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Jan Vermeer van Haarlem Abendliche Landschaft mit Staffage – Blick auf Noordwijk Öl auf Holz (parkettiert). 35,5 x 58 cm. Signiert unten Mitte: Johannes Vermeer. Gutachten Ellen Bernt, April 1981. Provenienz Slg. Max Kellner, Wien. – Rudolph Lepke, Berlin, 3.12.1929, Lot 11. – Kunsthandel Jacques Goudstikker, Amsterdam, April–Mai 1930. – S. van Oss, Den Haag, vor 1944. – Abraham Nijstad, Lochem/Den Haag, 1944. – J. G. Wigman, Amsterdam, 1944. – am 7.6.1944 von Dr. Erhard Göpel für die Sammlung Sonderauftrag Linz erworben, Linz-Nr. 3689. – Im Führerbau in München, Februar 1945 - Ende April 1945, dort entwendet. – Münchner Privatsammlung. – Kurt Kaiser, München. – Von diesem vom Vater des jetzigen Eigentümers 1982 erworben und seitdem in Familienbesitz. – 2026 gütliche Einigung mit den Erben nach Abraham Nijstad. Ausstellungen Nouvelles Acquisitions de la Collection Goudstikker, Kunsthandel Jacques Goudstikker, Amsterdam, 1930, Nr. 62. Literatur Ausst.-Kat. Amsterdam 1930: Catalogue des Nouvelles Acquisitions de la Collection Goudstikker, Nr. 62, m. Abb. – Die Kunstauktion. Internat. Nachrichtenblatt des gesamten Kunstmarktes, IV, Nr. 20 (1930), S. 9. – H. Ch. Löhr: Das Braune Haus der Kunst. Hitler und der „Sonderauftrag Linz“, Berlin 2005, Abb. S. 379. Jan Vermeer van Haarlem d. Ä. zählt zu den Protagonisten der holländischen Landschaftsmalerei. Das Gemälde entfaltet unter bewegtem Wolkenhimmel ein Panorama, das topografische Beobachtung mit Sensibilität für Licht und Atmosphäre verbindet. Eine baumbestandene Anhöhe öffnet den Blick in die Landschaft. Ein Wanderer mit geschultertem Beutel steigt talwärts, während ein Hirte bei Kühen auf der sonnenbeschienenen Kuppe verweilt. Im warmen Streiflicht des Horizonts erscheint die Silhouette einer Ortschaft mit markantem Kirchturm. Die charakteristische Architektur erlaubt die Identifizierung der Ortschaft als Noordwijk-Binnen mit der Oude Jeroenskerk. Eine signierte, datierte "Ansicht von Noordwijk“ im Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam (Abb. 1, Inv.-Nr. 1502), zeigt die Kirche aus entgegengesetzter Sicht. Mit der Eigentümergemeinschaft nach Abraham Nijstad konnte eine gütliche Einigung erzielt werden. Für Vergleichsabbildungen siehe den gedruckten Katalog sowie die PDF-Fassung.
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