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Raphia-Plüschgewebe, "mbal" Kuba-Shoowa. DR Kongo Ohne Sockel / without base Raphia. B 53 cm. L 69 cm. Provenienz: Galerie Walu, Zürich. Eine herausragende Stellung innerhalb der afrikanischen Kunst nehmen die Textilien der Kuba ein. Ihre kunstvoll aus Raffiafasern gefertigten Gewebe zeichnen sich durch eine unverwechselbare Formensprache aus, die von komplexen geometrischen Mustern, raffinierten Variationen und überraschenden Asymmetrien geprägt ist. Über Generationen hinweg haben die Kuba eine aussergewöhnliche Textiltradition entwickelt und bewahrt, deren gestalterische Vielfalt und handwerkliche Meisterschaft bis heute beeindrucken. Das im 17. Jahrhundert entstandene Königreich Kuba vereinte rund 20 bantusprachige Bevölkerungsgruppen im Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Die von den Bushoong dominierte Konföderation bewahrte ihre politische Eigenständigkeit bis zur Ausbreitung der belgischen Kolonialherrschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Als traditionelle Institution besteht das Königreich bis heute fort, wenn auch ohne seine einstige politische Autonomie. Neben den Bushoong gehören ihm unter anderem die Ngeende, Ngongo, Kete und Shoowa an. Die Kuba zeigen eine ausgeprägte Vorliebe für geometrische Formen und verzieren zahlreiche Gebrauchs- und Ritualgegenstände mit kunstvoll ausgearbeiteten, meist flächendeckenden Mustern. Besondere Berühmtheit erlangten sie jedoch durch ihre meisterhaft gefertigten Raffiagewebe, die weit über die Grenzen ihres Königreichs hinaus geschätzt wurden. Die oft annähernd quadratischen, etwa 50 × 50 cm grossen Tücher werden aus den feinen Fasern der Fiederblätter der Raffiapalme hergestellt. Während die Männer die Grundgewebe anfertigen, übernehmen die Frauen deren kunstvolle Verzierung. Besonders charakteristisch ist die aufwendige Velours-Stickerei, bei der eingefärbte Raffiafäden mithilfe einer Nadel ohne Verknotung in das Gewebe eingezogen werden. Die hervorstehenden Fadenenden werden anschliessend auf wenige Millimeter zurückgeschnitten, wodurch eine samtartige Oberfläche mit plastisch hervortretenden, geometrischen Mustern entsteht. Für die Färbung der Fasern werden traditionell pflanzliche und andere natürliche Farbstoffe verwendet. Bereits portugiesische Reiseberichte des 16. und 17. Jahrhunderts erwähnen die aussergewöhnliche Qualität zentralafrikanischer Raffiagewebe. Im damaligen Handel wurden solche Stoffe unter anderem gegen Salz, Kaurischnecken und Perlen getauscht. Über weitreichende Handelsnetze gelangten die begehrten Tücher bis nach Angola, wo sie ebenfalls als Zahlungsmittel Verwendung fanden. Aufgrund ihres hohen Wertes dienten die Raffiatücher auch innerhalb des Kuba-Königreichs als Tausch- und Zahlungsmittel. Darüber hinaus besassen sie eine grosse gesellschaftliche und zeremonielle Bedeutung. Bis heute werden sie als kostbare Gastgeschenke zu verschiedensten Anlässen überreicht, insbesondere bei Hochzeiten, Geburten und Jubiläen. Auch bei Bestattungszeremonien spielen sie weiterhin eine wichtige Rolle. Der beträchtliche Arbeitsaufwand, der in jedem einzelnen Tuch steckt, bildet dabei eine wesentliche Grundlage seines Wertes. Die Beschenkten erhalten mit solchen Gaben mitunter ein kleines Vermögen, das sie bei Bedarf wieder veräussern oder eintauschen können. Wer für eine Feierlichkeit selbst keine entsprechenden Tücher besitzt oder herstellen kann, muss sie gegen Geld, Waren oder Dienstleistungen erwerben. Muster, Qualität und Ausführung sowie Angebot und Nachfrage bestimmen dabei den individuell ausgehandelten Gegenwert. Die Raffiagewebe der Kuba zählen zu den herausragenden Leistungen afrikanischer Textilkunst. Ihre raffinierten geometrischen Kompositionen, die spielerische Variation wiederkehrender Motive und ihr ausgeprägter Sinn für Rhythmus und Asymmetrie verleihen ihnen eine unverwechselbare Ästhetik. Ihre aussergewöhnliche Formensprache weist bemerkenswerte Parallelen zur abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts auf. Künstler wie Paul Klee, Antoni Tàpies und Keith Haring beschäftigten sich nachweislich mit den Textilien der Kuba und schätzten deren gestalterische Qualität. In diesen aussergewöhnlichen Geweben verschmelzen handwerkliche Meisterschaft, gesellschaftliche Funktion und künstlerische Ausdruckskraft zu Kunstwerken von zeitloser Faszination. Weiterführende Literatur: Meurant, Georges (1989). Traumzeichen. München: Verlag Fred Jahn. CHF 100 / 200 Gewicht in Gramm: 245 Zustand: Hammer Auktionen legt grossen Wert auf eine sorgfältige und möglichst präzise Beschreibung aller im Katalog angebotenen Lots. Jedes Lot wird durch mehrere Fotografien dokumentiert, die einen möglichst umfassenden Eindruck seines Zustands vermitteln sollen. Dazu gehören insbesondere sichtbare Gebrauchsspuren, Unregelmässigkeiten und altersbedingte Veränderungen. Wir empfehlen allen Interessenten und Bietern, die Fotografien vor der Abgabe eines Gebots sorgf
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