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Jan Brueghel d. Ä. Aeneas trägt seinen Vater Anchises aus dem brennenden Troja Öl auf Kupfer. 18,5 x 25,5 cm. Provenienz Deutsche Privatsammlung. Ausstellungen Die Nacht, Haus der Kunst, München 1998/1999, Nr. 52 (als Jan Brueghel I). Literatur Ausst.-Kat. München 1998/1999: Die Nacht, hrsg. v. S. Rosenthal, Wabern/Bern 1998, S. 53, Nr. 52. – K. Ertz: Jan Brueghel der Ältere (1568–1625), Lingen 2008–2010, Bd. II, Nr. 327, S. 672, Abb. S. 671. – K. Renger u. a.: Flämische Malerei des Barock in der Alten Pinakothek, München/Köln 2002, S. 98 (als "Variante" von Inv.-Nr. 832 beschrieben). Im Zentrum des Gemäldes steht die Fluchtszene aus dem II. Buch von Vergils "Aeneis" (707–729), in dem Aeneas den Untergang Trojas schildert. Als Sinnbild des "pius Aeneas" trägt er seinen greisen Vater Anchises auf den Schultern und führt seinen Sohn Ascanius an der Hand, während seine Frau Creusa in den Wirren der Flucht verloren geht. Jan Brueghel d. Ä. platziert die Gruppe an den unteren Bildrand vor eine Kulisse antiker Paläste, aus denen lodernde Flammen und dichter Rauch in das nächtliche Dunkel steigen. Das Sujet bot Brueghel eine ideale Bühne für ein virtuoses Hell-Dunkel. Die einzige Lichtquelle ist die Feuersbrunst selbst: Sie taucht die Architektur in scharfe Silhouetten, während warmes Streiflicht die Figuren modelliert. Nach Karel van Manders "Het Schilder-boeck" (Haarlem 1604, Kap. 7, fol. 32v, 42-44) galten solche Brandstücke ("Brandjes") und das Einfangen dramatischer Lichtreflexe als höchste Bewährungsprobe malerischer Kunstfertigkeit. Brueghels Faszination für nächtliche Feuersbrünste wurzelt in der altniederländischen Tradition etwa eines Hieronymus Bosch. Der glatte Kupfergrund ermöglichte jenen delikaten Farbauftrag, der feinste Funken und Reflexionen detailreich wiedergibt. Klaus Ertz bezeichnet das vorliegende Werk als "eigenhändige, verkleinerte Wiederholung" der berühmten Fassung in der Alten Pinakothek in München (Inv.-Nr. 832). Solche Kupfertafeln zählten zu den begehrtesten Kabinettstücken höfischer Kunst- und Wunderkammern.
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