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Ein klarer Spiegel der wahren Töchter Christi. Darin können sie deutlich erkennen, wie sie das Innere ihrer Seelen verschönern sollen [...]. [Sint-Truiden?] 1535–1546 8vo, 17,1 × 11,9 cm: 273 Papierblätter (13,5 × 7,0 cm), Kursivschrift, 17 Pergamentblätter mit eingeklebten handkolorierten Stichen (wenige Wurmlöcher am unteren Rand der ersten 30 Blätter, kleine Farbabplatzungen an einigen Abbildungen, Flecken auf einigen Blättern). Insgesamt sehr guter Zustand. Einband datiert 1601: braunes Kalbsleder über Holzdeckeln, Rücken mit erhabenen Bändern und 5 vergoldeten Lilien, Deckel mit zentralem vergoldetem Medaillon mit der Kreuzigung, den Passionswerkzeugen und dem IHS-Monogramm, auf dem oberen Deckel „I.F. Bacx“ und „Salich in Ger[...]cheyt“, auf dem unteren Deckel „Anno“ und „1601“, Goldschnitt, 2 Messingverschlüsse. Moderne, mit braunem Marokko-Leder bezogene Schatulle (Einband restauriert). Sehr gepflegtes Manuskript, das für den Andachtsgebrauch von Frauen in den südlichen Niederlanden angefertigt wurde, mit Überschriften und Randbeschriftungen in roter Feder, 8 großen verzierten Großbuchstaben, jedes Blatt mit einem Rahmen in roter Feder, durchgehend liniert und rubriziert. Abgesehen vom Inhaltsverzeichnis und zwei Gebeten besteht der Band aus acht umfangreichen Kapiteln: „Sinte Hyeronimus epistole totter edeler maecht [...]“, „Van diversche ynnighe gebedekens [...]“, „Van den seeve[n] Blutvergieß[n]gen Christi Jhesu [...]“, „Vanden heyligen Sacrame[n]ten [...]“, „Von den unzähligen Wohltaten und Gnaden, die der Herr euch gewährt hat […]“, „Vom Gedenken an den Tod und den Tag eures Ablebens […]“, „Von der unendlichen Barmherzigkeit Gottes gegen alle Verzweiflung und Kleinmut“ sowie „Von der Geduld in allen Leiden dieser Zeit [...]“. Im ersten Gebet erwähnt der männliche Schreiber, dass er diese Handschrift im Jahr 1535 auf Bitten einer frommen Frau verfasst habe („Int jaer van xxxv lest geleden, so bin ich, N., ein unwürdiger Bruder und Diener Gottes, von einer frommen, geistlichen Jungfrau mit großem Eifer gebeten worden [...], dass ich ihr eine Form oder Art [...], schreiben möge“. Am Ende des Bandes bittet er darum, für seine Seele zu beten, und schließt mit dem Datum Juli 1546 und dem Zitat „Godt sy gheloeft Jhs Maria Catharijna“. Illustriert mit 17 Stichen nordeuropäischer Grafikkünstler: Jacob Binck (gest. 1569; 2 Stiche), Meister S oder Alexander van Brugsal (gest. um 1554; 9 Stiche mit Passionsszenen), Israhel van Meckenem (gest. 1503; 1 Stich), Monogrammist AC oder Allaert Claesz (gest. 1526; 3 Stiche), ein anonymer deutscher Meister (Köln?; 1 Stich) und ein anonymer niederländischer Meister (1 Stich). Alle Stiche wurden auf Papierbögen geklebt und anschließend auf Pergamentblätter aufgezogen, im Stil von Miniaturen koloriert und mit Gold veredelt; sie wurden in Rahmen gesetzt, von denen einige die Bordüren von Stundenbüchern imitieren, mit Szenen aus dem Leben und der Passion Christi sowie der Heiligen Stephanus, Laurentius, Franziskus, Apollonia und Katharina. Ähnliche seltene und bemerkenswerte Beispiele zeitgenössischer Andachts- und religiöser Handschriften, die mit handkolorierten Stichen früher nordeuropäischer Kupferstecher durchsetzt sind, gehörten einst zur Bibliothek der Abtei von Sint-Truiden, die sich heute in der Universitätsbibliothek in Lüttich befinden (vgl. „Handschriften uit de abdij van Sint-Truiden“, Ausstellungskatalog, 1986, Nr. 30–34). Provenienz: Schwester Franssoes Backx (Supra-libros und handschriftliche Erwähnung auf der Innenseite des oberen Buchdeckels). - Schwester Gritken vander Elken „mijn goede vrindinne“ (handschriftliche Erwähnung ebenda). - München, Karl Hartung, Auktion 56, 3.–6.11.1987, Los 11. - J.R. Ritman (Exlibris „Philosophia Hermetica“ auf der Innenseite des oberen Buchdeckels). - London, Sotheby’s, 17.6.2003, Ritman-Auktion, Los 37, mit ausführlicher Beschreibung.
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