildhauer Otto Müller in Zürich. Josephsohn entwickelte über mehr als sechs Jahrzehnte ein konsequent eigenständiges plastisches Werk, das sich abseits wechselnder Kunstströmungen der menschlichen Figur und ihrer Präsenz im Raum widmete. Erst im späteren Schaffen erfuhr seine Arbeit eine breitere internationale Anerkennung. Heute widmet sich das "Kesselhaus Josephsohn" in St. Gallen der Bewahrung, Dokumentation und Vermittlung des künstlerischen Nachlasses von Hans Josephsohn. In enger Verbindung mit der Kunstgiesserei St. Gallen nimmt es eine zentrale Rolle in der Pflege und Präsentation seines Œuvres ein. Mit seiner archaisch anmutenden Formensprache und der aufgerauten Oberfläche führt das angebotene Messingrelief unmittelbar in die plastische Welt von Josephsohn. Aus der dunklen, von erdigen Braun- und Ockertönen durchzogenen Fläche treten körperhafte Formen hervor, die sich zu einer angedeuteten figürlichen Komposition verdichten. Menschliche Gestalten scheinen aus dem Reliefgrund herauszuwachsen, sich anzunähern und zugleich wieder mit ihm zu verschmelzen. Konturen bleiben fragmentarisch, Körpergrenzen lösen sich auf; Figur und Umraum werden zu einer untrennbaren Einheit. Das Werk zeigt eindrücklich Josephsohns Umgang mit dem Relief als einer Form zwischen Fläche und freier Plastik. Anders als ein traditionelles Relief, das seine Figuren durch klar umrissene Konturen und eine geordnete Raumstaffelung wiedergibt, entfaltet sich die Komposition durch ein Wechselspiel aus Verdichtung, Überlagerung und Leerraum. Die Körper scheinen nicht einfach auf einer Fläche dargestellt, sondern arbeiten sich aus einer Masse heraus. Der Blick tastet sich über die unregelmässigen Erhebungen und Vertiefungen, entdeckt einzelne Körperfragmente und verliert sie wieder im dunklen Grund. Charakteristisch ist dabei auch die Materialbehandlung. Josephsohn arbeitete überwiegend in Gips, den er modellierte, im trockenen Zustand behaute und wieder ergänzte. Die Spuren dieses fortgesetzten Formprozesses des Abtragens und Ergänzens, die durch den Guss dauerhaft in das Metall übertragen wurden, bleiben bewusst sichtbar. Die stellenweise dunkle Patina verstärkt die Tiefenwirkung der Oberfläche und lässt die plastischen Erhebungen in wechselndem Licht hervortreten. Das Material erscheint dadurch weniger als kostbares Metall denn als gefestigte, über lange Zeit geformte Materie. Das Jahr 1975 markiert einen wichtigen Abschnitt in Josephsohns Laufbahn: Neben einer ihm gewidmeten Einzelausstellung im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen nahm er an der Schau Kunstszene Zürich 1975 im Kunsthaus Zürich teil. Seine Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seine unverwechselbare Formensprache hervorgebracht, in der körperliche Präsenz und weitgehende Abstraktion nicht als Gegensätze erscheinen, sondern einander bedingen. Die figürliche Erzählung und autonome plastische Struktur erlauben keine eindeutige Lesart, sondern entfalten ihre Wirkung aus dem Oszillieren zwischen der Unbestimmtheit der Formen und der physischen Gegenwärtigkeit der Figur. Mit seiner reliefartig aufgebauten Komposition, der differenzierten Patinierung und dem erdig wirkenden Metall steht das Werk exemplarisch für Josephsohns unverwechselbare Auffassung von Plastik – als einem fortwährenden Prozess, in dem sich die menschliche Gestalt aus der Materie herausbildet und zugleich in ihr eingeschrieben bleibt. Gerade darin liegt die nachhaltige Faszination seines Schaffens. Ausrufdatum 27.11.2026 Ungefähre Ausrufzeit 17:26 Uhr MEZ

Auktion

Autumn Auction 2026 (Day 3/4)
Freitag, 27. November
09:00 AM
Klösterligasse 4
CH-4800 Zofingen, Schweiz

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Auktionshaus Zofingen +41 6 27 51 63 51 info@auktionshaus-zofingen.ch
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