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Gérard de Lairesse Venus und Amor Öl auf Leinwand (doubliert). 88 x 115 cm. Monogrammiert unten rechts: G de L. Provenienz Wohl Auktion Quiryn van Stryen, Haarlem, 2.4.1715, Lot 1 (“Venus met Cupido, heerlyk geschildert door Gerard de Lairesse“). – Wohl Auktion Philip van Dyk, Den Haag, 13.6.1753, Lot 56 („Een Venus met Cupido, door denzelven [„Gerard de Laires“]). - Auktion Willem van Haansbergen, Den Haag, 19.6.1755, Lot 61 („Venus met Cupido, zeer fraay door Gerard de Lairesse”). - Auktion Rotterdam, 28.6.1756, Lot 49 („Een Venus en Cupido, zeer fraay, door Gerard de Lairesse, hoog 2 voet, 10 duim, breet 3 voet 9 duim”, entspricht etwa 82-89 cm x 108-118 cm). - Slg. Flatter, England, Anfang 20. Jh. - Privatbesitz Schweden. - Galerie Jean-François et Philippe Heim, Paris, 1990. – Niederländische Privatsammlung. Ausstellungen Vom Adel der Malerei. Holland um 1700, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln / Dordrechts Museum, Dordrecht / Gemäldegalerie Alte Meister, Schloss Wilhelmshöhe, Kassel 2006/2007, Nr. 36. Literatur Catalogue de la Galerie Jean-François et Philippe Heim, Tableaux anciens 1520-1770, Paris 1990, S. 34f. – C. Kemmer: Rezension von Alain Roy: Gérard de Lairesse (1640-1711), in: Simiolus XXIII (1995), S. 193. – A. Roy: Quelques nouvelles œuvres attribuées à Gérard de Lairesse, in: Les Cahiers d'Histoire de l'Art, II (2004), S. 130, P. 66bis. – Ausst.-Kat. Köln/Dordrecht/Kassel 2006/2007: Vom Adel der Malerei. Holland um 1700, hrsg. v. E. Mai, S. Paarlberg, G. J. M. Weber, Köln 2006, S. 176, Nr. 36, Abb. S. 177. Gérard de Lairesse, als Sohn eines Malers in Lüttich geboren, zog nach kurzen Aufenthalten in ’s-Hertogenbosch und Utrecht 1666 nach Amsterdam. In der holländischen Metropole avancierte er schnell zum bedeutendsten und erfolgreichsten Maler seiner Generation, der zahlreiche Aufträge u. a. von dem Statthalter und späteren englischen König Wilhelm III. erhielt. Nach seiner Erblindung um 1689/90 widmete sich Gérard de Lairesse kunsttheoretischen Fragen und veröffentlichte mit „Het groot schilderboek“ ein Werk, das weit über die Grenzen Hollands großen Einfluss ausübte. Ein eindrucksvolles Portrait seines jungen Malerkollegen hat um 1665 Rembrandt geschaffen (Abb. 1). Gérard de Lairesse war ein Hauptvertreter des holländischen Klassizismus; er malte nahezu ausschließlich mythologische und allegorische Szenen, die sich an französischen Vorbildern orientieren und ihm den Namen eines "holländischen Poussin" eintrugen. Die vorliegende Darstellung von Venus und Amor zeigt die für das gesamte Œuvre des Künstlers kennzeichnende Eleganz und Grazie. In einer bemerkenswert nahsichtigen und damit dicht an den Betrachter herangerückten Komposition werden die aufrecht auf einem Bett sitzende, weitgehend entblößte Venus und der gänzlich nackte Amor gezeigt. Mit erhobenen Armen und erschreckt geöffneten Mund flieht der Sohn der Venus vor seiner Mutter, die mit einem seiner eigenen Pfeile auf ihn zielt. Das Sujet dürfte damit über die häufig geschilderte Szene der Entwaffnung Amors hinausgehen und eine wohl nur selten dargestellte Szene zeigen. Während üblicherweise Amor seine Pfeile verschießt und damit nicht nur Liebe entzünden, sondern auch Unheil anrichten kann, wird er nun selbst von einem Liebespfeil bedroht, den ausgerechnet seine Mutter auf ihn richtet. Dieses ungewöhnliche und dramatische "Zweipersonenstück" entfaltet sich vor dem Ausblick in eine Parklandschaft links und eine dunkle Draperie rechts. Ebenso ungewöhnlich und extravagant erscheint die dazwischen positionierte, monumentale und mit Voluten und Figuren dekorierte Vase, vor der sich jedoch das makellose, zartrosafarbene Inkarnat der Liebesgöttin umso effektvoller abhebt. Für Vergleichsabbildungen siehe den gedruckten Katalog sowie die PDF-Fassung.
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