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live 21. November | 11:30 AM
Lempertz

1041 - Jacob Jordaens

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45.000 €

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Schätzungen

60.000 - 70.000 €

Verkaufsgebühren

35,7 %

Jacob Jordaens Heilige Familie mit der Heiligen Anna Öl auf Holz. 49 x 37,5 cm. Provenienz Privatsammlung, Wien. – Bayerische Privatsammlung. Dieses charmante kleine Tafelbild "Heilige Familie mit der Heiligen Anna" steht am Anfang der Karriere von Jacob Jordaens. Das Bild muss vor 1617 entstanden sein, da die sehr sorgfältig gearbeitete Eichenholztafel noch keine der später geforderten Antwerpener Marken aufweist. Im Jahr 1615 wurde Jordaens im Alter von nur 22 Jahren freier Meister in der Antwerpener Lukasgilde. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte er noch keine Mitarbeiter oder Schüler. Zuvor hatte er acht Jahre bei Adam von Noort gelernt, dessen Tochter Catharina er am 15. Mai 1616 heiratete. In den darauffolgenden Jahren begann sein rasanter Aufstieg zu einem der bedeutendsten flämischen Maler des Barocks neben Peter Paul Rubens und Anthonis van Dyck. Dieses bisher unbekannte Werk Jordaens‘ steht in unmittelbarem Bezug zu einem großen Gemälde gleichen Themas im Detroit Institute of Arts (Abb. 1, Inv.-Nr. 46.300). Die Figuren von Maria, Anna, Joseph und Jesus präsentieren sich in kräftigen Farben und sind in Malduktus und Komposition mit weiteren Darstellungen der Hl. Familie aus der Frühzeit des Künstlers zwischen 1615 und 1618 vergleichbar. Joost Vander Auwera wies in Korrespondenz darauf hin, dass es sich beim vorliegenden Gemälde nicht etwa um eine Vorstudie zum großformatigen Detroiter Gemälde (114,4 x 95,3 cm) handelt. Vielmehr ist es im kleineren Antwerpener Standardformat des "stooter" oder "Dreigroschen-Format" gemalt, wohingegen das Bild in Detroit dem größeren Antwerpener 26-Groschen-Format entspricht und für einen anderen Kundenkreis gedacht war. Vander Auwera, der sich ausführlich mit Jordaens Frühwerk beschäftigt hat, datiert beide Fassungen um 1615, in das Jahr, in dem wohl auch eine "Anbetung der Hirten" im Museum Mayer van den Bergh entstand (vgl. Vander Auwera, op. cit., S. 370, Abb. 4). Die etwas barockere und flüssigere Malweise des vorliegenden Bildes ist jedoch schon progressiver, wenngleich das Inkarnat der Figuren noch der älteren Tradition folgt, bevor Jordaens als selbstständiger Meister um 1617 im Atelier von Rubens tätig wurde (vgl. Vander Auwera, op. cit., S. 377). Wir danken Dr. Joost Vander Auwera, Brüssel, für die Bestätigung der Authentizität auf der Grundlage von Digitalfotografien und für die Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Lots. Erwähnte Literatur: Joost Vander Auwera: The Young Jordaens, in: The Burlington Magazine, April 2023, S. 366-77. Für Vergleichsabbildungen siehe den gedruckten Katalog sowie die PDF-Fassung.

Auktion

Alte Meister und 19. Jahrhundert
Samstag, 21. November
11:30 AM
Neumarkt, 3
50667 Cologne, Deutschland

Auktionshaus

Lempertz +(49)2.21.92.57.290 altemeister@lempertz.com
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