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live 21. November | 11:30 AM
Lempertz

1039 - Fede Galizia

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60.000 €

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Schätzungen

80.000 - 100.000 €

Verkaufsgebühren

35,7 %

Fede Galizia Pfirsiche und Jasminblüten in einem Weidenkorb Öl auf Leinwand (doubliert). 32 x 40,5 cm. Gutachten Prof. Dr. Flavio Caroli, s.d. - Prof. Dr. Flavio Caroli, Mailand, 25.2.2025. Provenienz Italienische Privatsammlung. Literatur F. Caroli: Peschi di Galizia, in: Quadri e Sculture Rivista d'Arte, Juni/Juli 1998, o.p. Dieses kleine Stillleben wurde von Flavio Caroli entdeckt und erstmals publiziert. Er schätzt es als eine hervorragende Variante der Komposition aus der Sammlung Sperling in New York ein. Nach einer ersten gutachterlichen Stellungnahme veröffentlichte Caroli das Gemälde 1998 und bekräftigte seine Zuschreibung im Jahr 2025. Die in unmittelbarer Nahsicht wiedergegebene Komposition besticht durch ihre Schlichtheit und Eleganz. Meisterhaft lässt die Künstlerin die Gegenstände aus dem Dunkel des Hintergrundes hervortreten und vom Licht erfassen, ohne dabei von einer präzisen, wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe der einzelnen Objekte abzuweichen. Galizias Stillleben zeichnen sich durch einen klaren kompositorischen Aufbau, den Verzicht auf einen perspektivisch erschlossenen Hintergrund sowie die frontale Anordnung der Gegenstände aus. In ihren Werken verbindet Fede Galizia die lombardische Tradition des 16. Jahrhunderts und deren Vorliebe für die detailgenaue Wiedergabe unbelebter Gegenstände mit Einflüssen der nordeuropäischen Malerei. Von besonderer Bedeutung war hierbei Jan Brueghel d. Ä., der sich 1595/96 im Mailänder Kreis Kardinal Federico Borromeos aufhielt. Das wichtigste Vorbild für die vorliegende Komposition ist jedoch bei Caravaggio und dessen unmittelbarer Naturbeobachtung zu suchen. Mit Bezug auf die oben erwähnte Version in New York gingen Harris und Nochlin (1964) davon aus, dass Fede Galizia Caravaggios um 1599 entstandene „Canestra di frutta“ gekannt haben müsse, bevor sie ihre eigene, in mehreren Einzelheiten auffallend verwandte Komposition entwickelte. Die Autorinnen vermuteten zudem, dass das New Yorker Gemälde beschnitten worden sein könnte: Der Raum im Vordergrund sei ungewöhnlich knapp bemessen, wodurch die Komposition gedrängter erscheine. Die Entdeckung der vorliegenden, breiter angelegten Version scheint diese bereits 1964 formulierte Hypothese zu stützen. Die Wiederholungen und Varianten innerhalb von Galizias Œuvre zeugen vom Erfolg ihrer Kompositionen und von einem ausgeprägten Interesse an ihrer Kunst unter lombardischen Sammlern, bei denen gerade kleinformatige Staffeleibilder besondere Wertschätzung genossen.

Auktion

Alte Meister und 19. Jahrhundert
Samstag, 21. November
11:30 AM
Neumarkt, 3
50667 Cologne, Deutschland

Auktionshaus

Lempertz +(49)2.21.92.57.290 altemeister@lempertz.com
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