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Armreif mit sitzendem Figurenpaar Lobi. Burkina Faso Ohne Sockel / without base Gelbguss, Eisen. H 4 cm. Ø 10,5 cm. Provenienz: - Galerie Walu, Zürich. - Hammer Auktionen, Basel, 02.12.2017, Lot 15. - Claudine und Christoph Eichele (1952-2020 & 1949-2026), Brotte-lès-Luxeuil. - Erbengemeinschaft Eichele. Bei den Lobi ist eine erstaunliche Vielfalt von Gelbgussobjekten zu finden, welche sich auch in ihrem Gebrauch unterscheiden. Die meisten Objekte sind Schmuckgegenstände wie Arm- und Fussreifen, Fingerringe und Anhänger. Dieses sitzende Paar vereint menschenähnliches Aussehen mit übermenschlichen Qualitäten und sollte den Besitzer wohl vor unzugänglichen Bereichen wie bösen Gedanken und Hexerei schützen. -------------------------------- Seit jeher begleitet und fasziniert Schmuck in verschiedensten Formen und Materialien die Menschen aller Kulturen. Aus kultureller Sicht sind Arm- und Fussreifen, Amulette, Fingerringe und Colliers aber viel mehr als nur Schmuckstücke. In weiten Teilen Afrikas werden die meisterhaft gefertigten Preziosen zwar für ihre Schönheit geschätzt, aber die wertvollen Ornamente sind vor allem auch Teil der religiösen Überzeugungen. Sie sind daher Zeugnisse für die Zugehörigkeit, den Rang und den Glauben der Träger. Des weiteren verordnen Heiler das Tragen von schützendem Schmuck zur Genesung oder um Unheil abzuwenden. Die Kostbarkeiten wurden somit auch als magische, schützende und kraftgebende Objekte getragen. Zur Herstellung der wertvollen Unikate wurde nebst einheimischen Materialien, wie z.B. , Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Stein, Elfenbein, Muschel oder Harz, auch gerne beliebte Importwaren verwendet (Glas, Koralle, Kaurischnecken, usw.). Indische Steinperlen waren z.B. schon sehr früh über die Handelswege Vorderasiens nach Afrika gelangt. Später, während der Blütezeit Muranos zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert, fanden vor allem Glasperlen italienischer Herstellung reissenden Absatz. Aufgrund des Wertes der verarbeiteten Rohstoffe waren die Schmuckstücke auch Wertanlage, und wurden auch als Tausch- und Zahlungsmittel verwendet. Diese vormünzlichen Zahlungsmittel (sog. Primitivgeld) in standardisierten Formen wurden über weite Strecken gehandelt. Die Verwendung von importierten Manillas aus Kupferlegierungen als Tauschgegenstände geht in Afrika mindestens auf das 16. Jh. zurück, als die Portugiesen in Westafrika Handelsstationen errichteten. Im Laufe der Zeit wurden diese Importwaren immer wieder aufs Neue eingeschmolzen und zu neuen Formen gegossen oder geschmiedet, wobei auch andere Materialien, wie z.B. Eisen, zunehmend in der gleichen Art gehandelt wurden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verboten die meisten Kolonialmächte diese Geldformen als Zahlungsmittel um ihre eigenen Währungen zu etablieren. Weiterführende Literatur: Glar, Wilfried (2002). Afrikanische Reife. Versuch einer Uebersicht (5 Bände). Eigenverlag. -------------------------------- Claudine Eichele (1952–2020) und Christophe Eichele (1949–2026) Claudine Eichele war als Tochter von René und Denise David, den Gründern der Galerie Walu in Basel, von klein auf mit aussereuropäischer Kunst vertraut. Von 1970 bis 1990 arbeitete sie fest in der Galerie und unternahm in den 1980er-Jahren mehrere Reisen nach Afrika. Anschliessend blieb sie der Galerie weiterhin mit Unterbrüchen und in Teilzeit verbunden. Christophe Eichele war als selbstständiger Unternehmer und Marketingfachmann tätig. Darüber hinaus engagierte er sich über viele Jahre in der Mittelbeschaffung und im Marketing für das Schweizer Hilfswerk Brücke · Le pont. Ihren Ruhestand verbrachte das Ehepaar im französischen Brotte, wo auch ihre gemeinsam aufgebaute Sammlung ihren Platz fand. CHF 100 / 200 Gewicht in Gramm: 93 Zustand: Hammer Auktionen legt grossen Wert auf eine sorgfältige und möglichst präzise Beschreibung aller im Katalog angebotenen Lots. Jedes Lot wird durch mehrere Fotografien dokumentiert, die einen möglichst umfassenden Eindruck seines Zustands vermitteln sollen. Dazu gehören insbesondere sichtbare Gebrauchsspuren, Unregelmässigkeiten und altersbedingte Veränderungen. Wir empfehlen allen Interessenten und Bietern, die Fotografien vor der Abgabe eines Gebots sorgfältig zu prüfen, da sie einen wesentlichen Bestandteil der Lotbeschreibung bilden. Darüber hinaus empfehlen wir, die Objekte nach Möglichkeit vor der Auktion persönlich zu besichtigen. Sämtliche Zustandsangaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen und beruhen auf unserer fachlichen Einschätzung. Sie dienen der Orientierung und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Insbesondere können alters- oder gebrauchsbedingte Merkmale vorhanden sein, die weder ausdrücklich erwähnt noch auf den Fotografien erkennbar sind. Für unbeabsichtigte Fehler oder Auslassungen in den Zustandsbeschreibungen übernimmt Hammer Auktionen im gesetzlich zulässigen Umfang keine Haftung. Wir sind jedoch stets b
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