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Jan van Kessel d. Ä. Vogelparadies Öl auf Kupfer. 20 x 30 cm. Signiert unten Mitte: I. V. KESSEL Fecit. Provenienz Rheinische Privatsammlung. Ärger im Paradies? Auf der fein gemalten Kupfertafel Jan van Kessels herrschen elementare Unstimmigkeiten im Vogelreich. Prachtvoll komponiert, versammelt sie in einer Landschaft unterschiedliches Federvieh. Vor hohem Schilf hat sich links im Wasser eine Gruppe von Schwänen, Graugänsen, Enten, Reihern und Kranichen zusammengetan, die ihre Hälse unwirsch in Richtung der anderen Vögel recken. Zulande sitzen rechts ein prächtiger Pfau samt Gattin, ein Truthahn sowie ein großer Laufvogel als eigenes mürrisches Grüppchen. Oben in der Luft und vom Ast herabstänkernd, sind unter anderen Flugvögeln eine Goldamsel, eine Rauchschwalbe und zwei Elstern zu sehen. Van Kessel präsentiert zugleich eine kunstvoll arrangierte Allegorie auf die Elemente Wasser, Erde und Luft, deren Zusammenkunft jedoch wenig harmonisch verläuft. Der Enkel von Jan Brueghel d. Ä. und Neffe sowie Schüler von Jan Brueghel d. J. stellte in seinen sorgsam studierten Feinmalereien nicht allein sinfonische Vogelkonzerte dar (vgl. Ertz, op. cit., Kat.-Nr. 180–185), sondern auch die Kakophonie der Vögel. Bei all den zankenden Schnäbeln ist kaum auszumalen, wie dies klingen mag. Eine in Teilen abweichende Variante der Komposition auf Kupfer, signiert und datiert 1675, befindet sich im Stadtmuseum Fürth (Burgfarrnbach, Inv.-Nr. X 828). Wir danken Dr. Fred G. Meijer, Amsterdam, für die Bestätigung der Authentizität anhand hochauflösender Fotografien.
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