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Ambrosius Benson Madonna mit Kind Öl auf Holz. 14,5 x 14,5 cm. Provenienz Sotheby’s, London, 6.5.1925, Lot 15. - Thos. Agnew & Sons Ltd., London. - Dort erworben von Edith Stanton Newberry (1870-1956), Detroit. - John S. Newberry, Detroit. - Von diesem als Schenkung an die Grosse Pointe Memorial Church. – Sotheby’s, New York, 29.1.2015, Lot 4. - Dort von A. Alfred Taubman (1924-2015) erworben. – Sotheby’s, New York, 27.1.2016, Lot 16. - Dort vom jetzigen Besitzer erworben. Literatur The Burlington Magazine XLVII (1925), S. XVII. – G. Marlier: Ambrosius Benson et la peinture à Bruges au temps de Charles-Quint, Damme 1957, S. 116 u. 297, Nr. 60. – M. J. Friedländer: Early Netherlandish Painting. The Antwerp Mannerists, Bd. XI, New York / Washington 1974, S. 97, Nr. 260, Taf. 170. Kein Heiligenschein und auch kein anderes offenkundiges sakrales Symbol fällt dem Betrachter dieses ungewöhnlich kleinen, aber gerade deshalb so kostbar erscheinenden Andachtsbildes ins Auge. Seine Botschaft geht allein von der zärtlichen Innigkeit zwischen Mutter und Kind aus: Sie schmiegt es sanft mit beiden Händen an sich, während das Kind behutsam nach dem Gesicht der Mutter greift; ihre Wangen berühren sich, ihre Blicke begegnen einander. Von Max J. Friedländer (op. cit.) bis zu den heutigen Kennern der flämischen Malerei des 16. Jahrhunderts, Till-Holger Borchert und Peter van den Brink (vgl. Sotheby's, New York, 2016), herrscht Einigkeit über die Zuschreibung dieses kleinen Meisterwerks an Ambrosius Benson. In der Lombardei geboren und wohl in Mailand ausgebildet, kam Ambrosius Benson um 1518 als junger Mann nach Brügge. Er hatte das Glück, in die Werkstatt Gerard Davids aufgenommen zu werden. Kein anderer Maler hat sein künstlerisches Schaffen tiefer geprägt als der Meister der "Madonna mit vier Engeln" im Metropolitan Museum of Art oder der "Ruhe auf der Flucht" in der National Gallery of Art in Washington. Doch der jüngere Benson entwickelte sich in diesem so fruchtbaren Umfeld rasch zu einer eigenständigen Künstlerpersönlichkeit und gilt in der Rückschau als ein Maler des Übergangs vom Mittelalter zur Renaissance. Von Brügge aus gelangten seine Werke weit über die Grenzen der Niederlande hinaus in andere Länder Europas; heute sind sie in zahlreichen bedeutenden Museen vertreten. Wie in vielen seiner Kompositionen rückt Benson auch in diesem Bild die Figuren nah an den Bildrand heran. So bleibt nur wenig Raum für die Gestaltung des Hintergrunds: links ein bewaldeter Landschaftsausschnitt, rechts eine Hügellandschaft. Dort windet sich ein schmaler Weg zu einer Kapelle hinauf, auf dem sich ein Pilger oder Wanderer dem Kirchenbau nähert. Die zeitgenössischen Betrachter konnten dieses Detail als visuelle Anregung zur Meditation über den eigenen Lebensweg verstehen, als Aufforderung, Christus zu folgen und ein gottgefälliges Leben zu führen (vgl. R. L. Falkenburg: Joachim Patinir. Landscape as an Image of the Pilgrimage of Life, Amsterdam/Philadelphia 1988). Ebenso vermittelte ihnen der Apfel, den das Christuskind in der Hand hält, einen verborgenen Sinn: Christus als neuer Adam und Erlöser von der Erbsünde. Aufgrund seiner geringen Maße ist davon auszugehen, dass das Bild für die private Andacht geschaffen wurde, möglicherweise sogar als kleiner Reisealtar. Der neugotische Rahmen stammt aus dem 19. Jahrhundert, sehr wahrscheinlich aus England, wo sich das Gemälde bis zu seiner Versteigerung 1925 in London befand.
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